Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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toi

was ihre Zunge Böses gestiftet und für unheilbare Wundengeschlagen hat. Die gewöhnliche Sentenz des Verläumdcrs,die schon manche reine Tugend getrübt, manches Glück zuGrunde gerichtet hat, die einzigen fein vergifteten Worte:„Ctmaö mag wohl daran seyn !" könnte ein reichhaltiger Tertzu einer allgemeinen Erbauung werden. O ihr, die ihr oftmehr aus Leichtsinn oder übler Laune, als bedächtiger Bos-heit, durch gehässige Nachreden meinem empfindlichen Herzenblutige Thränen abgepreßt habt — o, könnte mein Tagebuch,wenn es je unter eure kritischen Augen gerathen sollte, euchdoch auf allen Blättern belehren, daß ihr wider Rechte ver-stoßt, die auch euch zu Gute kommen, wenn ihr das schil-lernde Licht, das oft Zufall und Umstände über den bestenMenschen verbreiten, zur Grundfarbe seines Charaktersmacht. Armes, gutes Kind! das mir ein mißmüthigerManu — ohne zuvor der Entstehung des Gerüchts, das ihnirreleitete, nachzuforschen, — als Kindesmörderin bezeichnete.Etwas Wahres muß doch daran sepn! Ja, das ist es auch!aber dieses Etwas ist die unschuldigste Sache von der Welt.Das Mädchen war zwölf Jahre alt, als der freundschaftlicheArzt von dein Tage an, da ihm die Haut der Mutter kvn-traktniäßig zufiel, sich väterlich der Verwaisten annahm.Es fehlte ihr nichts zu einer vollkommenen Schönheit, alsdunkles Haar, weiße und gesunde Zähne, und er nahm daseine und das andere von einer enthaupteten Kindermorderin,schmückte seine Pflegetochter mit jenen braunen Locken, die