2. Capitel.
Weltevreden — Empfang' beim Armee-Commandanten — EinCorso auf dem Waterlooplatze — Gigerl und Modedame inWeltevreden — Der grösste Platz der Welt (t) — MalayischesWinken — Ein Handkuss — Ein Abenteuer auf hoher See —Dos ä dos und Deeleman — Altstadt — Kunst und Wissen-schaft in Indien — Wissenschaftliche Vereine in Batavia —Indische Hausirer — Jagd auf Rhinoeerosse — Indische
Masseuse.
Tn Indien steht inan um sechs Uhr auf,« rief mir »Mutter Spander-* mann« ins Zimmer, »Schlafiniitze, stehen Sie auf, es ist schonsieben Uhr.« Ich öffnete die Thiire, und eine frische, reine und duft-reiche Luft erfüllte das Zimmer. Ein sonderbarer Anblick bot sichmir dar; auf beiden Seiten des Hofraumes befand sich eine Reihe vonZimmern, und zwischen je zwei Thiiren stand ein Tischchen mit einemAmi- und einem Schaukelstuhle, auf denen die Gäste in ihrer Haus-toilette sassen; zwischen je zwei Pfählen der Galerie war ein Strick ge-spannt, auf welchem die Leibwäsche zum Trocknen hing, seihst die ge-heimsten Toilettestücke der Damen waren hier ausgestellt. Der Be-diente brachte mir ungefragt eine Schale Kaffee, welcher ziemlich schlechtwar und doch ein angenehmes Gefühl der Wärme im Magen verur-sachte. Die meisten Herren gingen in ihrer Haustoilette >) und mitder Cigarre im Munde auf und ah. Wie ich später hörte und sah,ist dieses eine allgemeine Gewohnheit als vorbereitende Maassregel,um »den Schlafkameraden weg zu bringen«. Zwischen l'k bis8 Uhr gingen die Herren angekleidet und die Damen in ihrer Haus-toilette (Sarong und Kabaya) zur Frühstückstafel; ich wurde nur ge-fragt, ob ich beim Frühstück Tliee oder wieder Kaffee gebrauchen
*) „Nachthose“ (Hose aus buntem. Kattun) und Kabaya (weisses Leibchen).