Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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Arme ihrer Busenfteundin, die selbst von Thränen erschöpft,mit zärtlicher Behutsamkeit sie in das Nebenzimmer trug.Jetzt drang weiter kein Laut aus der Kerkerwohnung deredeln Kranken; und mir war, als hätte mich ein Orkan aufeinen einsamen Felsen geworfen. Meine zerbeizten Augenstarrten vor sich hin und die Stille, die nach einem solchenAufruhr mein Gehör überfiel, erleichterte mein blutendesHerz nur, um es desto heftigern Nachwehen Preis zu geben.Diese Betäubung verlor sich nicht eher, als bis meine beidenBegleiter sich in so weit von^ihrer eigenen erholt hatten, daßsie mir ihre zitternden Hände bieten konnten — und soschwankte ich endlich aus dieser Behausung des Schreckensmit zu Gott erhobener sprachloser Empfindung.

Wie sauer ward mir dieser Gang! Setze den Fall, Eduard,daß dein bewundernder Blick von Rubens jüngstem Gerichteauf einmal zu dem Jahrmärkte eines Teniers herabsänke —du würdest dir doch nur einigermaßen den widrigen Eindruckvorstellen können, den jener Haufe gemeiner Narren auf michmachte, an deren Behältern vorbei ich jetzt meinen Rückweg neh-men mußte. Ich hatte keine Augen, kein Mitleiden für siemehr, so voll war mir das Herz von den Seelenleiden desherrlichen Weibes und der schrecklichen Wahrheit der Worte:

Um mich Zerknirschte sammelnSich viel Bedrängte her,

Doch Aller Zungen stammeln:

„Ach, diese leidet mehr!"