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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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417
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Mandelkleie Mandelkrähe 417

Sag Spreche ist ebenfalls sehr erschwert, der Ton der Stimme klanglos; der Mund kann oftur mit Mühe und sehr wenig geöffnet werden. Ohrenbrausen, Ohrenschmerzen, schlechter Geschmack^ Munde, Uebelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, selbst Delirien und beängstigende Athemnoth>nd bei den schwerern Fällen in den ersten Tagen der Krankheit ziemlich häufig. Bei den leich-ern Formen der Mandelentzündung läßt das Fieber schon nach 2—3 Tagen nach, ist sehr un-edeutend oder fehlt wol ganz bei solchen Kranken, welche bereits oft an Halsentzündungen litten,-. die ganze Affection kann mit der Abschwellung der Mandeln in etwa einer Woche beendigtIn schwerern Fällen hält das Fieber länger an, namentlich dann, wenn die Entzündung,as nicht selten ist, in Eiterung übergeht. Mit dem Aufbrechen des Abscesses schwindet aber das^gemeine Unwohlsein und die örtliche Beschwerde wie mit einem Schlage. Die Abscesse pflegenklm Erbrechen oder Husten in der Regel von selbst aufzubrechen; es geschieht dies nicht selten des^ächts; der Eiter wird verschluckt, und 'der Kranke bemerkt außer einem eiterartigen, süßlichenbschmack im Munde nichts von der Entleerung des Abscesses. Mitunter läßt diese zwei undbhr Wochen auf sich warten. Der Absceß pflegt schnell zu heilen, und nur seltener bleiben aberbald heilende Geschwüre zurück. In manchen Fällen und besonders dann, wenn der Krankemehrmals an Mandelentzündungen litt, bleibt eine dauernde Anschwellung (Hypertrophie) dertändeln zurück, welche die Sprache einigermaßen beeinträchtigt (der Ton der Stimme wird näselnd)zu häufigen Anfällen neuer acuter Entzündungen Anlaß gibt.

Die Behandlung der leichtern Mandelentzündungen beschränkt sich auf Ruhe, den fleißigen. E»nß warmer schleimiger und leicht schweißtreibender Getränke (Althee, Fliederblüten u. s. w.),^ Gebrauch milder Gurgelwässer (Abkochungen von Malven, Feldkümmel, Salbei u. s. w.),"leitender Fußbäder und die Sorge für regelmäßige Leibesöffnung (Lavements, Magnesia,^"Mortartari u. s. w.). Der Arzt kann mitunter durch möglichst frühes Bestreichen der Mandeln. lt , Höllenstein, pulverisirtem Alaun u. s. w. den Gang der Entzündung bedeutend abkürzen. InZimmern Fällen hat zwar der Laie ein ähnliches Verfahren zu beobachten, der Arzt hingegenschmal noch Brechmittel, stärkere Abführmittel, Blutentziehungen, warme Breiumschläge, bei^"ßer Athemnoth künstliche Eröffnung der Abscesse, bei Bildung brandiger Geschwüre stärkerewiederholte Aetzungen der Mandeln (mit Höllenstein, Schwefelsäure n. s. w.) hinzuzufügen,sitzen die Mandeln nach gehobener Entzündung dauernd.geschwollen, so ist durch wiederholtes^"streichen mit Aetzmitteln eine Rückbildung und Verkleinerung derselben anzustreben oder, wonicht ausreicht und gleichwol wegen Beeinträchtigung der Stimme und des Athmens oder^gen sich häufig einstellender Rückfälle acuter Entzündung eine Entfernung derselben gebotenscheint, dieselbe durch Ausschneidung zu vollziehen, eine Operation, welche mit Hülfe eines eigensier äu construirten Instruments fast ganz schmerzlos und schnell zu beendigen ist.a Mandelkleie. Die Mandelkleie ist der fein gestoßene Rückstand süßer oder bitterer Mandeln,uz denen das fette Oel durch Auspressen möglichst entfernt ist. Sie enthält von letzterm übrigensfilier noch genug, um mit dem Casem der Mandeln, einem Stoffe, den manche Chemiker unterNamen Amandin als einen besondern bezeichnen, der aber von dem gewöhnlichen Pflanzen-J ei n nicht wesentlich verschieden zu sein scheint, und wenig Wasser eine milchartige Flüssigkeit zu.aden und gibt daher ein äußerst mildes und der Haut wohlthuendes Mittel zum Reinigen derw. Sie wirkt dabei theils mechanisch, theils eben durch die Eigenschaft der Eiweiß-

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mit den Fetten eine Emulsion zu bilden, weshalb sie den auf der Haut stets sich bildenden^Unen Fettüberzug besser fortnimmt als reines Wasser. Da die Kleie der bittern Mandeln außerj!" beiden Mandelarten gemeinschaftlichen Emulsin auch noch Amygdalin (vgl. Bd. I, S. 352),die zur Bildung des Bittermandelöls nöthigen Stoffe enthält, so bildet sich dieses beim Ver-buchen mit Wasser und ertheilt dadurch der Waschflüssigkeit einen angenehmen Geruch. DieserRere pflegt, wenn die Mandelkleie besonders znm Toilettengebrauch vorgerichtet wird, wol noch^ch Zusatz anderer Essenzen erhöht und modificirt zu werden. Zur Darstellung eines Präparatselegantem Aeußern kann man die Mandeln, am besten eine Mischung von süßen und bit-J?» vor dem Pressen schälen. Häufig wird auch ein wenig Seifenpulver zugesetzt. Andere^Uätze, wie Reismehl, gepulverte Veilchenwurzel u. s. w., können höchstens die äußern Eigen-^^sten auf Kosten der Brauchbarkeit verbessern.

- Mandelkrähe, Blauracke, blauer Rabe, Birkheher (Coracias garrula, s. d. Abb.) heißtJ 1 schöner, prachtvoll blaugrüner und lasurblauer Vogel von der Größe einer Turteltaube,hell zimmtfarbenen Rücken und grün, braun, violett und grau gemischten Schwanz hat, imstl im mittlern Deutschland eintrifft und im September wieder wegzieht. Der schwarze Schna-^°us- und Familien-Lexikon. V. 27