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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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433
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Marienglas Mark 433

der Cur der Bleichsucht zu concurriren. Eben dieser Eisengehalt ist es, in Verbindung mit derVerdauung befördernden Wirkung der Kohlensäure, welcher der sonst allzu leichten Schwächunge § Körpers durch die marienbader Brunnen entgegenarbeitet. Dagegen ist Marienbad für alle,^lche zu Schlagfluß und überhaupt zu Blutwallungen nach oben neigen, nur mit großer Vorsicht»" gebrauchen. Hatte schon die Natur ihre Reize über Marienbads Umgebung ausgebreitet, sobie Kunst nicht das Ihrige versäumt und einen großen herrlichen Park aus dem Kesselthale^bildet, welches den Ort vor rauhen Winden schützt und nur der warmen Luft Einlaß bietet.>e Cureinrichtungen sind nach allen Seiten hin tadellos zu nennen, die geselligen Verhältnisse"genehm. Die Preise sind so verschieden, daß niemand unter der großen Zahl der Gasthöfe und^uvatwohnungen vergeblich nach passenden Verhältnissen suchen wird, denn man findet hier Woh-für 2—12 Thlr. per Woche, und ebenso verschieden sind die Preise anderer nothwendiger^ dbürfnisse. Schon dadurch bedingt sich der verschiedene Besuch Marienbads und erhöht den Reize * Aufenthalts daselbst durch buntern Wechsel als sonstwo. Aber auch die große Zahl der Cur-8"ste ist neben dem Werthe der Heilquellen auch hierin mit begründet, und so ist Marienbad mitzu dem Range eines der berühmtesten Bäder Europas gelangt.

Marienglas, Frauenglas, Fraueneis, wird der zu großen Krystallen ausgebildete Gyps^Uaunt, wie er in den Gyps- und Stesnsalzsormationen verschiedener geologischer Perioden sowieder Braunkohlenformation, den Blasenräumen des Basalts und verschiedener Laven auftritt.^ . besitzt eine große Spaltbarkeit, sodaß es sich zu sehr dünnen Blättchen zertheilen läßt. Eineblondere Anwendung findet es eben nicht; es wird nur gleich anderm Gyps nach dem Brennen»"m Gypsmörtel u. s. w. verwendet.

£ . Mariuiren heißt, Fleisch während einiger Zeit in Essig, dem man Kräuter und Gewürze^gefügt hat, aufbewahren, um ihm größern Wohlgeschmack zu verleihen.

. Mark. 1) Gewicht. Die Mark ist ursprünglich ein deutsches Münzgewicht und ausb>n altrömischen Pfunde von 12 Unzen entstanden, welches in dieser Anwendung allmählich bis^"k zwei Drittel seines anfänglichen Gewichts, auf 8 Unzen oder 16 Loth, verringert wurde.." l eine weitere Verringerung zu verhüten, versah man die Gewichtsstücke mit einem Zeichen,'""Marke, daher der Name Mark, welcher schon im Jahre 1042 erscheint. Bei der hohenE°Pf>chen und commerziellen Bedeutung der Stadt Köln nahm man das Gewicht von 16 Loth^/"isch ^ y 2 Pfund kölnisch als Norm an, und diese kölnische Mark ist bis in die neueste Zeit'b Einheit des deutschen Münzgewichts gewesen sowie auch die des deutschen Gold- und Silber-nichts, Mchem sjx noch j e |jt mehrfach in Anwendung ist (f. u.). Mit der Zeit traten durch^ e bbngynauigkeit der Copien der kölner Muttermark Abweichungen zwischen den verschiedenen^"tschen Marken ein, und die kölnische Mark war nicht überall mehr genau von gleicher Schwere,w in den Nachbarländern kam eine Mark in Anwendung, die dort theils die Hälfte, theils" Drittel des Landespfundes vorstellte. Die alte kölnische Mark, deren Urgewicht verloren^Zangen ist, wiegt nach Maßgabe des ältesten in Köln noch vorhandenen Exemplars 233 , 81-23-""zvsischx Gramm oder 0,4678-24« neue deutsche Münzpfuud; in dieser Schwere wurde sie im"hre 1830 in Leipzig eingeführt. In Preußen wurde die Mark in der Maß- und Gewichts-"Ung von 1816 aus die Hälfte des (vom kölnischen Pfunde stammenden) preußischen Handels-lllüdes gesetzt, — 233,8555 Gramm, und diese Mark diente von 1837 bis ins Jahr 1857 als'""Mark der Zollvereinsstaaten. Durch den Wiener Münzvertrag vom 24. Jan. 1857 ist inN" "bn Staaten, welche ihn abgeschlossen, und somit im größten Theile von Deutschland, alsAbwicht an Stelle der Mark das neue Pfund von 500 Gramm getreten, und das Nämlichesjj,.!" den meisten der übrigen deutschen Staaten der Fall gewesen, welche, ohne dem gedachten^ ^"z"crtrage beizutreten, das oben erwähnte Pfund als Einheit des Landesgewichts angenommene e ", sodaß die vorherige Mark als Münzgewicht gegenwärtig nur noch in Bremen (f. u.),"nd 9 ^ (f- lu ) unb Lübeck (iüo sie = 233,855 Gramm) in Anwendung ist. (Schleswig-Holstein^ . "auenburg haben kein eigenes Münzgewicht und keine eigene Münze, seit dort gesetzlich der^ uche Münzfuß eingeführt ist.) In Oesterreich war die (wiener-) kölnische Mark — 233,870bie^a!^ ' mcin batte aber neben derselben die besondere, schwerere österreichische oder wiener Mark,Wülste des österreichischen Pfundes, — 280,644 Gramm — 1 Vs wiener-kölnische Mark.Hell '^"ischb Mark wurde eingetheilt in 8 Unzen, 16 Loth, 64 Quentchen, 256 Pfennige, 5124020 kölnische As (s. As), 4352 Eschen oder 65536 Richtpfennigtheile. GewöhnlichHir»^ ">an sie ehemals = 4864 holländischen As, während die wahre kölnische Mark inbchkeit 4864,68 holländische As wog; dieser annähernden Vergleichung entsprechend theilteund Familien-Lexikon. V. 28