Band 
[Fünfter und sechster Band.]
Seite
150
JPEG-Download
 

150

Ein jubilirter Fähndrich eines längst verschollenen Frei-korps war der Erste, der mir auf der Bank mit dem Uebel-geruch seiner hörnenen Dose und einem Mißklang deutscherWorte näher rückte; die einzigen Ueberreste seiner Beute auSdem siebenjährigen Kriege. Trotz ihrer Verstümmlung gabensie mir doch, so gut als Gresset's Vertverc, und bestimmteralS eö der Redner wohl selbst glaubte, den gesellschaftlichenTon seiner großen Verbindungen in Deutschland so treuwieder zurück, daß mir die Ohren weh thaten.

Er gedächte noch mit Entzücken, schwor er mir zu, seinerRasttage zu Meißen, Dresden, in dem Plauischen Grundeund auf dem weißen Stein. Desto unerwarteter, obgleichsehr lieb, war es mir, von Jemanden, der die Vergleichungmachen konnte, zu erfahren, daß ich mich ganz in der Näheeiner Augenweide befände, die nicht nur jene, wie er sichausdrückte, nicht Übeln Gegenden meines Vaterlands, son-dern die prächtigsten sogar seines eigenen, weit hinter sichließe, die malerische nämlich — unglaublich schöne Aussicht,die ein Bischof von Beziers auf der Terrasse seiner herrlichenResidenz genösse. „Das ist viel gesagt," entwischte mir, in-dem ich im Geiste jene Prunkgefilde der Natur und meinunvergeßliches Sonnenthal überblickte. „Nun, so gebe ichmich," erklärte er mit militärischem Anstand, „nicht eherzufrieden, bis Sie mir Ehre und Augen verpfänden, daßSie sich selbst überzeugen wollen, wie viel zu wenig ich nochgesagt habe." Um so ein Versprechen lasse ich mich nicht