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selben ist daher in so enormer Weise gestiegen, daß man im Jahre 1859 für eine Halsschnur500 Fr. zahlte, die im Jahre 1800 wegen ihrer bleichen Farbe nicht 50 Fr. werth war. DerWerth der Korallen ist in ihren verschiedenen Sorten überhaupt so verschieden, daß bestimmteAngaben darüber nicht zu machen sind. In Frankreich schätzt man den Werth sämmtlicher Gegen-stände, welche aus Korallen verfertigt werden, auf jährlich 6 Mill. Fr.
Koriander. Unter die Dolden (Umbellifercn) gehört die Gattung Coriandrum T., welcheden Typus der kleinen dritten Abtheilung der Coelospermae bildet infolge der uhrglasförmigcnGestalt des Eiweißkörpers. Die Arten sind einjährige, kahle, glänzende Kräuter. Die Blättersind einfach- oder doppelt-fiedertheilig oder fiederschnittig. Die Dolden sind wenigstrahlig. DieKelchzähne sind nicht gleich entwickelt und spitz. Die Blumenblätter werden infolge Einschlagsdes spitzen Gipfelchens verkehrt-herzförmig. Sie sind wie bei Ammi ungleich und strahlend.Die kugelförmige Frucht löst sich nicht und hat auf jeder Hälfte fünf Haupt- und vier Nebenjoche.In den Thälchen sind keine Oelstriemen, aber auf der Commiffuralfläche. 0. sativum L., dergemeine Koriander, wird bis lV a Fuß hoch. Die gebogene Wurzel ist sehr dünn. Der Stengel
ist stielrund. Die untern Blät-ter sind breit gelappt, die obernfein getheilt. Die Blüten-dolden zeichnen sich durch diemilchweiße Farbe der Blumen-blätter aus. Eine gemein-schaftliche Hülle fehlt meist,selten ist sie durch ein linealesoder dreizipfeliges Blättchenangedeutet. Die Hüllchen dermeist achtblütigen Doldchensind aus den lincalen Zipfelngebildet. Meist sind nur dierandstündigen größern Blü-ten fruchtbar. Die Heimat desGewächses ist der Orient. Eswird häufig angebaut. Frischriecht es, besonders gerieben,genau wie zerquetschte Bett-wanzen. Getrocknet dagegenerlangen die Früchte einenwürzigen, angenehmen Ge-ruch und ihr Geschmack istdann aromatisch und süß.Man kennt sie als Schwindel-körner, Semina Coriandri,und benutzt sie als Gewürz. Hippokrates schon brauchte das Kraut gegen Entzündungen. Dazukommt, daß die Früchte vielfach bei der Bereitung von Wohlgerüchen verbraucht werden. Es istnicht genug zu verwundern, daß man sich noch nicht damit beschäftigt zu haben scheint, ausWanzen den Geruchstoff zu extrahiren, der in gehöriger Verdünnung vielleicht ein köstliches Aromagewähren würde, so gut, wie der erst so scheußlich riechende Koriander bei Alter und Verdün-nung angenehm wird. Wir bilden unter a eine in zwei Stücke zerschnittene Pflanze in '/ 3natürlicher Größe ab; b ist eine zweimal vergrößerte Blüte, 0 eine Frucht, d dieselbe in Lösungin zwei Hälften und noch der Fruchträgeraxe anhängend, e ein Querschnitt durch die Frucht,1 eine Fruchthälfte von innen, alles dreimal vergrößert.
Korinthen. Die intcresianteste Abart des Weinstocks ist die Korinthe, Vitis viniferaapyrena. In Bezug auf Kleinheit der Beeren nähert sie sich dem wilden oder verwilderten Wein.Man hat sie mit grünweißcn und tiefblauen Beeren. Letztere Art ist es besonders, von der inGriechenland die Korinthen, Passulae minores der Officin, gesammelt werden. Die Reife fülltum Athen in die Mitte bis Ende September. Das Gedeihen dieser Beere ist bekanntlich eineLebensfrage für viele Griechen, da das Land vorzüglich auf die Cultur einiger wenigen Vege-tabilien angewiesen ist.
Der gemeine Koriander (Coriandrum sativum).
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