Band 
[Fünfter und sechster Band.]
Seite
116
JPEG-Download
 

116

Der seine schöne Frau und ihre JugendwächterUnd seine Kinder kaum mit der Gewißheit kennt,

AIS die verloschenen prätorlsche» GeschlechterDom ersten Consul an, blS zu dem letzten Fechter'

Des abgelebten Noms, und um ein MonumentVor Christi Kreuzigung sich auS dem Athem rennt;

Wie könnt' er wohl dem bettelnden Latrine,

Wenn ihm das Sprnchclchcn: Steh, Wandrer, still und weine.Ins Auge leuchtet — widersteh»,

Und einem Sarkophag »>id einem LeichensteineAus Nervs Zeit vorübergehn?

Für mich mag, was sie will, die graue Dorwelt lüge»!

Im heuchlerische» -Hang, die Nachwelt zu betrugen.

War sie nicht ehrlicher, alä ihre Kinder nun.

Ich weiche beiden aus auf meinen Ritterzügen,

I» Hoffnung, von dem Kampf mi-t menschlichem Vergnüge»

Auch ohn' ein Marmorgrab gemächlich auszuruhn.

Und hab' itzt gnug mit mir, und unter allen Krüge»

Mit einem Aschenkrug am wenigsten zu thun.

Stieg ich schon die Treppe unter solchen belebenden Ge-danken hinauf, so rieb ich mir erst vor ausgelassenem Muth-ivillen die Hände, als ich mich mit meiner halben Bouteilleungestört allein sah, leerte sie vollends aus, und klingeltenach einer frischen. Je leichter auch diese ward, desto be-geisterter fühlte ich mich, diesen herrlichen Wein zu besingen.Ein Lächeln innerer Zufriedenheit, ein sanfter Trieb allge-meinen Wohlwollens, besonders gegen das gute freundlicheGeschlecht, das mir immer im Sinne liegt, durchwärmte