Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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keinen Glauben hätte beimessen sollen. Der brave Mannhat sich mit Klärchen nicht einmal so viel vorzuwerfen, wennich so frei seyn darf, es zu sagen, als Sie. Ein Liebhaberder Kunst kann ja wohl in allen Ehren ein schönes Mädchenals Modell benutzen! Mehr hat er nicht gethan. Ich habeseitdem Herrn le Sauve kennen lernen, den Maler, der fürihn gearbeitet, und dem Klärchen in mancherlei Stellungengesessen hat, von dem weiß ich alle Umstände. Gnade Gottdem Herrn, der auch die unschuldigste Sache bei verschlossenenThüren vornimmt! — Mehr braucht es bei solchen Schurkennicht, um ihn in den schlimmsten Ruf zu bringen, so daßer zuletzt keine Tasse Hühnerbrühe mehr nehmen darf, ohneVerdacht zu erwecken .... Doch ich muß fort, leben Siewohl, wir bleiben nur diese Nacht in Montpellier." — Dievier vordersten Wagen waren schon in vollem Galopp; er hatteseinen Platz in dem fünften, dem nächsten vor dem meinigen.Mein Postillion, voll Ungeduld über den Aufenthalt, bliebnicht zurück, so daß ich die Ehre hatte, im Gefolge von LadyKlärchen an dem Posthause anzulangen, wo die Quartiere fürdie englische Herrschaft schon durch einen Korrrier bestellt waren.

Den ganzen Weg über hatte sich meine Neugier um eineFrage herumgedreht, deren Auflösung von meinem geschwindenAussteigen aus dem Wagen abhing, ehe mir der Mundkochentwischte. — Ich kam ihm glücklich entgegen. — „Nur nochein Wort statt tausend," hielt ich ihn bei dem Kragen. —„Warum in aller Welt führt Ihre Frau Nichte Gnaden