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Eigenliebe weh, daß hier zwei Deutsche in so verschiedenemLichte einander gegenübersaßen. Ich konnte mir nicht ver-bergen, daß diesem jungen, blühenden, artigen Manne dasReisen viel besser zugeschlagen sey, als mir. Mich, glaubeich, hat er auf den ersten Blick weggehabt. Sagte er nichtoben, ich wisse vielleicht schon, daß er eine Braut habe —und würde er wohl mit der Huldigung seiner Karoline solaut gewesen seyn, wenn er mir nicht schon angesehenhätte, daß mir der Inhalt des Briefs in der Schreibtafelso bekannt wäre, als ihm selbst? Was konnt' ich in dieserUeberzeugung Klügeres thun, als den Vorwürfen, denen ichnicht auszuweichen vermochte, offen entgegen zu gehen? „Ichmerke, Herr Baron," stoppelte ich meine verschämten Wortezusammen, „daß Sie voraussetzen, ich habe mich von demGeheimnisse Ihres Herzens auf eine Art unterrichtet, diegroßer Entschuldigung bedarf. Was mir eigentlich nöthigwar, um den Eigenthümer des Gefundenen aufzusuchen,konnte mir schon die Adresse sagen — das seh' ich jetzt rechtgut ein — und dennoch..." „Wenn der Brief meinesFreundes" — unterbrach er mich — „Ihnen die Zeit verkürzthat, so hat er seine Absicht doppelt erfüllt, und es ist mirlieb, daß Sie ihn lasen" — „Und auch abgeschrieben?" fragteich- — „Ja, auch daö!" antwortete er lächelnd. „Hätte erihn im Ernst geschrieben, so viel er übrigens auch Wahresenthält, so durfte ich wohl hoffen, ihn bald genug zu über-führen, wie Unrecht er mir und dem guten Geschmack gethan,