374 Magnetismus, Magnetnadel
Chloritschiefers in Tirol, Norwegen und Nordamerika. Der mehr verbreitete derbe Magnes^bildet krystallinisch grobkörnige oder dichte Massen von weißer oder gelblicher Farbe, welche zu-weilen in ausgedehnten Gängen andere Gesteine, namentlich bittererdehaltige, z. B. Serpentw-durchsetzen oder ihnen stockförmig, in Trümmern und Nestern eingelagert sind.. MassenhafteHäufungen der Art kommen bei Gloggnitz in Oesterreich, Hrubschitz in Mähren, Baumgarten unFränkenstein in Schlesien vor und eignen sich, da sie bis auf kleine Mengen von Eisenoxydsund Kieselsäure aus reiner kohlensaurer Magnesia bestehen, zur Verarbeitung auf die als ArzneuMittel viel gebrauchten Magnesiapräparate. So liefern namentlich die mächtigen schlesism^Ablagerungen den Fabriken künstlicher Mineralwässer ein vortreffliches Material zur Entwickelungsehr reiner Kohlensäure und in der rückständigen schwefelsauren Magnesia (Bittersalz) ein wert-volles Nebenproduct.
Magnetismus, Magnetnadel. I. Physikalisch. Gewisse eisenhaltige Mineralien ze^lsdie Eigenschaft, Eisen anzuziehen und festzuhalten. Diese nennt man Magnete und, dasie siai^der Natur vorfinden, natürliche Magnete. Das Eisen selbst, welches vom Magnete angezo^stwird, bezeichnet man als eine magnetische Substanz. In frühern Zeiten hielt man das Eisen für ^einzige magnetische Substanz. Es hat sich aber gezeigt, daß noch mehrere andere Metalle, so 5-
Nickel, Kobalt, Chrom u. s. w-, ebenfa^-M Lurch den Magnet angezogen werden-
und auch Liese rechnet man daherzu den magnetischen Körpern. Der 3^netismus der natürlichen Magnete kaN ^durch gewisse Manipulationen auflerne Gegenstände übertragen werd^welche ihn festhalten und dann selbst 1Eigenschaften der natürlichenannehmen.
Man nennt solche K^rpkünstliche Magnete. Bei 3 eltalU §Beobachtung eines natürlichen oderkünstlichen Magnets zeigt sich, daß ^anziehende Kraft desselben nicht an mPunkten gleich stark entwickelt ist.
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findet im Gegentheil zwei Stellen, an denen sie besonders stark hervortritt. Diese liegen gewöh^^an den Enden und werden die Pole des Magnets genannt. Zwischen beiden Polen si"^ , „eine Stelle, welche gar keine anziehende Kraft besitzt, die sogenannte neutrale Zone. 3»'kann sich diese Verschiedenheit sehr deutlich vor Augen führen, wenn man einen Magnetstab ^einem Blatt Papier bedeckt und Eisenfeilspäne darauf streut. Die Eisentheilchen ordnenI*dann ganz regelmäßig auf dem Papiere an; am dichtesten häufen sie sich in der Nähe derund bilden von dort aus eigenthümliche Curven, die um die Mitte des Magnets gebogen sutij. ^von einem Pole zum andern gehen. In der neutralen Zone PVdagegen keine Anziehung statt. Daher liegen hier die Eisenthe>>Efast regellos. (Fig. i.) ., t
Hängt man einen Magnet mit Hülfe einer Hülse von (oder Kupfer (Fig. 2) in horizontaler Lage auf, so beginnt er undem Einflüsse der Erde zu schwingen und nimmt zuletzt eine ^ u ^ c L|tan, in der seine Axe von Süden nach Norden gerichtet ist. ^Liederb^man diesen Versuch mit demselben Magnet mehrmals hintereümU^,so bemerkt man, daß er stets dieselbe Ruhelage einnimmt,Magnetstäbe, die nebeneinander in gewisser Entfernung alt ^ ^eit
sind, stellen sich in paralleler Richtung zueinander. Mit demdes magnetischen Meridians bezeichnet man die verticalewelche man sich durch die Axe eines frei aufgehängten und zur ^gelangten Magnets gelegen denkt. Der magnetische Meridian fällt nicht genau mit dem ge§M,phischen zusammen. Der Winkel, um welchen beide voneinander abweichen, wird die DeclinaNgenannt; dieselbe ist östlich oder westlich, je nachdem die nach Norden gerichtete Hälfte desstabs auf der West- oder Ostseite des geographischen Meridians liegt. Auf verschiedenen .der Erde ist die Declination sowol ihrer Größe als auch ihrer Art nach verschieden. "worden gerichtete Pol eines Magnets heißt der Nordpol, der andere der Südpol.