Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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Lage befand sich dermalen auch mein guter alter Zeichnenmeister>und erhielt sich so lange warm darin, bis ihn das Horn desPostillons von seinem Sitze aufjagte. Er ergriff in großerBewegung meine Hand — „Theuerster Freund und Gönner-"holte er tief Athem — »Ziehen Sie mich aus meiner Angst,und sagen Sie mir aufrichtig: Kann ich wohl den bedun-genen Eid mit gutem Gewissen ablegen?" „Ja, Freund" —klopfte ich ihn auf die Achsel, „mit dem besten von der Welt —Sie wunderlicher Mann! Was machen Sie für Umstände,und wie mögen Sie sich nur einen Augenblick besinnen?Bei zwei Talenten — und sonst auf Gottes Erdboden nichts —könnte man, dacht' ich, ja wohl eins abschwören, wenn derUmstand darauf beruht, ein Freigut zu gewinnen." Dasschien ihm einzuleuchten. „Sie werden im Anfpachischcn undüberall," fuhr ich fort, „menschliche Gebrechen genug finden,deren Sie so viele in Wachs poußiren können, als Sie wollen.Das verbietet Ihnen ja die Tante nicht, und gibt IhrerThätigkeit allen möglichen Spielraum." — „Da haben SieRecht," erheiterte sich auf einmal sein trübseliges Gesicht.Spornstreichs laufe ich nun nach Hause, um Anstalten zumeiner Abreise zu machen — will meine Madonnen und See-stücke recht behutsam einkästeln, und." „Ist das

nicht wieder ein Einfall! WaS um GotteSwillen, gedenkenSie mit so vielen unbefleckten Jungfrauen in den preußischenStaaten anzufangen, wo man an keine einzige glaubt?"„Aber," fragte er sehr naiv, „die von letzthin darf ich doch —

Thümmel, siimimt- Werke. Vl 4