Band 
[Fünfter und sechster Band.]
Seite
90
JPEG-Download
 

Ntt

Meine Brust schien mehr Raum bekommen zu haben. Ichwußte nicht mehr, wo die Leber lag, und griff in der frei-gebigsten Stimmung nach meiner Börse. „Lassen Sie esdamit gut seyn!" wehrte sich dcrFranzos gegen meine deutscheSitte. „Damit Sie aber sehen, mein Herr, wohin Sie meinguter Rath leiten soll, so lade ich Sie diesen Abend auf einSouper ein, an dem auch ein Engländer in Ihren Umständenfür fünf Lvuisd'vr Theil nehmen wird. Wollen Sie mir dieEhre erzeigen, so dürfen Sie nur eine gleiche Summe anmeinen Koch abgeben, und ich kann Ihnen zugleich versprechen,daß Sie die witzigste und liebenswürdigste Gesellschaft derStadt da ziemlich beisammen finden werden." Du kannstwohl denken, daß ich mich nicht lange besann; nur bat ichihn noch um Erlaubniß, seinen Freundschafts-Tempel zubesehen, der mir sehr angerühmt worden sey. „Sehr gern,"erwiederte der höfliche Mann, „hier haben Sie den Schlüsseldazu. Lafleur dort, der schon mehrere Fremde dahin geführthat, wird Sie anweisen." — Und so flatterte er zurück zuden Damen, deren Krankheit ihm mehr am Herzen zu liegenschien, als meine Gesundheit. Jetzt konnte ich die schöneAnlage des prächtigen Spazierorts schon mit ruhigerm Ge-müthe betrachten. Er übertrifft wirklich an freundschaftlicherVerbindung des Nutzens mit dem Vergnügen Alles, was ichbis heute in Frankreich bewundert habe. Wenn nun vollends,statt der Bildsäule Ludwigs des Großen, eine von den tausendEichen, die über die christliche Zeitrechnung hinausgehen, und