vor, so nehmt ihr mir auch die Freude daran und die An-dacht dabei! So manches schrecklich schöne Gewitter hat mirgeschadet, meinen Nächsten erschlagen, die Flur verhagelt,Dörfer fortgerissen, Menschen und Vieh getödtet, und nurandere, fremde Gegenden beglückt, — und ich sollte nicht mitAndacht, Furcht und Zittern aufschauen zum barmherzigenLenker der Weltereignisse, wenn ein schweres Wetter herauf-zieht? — Welch abgeschmackt unmenschliches Ansinnen eini-ger — selbst furchtsamen Pädagogen! — Ich habe nämlichzum Glück sehr oft bemerkt, daß die, welche während einesGewitters den Weibern und Kindern so viel vom Nutzenund Wohlthun der Gewitter und von der Thorheit allerFurcht dabei vorpretigten, gerade die Furchtsamen wa-ren, und die Predigt aus eigener Furcht und Angst abhiel-ten, so wie man im Dunkeln gern laut wird. Sobald ichmich von der Richtigkeit dieser meiner Bemerkung einmalüberzeugt hatte, probirte ich das Mittel jener Herren selbst,fing beim nächsten Gewitter auch an zu predigen; — es gingvortrefflich; man versuche eS nur, es hilft und schafft dieAngst vom Herze» weg! Der Grund mag wohl auch darinliegen, daß man sich dabei gewissermaßen als eine offiziellegöttliche Person fühlt. Wer sich wirklich nicht fürchtet, pflegtgewöhnlich beim Gewitter von ganz fremden Dingen zu spre-chen, und zeigt sich nicht inspirirter und nicht ruhiger, als ergewöhnlich ist. Doch sind dergleichen Leute auch zuweilennur klug, und im Herzen doch nicht ganz rein geheilt. Wersich aber tüchtig und ehrlich fürchtet, der sucht besonders (wiez. B. ich), das gegenwärtige Gewitter recht zu loben, („Welchherrlicher Regen! Wie wird sich Alles erquicken! Wie wirddie Gerste wachsen! Nun kann es noch Klee geben!" u. s. w.)und gibt sich wenigstens alle Mühe, das Gewitter — so langees noch irgend möglich ist, und die Schloffen nicht gar zu
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