372 Magnesia und Magnesiuinverbindungen
arten und ist außerdem in geringerer Menge in der Mehrzahl der Silicate enthalten. Durch ^Zersetzung dieser Mineralien gelangt sie in fein vertheiltem Zustande als Carbonat in die A ^erde, sodaß sie hier von den Pflanzen aufgenommen werden kann. In diesen bildet sie einenfehlenden Bestandtheil, der namentlich zu der Samenbildung in sehr enger Beziehung zu l 1scheint, da er in den Samen stets in sehr viel größerm Verhältniß enthalten ist als in den übngTheilen der Pflanzen. Eine bedeutende Menge Magnesium ist auch im Meerwasser als EoMagnesium enthalten. Die Magnesia oder, wie man sie zum Unterschiede von der gemeinhin efalls mit diesem Namen belegten kohlensauren Magnesia zu nennen pflegt, die gebrannte Mag"^wird, wie schon diese Bezeichnung andeutet, fast ausschließlich durch gelindes, aber anhaltenGlühen der kohlensauren Magnesia erhalten. In diesem Zustande bildet sie ein feines, wech ''sehr lockeres Pulver ohne Geschmack und Geruch. Sie ist sehr wenig löslich in Wasser; die Lös"(in 55000 Thln. nur 1 Thl. enthaltend) reagirt jedoch noch schwach alkalisch, indem sie gerbteLackmuspapier bläut. In gewöhnlichem Feuer ist die Magnesia völlig unschmelzbar:Knallglasgebläse oder im Kreise einer mächtigen galvanischen Batterie schmilzt sie schwierig znFritte, welche Glas ritzt. Dieselbe Härte besitzt auch das natürlich vorkommende (Eisenoxydtende) krystallisirte Magnesiumoxyd, der Periklas. War die Magnesia nicht zu stark geglüht,^bildet sie beim Uebergießen mit Wasser ein Hydrat, welches jedoch sein Wasser noch unterGlühhitze wieder verliert; dasselbe findet sich auch natürlich in krystallisirtem Zustande als ® rl1 ^Das in der Magnesia enthaltene Metall, Magnesium, wurde, wie die meisten leichten SW cta tzuerst durch Humphry Davy dargestellt. Er leitete Kaliumdämpfe über glühende Magnesia 0zersetzte befeuchtete Magnesia oder Bittersalz durch den elektrischen Strom, Methoden, die ^dahin verbessert wurden, daß statt der Magnesia Chlormagnesium angewendet wurde. 6*1neuester Zeit aber, seit durch die fabrikmäßige Darstellung des Natriums dieses zu mäßigemzu haben ist, hat man einigermaßen bedeutende Mengen Magnesium erhalten. Die zur 3^ ^theilhafteste Bereitungsweise besteht darin, daß man ein völlig trockenes Gemenge von 6 *Chlvrmagnesium und je 1 Thl. Chlorkalium, Flußspath und Natrium, letzteres in kleine S ^zerschnitten, in einen glühenden Tiegel einträgt, durch Umrühren der geschmolzenen Malstobenauf schwimmenden Metallkugeln vereinigt und erkalten läßt. Das Magnesium ist ein s"^weißes, geschmeidiges Metall von 1,74 specifischem Gewicht. Es schmilzt in Rothglühhitz^x „läßt sich bei Heller Rothglut destilliren wie Zink. In trockener Luft wie in luftfreiem, selbst h^-^Wasser verändert es sich nicht. In feuchter Luft oder in lufthaltigem Wasser überzieht e« ^allmählich mit einer Oxydschicht. In verdünnten Säuren und selbst in Ammoniaksalzenunter Wasserstoffentwickelung leicht löslich. Auf heißer Salzsäure entzündet es sich. Bein*Hitzen an der Luft oder in Sauerstoffgas verbrennt es mit blendend weißer Flamme zu Mag"^Mit Sauerstoff scheint es nur in einem Verhältniß, zu Magnesia, sich zu verbinden, in »> cl( Lbeide Elemente zu gleichen Atomen enthalten sind. Die Magnesiasalze sind, sofern sie inlöslich sind, stets durch einen bittern, unangenehmen Geschmack ausgezeichnet. Aus ihren Lösuj'^fällt Ammoniak nur die Hälfte der Base und bei Gegenwart eines Ammoniaksalzes gar i 11 *^Netzende und kohlensaure Alkalien erzeugen darin einen weißen, gelatinösen Niederschlag,Salmiaklösung leicht löslich ist. In ammoniakalischen Lösungen fällen lösliche Phosphorsäurest^,krystallinische phosphorsaure Ammoniakmagnesia. Kohlensaure Magnesia findet sich natürlmamorphem oder krypto-krystallinischem Zustande als Magnesit und krystallisirt als Bitterspath- *' ^terer ist meistens stark mit kohlensaurem Eisenoxydul u. s. w. verunreinigt, ersterer dagegen ost ^vollständig rein. Der Magnesit von Frankenstein in Schlesien enthält z. B. weniger als Vi'Äfremde Beimengungen. In Verbindungen mit wechselnden Mengen, meist jedoch mit ;Aequivalente kohlensaurem Kalk, als Dolomit, bildet die kohlensaure Magnesia ganze Gebä ,Massen. Aller natürlich vorkommende kohlensaure Kalk soll überdies eine geringe Menge kov^saure Magnesia enthalten. Die unter dem Namen Magnesia alba oder auch kurzweg Mag^übekannte Substanz ist eine Verbindung von kohlensaurer Magnesia und Magnesiahydrat, .dadurch erhalten wird, daß man den aus Bittersalzlösung durch kohlensaures NatronNiederschlag von einfach kohlensaurem Salz mit der Flüssigkeit erhitzt, wobei ein Theil der j. c itsäure entweicht und dadurch gleichzeitig dem Niederschlage eine überaus lockere Geschasst'^ertheilt, die dieser auch nach dem Auswaschen und Trocknen behält und deren Grad die Gütewenigstens die Verkäuflichkeit des Präparats bedingt. Der Gehalt an Kohlensäure ist je nack' t .Dauer des Kochens und der Concentration der Flüssigkeiten verschieden. Bei möglichst lange T ^gesetztem Auskochen mit Wasser scheint sich dreiviertel kohlensaure Magnesia zu bilden,letztere findet sich auch natürlich als Hydromagnesit. Kieselsaure Magnesia in verschiedenen