Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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Bastianen rufen und noch einmal auf die Post jagen, als ichin der Thüre einem Quidam entgegen rennte, der im Be-griff war, anzuklopfen. „Um Vergebung, ich habe mich ge-irrt," stotterte er, „ich sah vor dem Haufe eine Berlinestehen und dachte, sie gehöre einem Herrn zu, den ich täg-lich und stündlich erwarte, dem Sekretär des Herzogs vonBedford, für dessen Gallerie ich ihm — Lassen Sie sich nichtstören, mein Herr! — einen Titian verkauft habe."

„Ich weiß nicht, was ich von seinem Ausbleiben denken,vll. Er hat mir nichts auf den Handel gegeben und dieZahlungsfrist ist nun schon vor drei Wochen verlaufen."Meine runzlige Stirn klärte sich auf. „Treten Sie dochnäher, mein Herr!" nöthigte ich ihn in das Zimmer, „mitwem habe ich denn die Ehre zu sprechen? Handeln Sie mitGemälden?" „Nein," sagte der freundliche Mann, „ich binhier geschworner Notarius." „Einen Titian sagen Sie?" —„Ja," erwiederte er, „eine Venus von ihm und sicher ausseiner besten Zeit. Sie ist als Fideikommiß auf mich ge-kommen; ob sie aber, nach einer alten Tradition, dieselbe ist,vor der Karl der Fünfte den Pinsel aufhob, will ich nichtmit Gewißheit behaupten, ungeachtet schon mehrere Kennerdie warme Stelle haben angeben wollen, wo er dem Malervon allznstarkem Enthusiasmus entschlüpft sey." „Der ersteUmstand," sagte ich lächelnd, „würde für den Werth desBildes auch wenig beweisen. Große Herren heben oft Pinselaus dem Staube, die es nicht verdienen, und lassen bessere