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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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364 Magenkrankheiten

nachzuweisen. Es kann der Magenkrampf bedingt sein durch abnormen Mageninhalt, wie ä“ f uU ® ^Magensaft, durch vielen (lufthaltigen) verschluckten Speichel, durch Ueberfüllung des Mage 'durch reizende Alimente u. s. w.; er kann seinen Grund in TexturverLnderungen des Maghaben, wobei in erster Linie das Magengeschwür (s. u.) und die von ihm hinterlassenen ™‘ a , rzu nennen sind; chronische Magenkatarrhe hingegen pflegen meist einen anhaltenden, gleichartig^dumpfen Magenschmerz, seltener einzelne heftige Paroxysmen zu erzeugen; auch krebsigrandere Afterbildungen im Magen können Kardialgie erzeugen. Ferner gibt es verschiedenegemeinleiden (Blutarmuth, Bleichsucht, Tuberkulose, Hysterie, Hypochondrie) sowie Leber-, Nwrund Darmkrankheiten, welche meist mit kardialgischen Anfällen verbunden sind, ohne daß im Dw»selbst irgendeine Störung und Abnormität als Ursache des Leidens aufgefunden werdenes ist dann als ein rein nervöses aufzufassen. Symptome. Den verschiedenartigen Schwer;gehen nicht selten reichlicher Speichelfluß, Ausstößen, Kopfschmerz voraus; oft trete» sie ® ^auch ganz plötzlich auf. Der Hauptsitz des Schmerzes ist immer die Magengrube und besonnedie Stelle unmittelbar unter dem Ende des Brustbeins; doch verbreitet er sich von hier inschiedener Ausdehnung und nach verschiedener Richtung (nach den Seiten, dem Rücken,den ganzen Unterleib u. s. w.). Die Magengend ist dabei aufgetrieben (namentlich bei Gegewv ^von abnormem Mageninhalte) oder auch eingezogen (bei rein nervöser Kardialgie), undauf dieselbe wirkt sodann erleichternd, während bei Texturveränderungen des Magens ^Schmerz dadurch gesteigert wird. Es kann Erbrechen eintreten oder auch fehlen; in ersten»wird dann entweder abnormer Mageninhalt entleert, oder es kann sich, wenn Magcngeschwvorhanden sind, Blut im Erbrochenen zeigen. Schluchzen, Gähnen, Herzklopfen, einsenmKopfschmerz, selbst Krämpfe können die Anfälle begleiten, deren Dauer sehr verschieden ist teiner Viertelstunde bis zu mehreren Stunden) und die in ihrer Wiederkehr keine best»»^Regelmäßigkeit haben. Ist das Leiden rein nervöser Natur, so wird das Allgemeinbefinden 1die Ernährung des ganzen Körpers selten erheblich gestört. Anders ist es jedoch, wenn Maggeschwüre, Krebs u. s. w. die Ursachen sind (s. :>.). Es kann die Kardialgie leicht mit rbeuw"schen Schmerzen in den Bauchmuskeln, mit Herzbeutel- und Brustfellentzündungen, mit & 0 ' fmit Leberkrankheitcn, namentlich Gallensteinkolik, mit Krankheiten der Nieren u. s. w.selt werden, und es ist daher bei solchen und ähnlichen Schmerzanfällen immer der Arzt zuzu ziehen und sind nicht mitHausmittelchen allerlei Versuche zu machen. Die Behandlung -sich wesentlich nach den Ursachen zu richten und kann daher in keiner Weise Sache des Laien)da er nicht im Stande fein wird, jene genau zu ergründen oder nur einzelne (Geschwüre, ^u. s. w.) mit Sicherheit auszuschließen. Zur Linderung der Anfälle sind dem Laien anzuempllen: körperliche Ruhe, Erwärmung der Magengegend durch heiße Tücher, warme BreiuinW)^leichte Frictionen der Magengegend, Sensteige auf dieselbe, heiße Fußbäder mit Soda. '

Senfmehl u. s. w., Darreichung warmer Getränke, wie warmes Wasser, Milch, Lindenblüte»^,u. s. w. Ist die Ursache und Art des Magenkrampfes vom Arzte festgestellt, so wird derselbe k ^vorkommende Fälle in der Regel auch noch auderweite Verhaltungsmaßregeln, vielleicht

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stimmte Arzneimittel angeben könne». Hier dergleichen zu nennen, könnte leicht zu Mi--br^führen. Aber auch außerhalb der Anfälle wird sich der Kranke, wo nicht einer besondernHandlung, so doch immer einer bestimmten Diät zu unterwerfen haben, die jedoch aus den 0' CI1Gründen an diesem Orte nicht detaillirt werden kann.

Die Magen- und Darmblutungen, welche auch unter den Namen Blutbreche»,. ^stuhl und Schwarze Krankheit bekannt sind, haben ihren Grund in Gefäßzerreißungen >» ,Magen- oder Darmschleimhaut. Ausgeschlossen bleiben bei dieser Betrachtung die Hämorrhw ^blutungen. (S. Hämorrhoiden.) Es ist nicht immer leicht zu bestimmen, ob Blut, welche ^dem Stuhle entleert wird, aus dem Magen oder Darm stammt. Auch kann, wenn die Bluin dem obern Theile des Darms stattfand, das Blut durch Erbrechen entleert werden. »'erscheint es zweckmäßig, beide Arten von Blutungen an diesem Orte gemeinschaftlich zu besp"zumal auch die Behandlung in vieler Hinsicht eine gleiche oder doch wenigstens sehr ähubw^.^Die letzten Ursachen derartiger Blutungen liegen entweder in einer Blutanhäufung (Hystww^in den blutenden Schleimhautstellen oder in einer Veränderung der Blutgefäßwandungen,welche dieselben brüchiger, leichter zerreißlich werden. Ost wirken beide Ursachen gleichz^ ^Gesteigerter Blutdruck (Hyperämie der Darm- oder Magenschleimhaut) kann erzeugt. >»e ^durch anderweite Circulationsstörnngen, wie sie bei verschiedenen Lebcrkrankheiten, bei Gesch"" ^um die Pfortader (welche das Blut aus der Magen- und Darmschleimhaut fortführt), beiHeiken des Herzens, der Lungen u. s. w. stattfinden; Veränderungen der betreffenden