6. Capitel.* *)
Nach Buitenzorg — Der Berg Salak — Bas Schloss desGouverneur-General — Ein weltberühmter botanischer Garten— Batu-tulis = beschriebener Stein — Ein gefährlicherKutscher — Die Preanger-Proyinz — Warme Quellen — Sana-torien — Indische Gewürze — Ein reicher Beamter — DasTanzen (Tandak) der Javanen — Wäjang orang = Theater —Wäjang tjina = chinesisches Theater — Wäjang Kulit =Schattenbilder — Spiele der Javanen — Eine Theeplantage —■Bambus-Wunden — Eine langweilige aber einträglicheGarnison — Einfluss der „reinen Bergluft 44 — EuropäischeGemüse auf Java — Ein javanischer Eürst verheiratet miteiner europäischen Dame — Malayische Gedichte (Panton) —Mischrassen — Ein ausgestorbener Krater.
A m 19- August 1888 verliess ich Atjeh (Nordküste von Sumatra),kam am 23. in Padang an und erfuhr dort, dass ich in »Ngawie«eingetheilt sei, dass ich also von dem »heissen Atjeh« in die »HölleJavas« versetzt wurde. Wir beide jedoch, ich und meine Frau, hattendas Bedürfniss, uns »eine kalte Nase zu holen«, 1 ) d. h. durch diekühle und frische Luft im Gebirge unsern durch die Wärme er- ■schiafften Organismus ein wenig aufzufrischen, und ich beschlossalso, bevor ich nach meinem neuen Standplatze abging, einen I4tägi-gen Urlaub anzusuchen. Da ich zwei volle Jahre den beschwer-lichen Dienst in Atjeh ununterbrochen versehen hatte, und zwar,trotzdem die Beri-Beri mich heimgesucht hatte, ohne auch nureinen einzigen Tag mich krank gemeldet zu haben, wurde mir dieser
l ) Indisch-holländisches Sprichwort.
*) In der Provinz Preanger bin ich im Jahre 1881 in Garnison gelegenund habe sie einige Male als Tourist durchreist. Um Wiederholungen zu ver-meiden, muss ich die chronologische Reihe meiner Erlebnisse unterbrechen und
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