Ein Neujahrstag in Solo.
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lautlos vorbeizieht, neigen ihren Kopf zur Erde und erheben ihre Händezur Stirne (Sembah); dasselbe thun die Häuptlinge (welche auf demBoden mit gekreuzten Füssen sitzen), wenn der Kaiser die Avenue desResidentenhauses erreicht hat und den Wagen verlässt. Majestätisch,oder besser gesagt ruhig und langsam schreitet der Kaiser am Armdes Residenten und der Kronprinz am Arm des Assistent-Residentendurch den Saal zum Throne, der Teppich wird hinter ihnen sofortaufgerollt, um nicht durch plebejische Füsse entweiht zu werden, undvor dem Thronsessel lassen sich die beiden Grössen von den einge-ladenen Europäern begrüssen. Die Gamelang wird in die Nähe desThrones gebracht, der Kaiser und der Resident setzen sich gleichzeitignieder, links von ihnen der Kronprinz und einige angesehene Pangerans,während rechts die europäischen Gäste sich niedersetzen und einen ge-nügend grossen Raum offen halten für die Serimpis (Bayaderen). Dieangesehensten Häuptlinge (Pangerans), welche in dem Zuge sich be-fanden, haben unterdessen in Galatenue (Fig. 13) ihre Equipage ver-lassen oder sind vom Pferde gestiegen und erscheinen nun am Eingängedes Saales, um dem Kaiser und dem Residenten ihre Huldigung zubringen. Dieses geschieht kriechend, d. h. in hockender Stellungschob Jeder abwechselnd das rechte und linke Bein vor, wobei er sichmit den ausgestreckten Händen auf den Boden stützte und in ruhigenund gemessenen Bewegungen mit dem einen Beine den Sarong zurück-schleuderte. gerade wie eine Dame der Schleppe ihres Kleides jedenAugenblick ihren Platz anweist. In gemessener Entfernung bleibt erstehen oder vielmehr sitzen, neigt sein Haupt bis zum Boden, erhebtden Körper wiederum und führt die gefalteten Hände zur Stirne(Sembah). Der Kaiser selbst aber sitzt unbeweglich wie eine Statue,und ein wohl berechnetes Zwinkern mit den Augenlidern verkündetjedem Häuptlinge, in welchem Grade seine Huldigung in den Augenseines Herrn Gnade gefunden habe. Ein für den Neuling gewiss hoch-interessantes Ballet, das wahrscheinlich beim zweiten Male, aber sicherbeim dritten Male die Zuschauer ermüden, ja seihst langweilen muss!
Dasselbe gilt von dem nun folgenden Tanze der Serimpis. Vier 1 )junge Mädchen erscheinen mit ebenso viel Hofdamen, welche unab-lässig mit dem Ordnen der Toilette ihrer Schutzbefohlenen beschäftigtwaren. Diese Mädchen sind die Töchter von hohen Fürsten und werdenspäter die Nebenfrauen des Kaisers; sie haben einen Sarong, der, wie
') Und nicht neun, wie es Veth in seinem „Java“ erzählt, was übrigens■der Name Serimpi schon andeutet.