436 Maschine
Die Maschine darf nur durch eine treibende Kraft in Bewegung gesetzt werden, um ohneihre Aufgabe regelmäßig und ohne Unterbrechung zu vollenden; sie verlangt nur eine zettwerBeaufsichtigung. Je complicirter die Leistung ist, welche von der Maschine verlangt wird, umcomplicirter wird auch die Maschine selbst sein müssen, um so sorgfältiger muß sie gearbeitet seund um so mehr Achtsamkeit nimmt sie von feiten des Wärters in Anspruch.
In frühern Zeiten, als das Maschinenwesen sich noch in seiner Kindheit befand, kannte mnur solche Maschinen, welche die allergewöhnlichsten und einfachsten Arbeiten auszuführen vemochten; je weiter aber die Technik sich ausbildete, desto mehr verzweigte sich auch das 2 )lafw ,ll£ j 'Wesen. Es verhält sich hiermit gerade so wie mit der menschlichen Arbeit im allgemeinen,sprünglich war e? Brauch, daß jede technische Beschäftigung von einem bestimmten Arbeiter v»Ansang bis zu Ende durchgeführt wurde, sodaß der betreffende Arbeiter mit allen einzelnen The> cdes Geschäfts genau vertraut sein mußte. Je mehr und mehr aber die Arbeit sich ausbildete,so weiter entfernte man sich auch von diesem Wege. Das Vollenden der Arbeit und das **u-führen der einzelnen Theile derselben wurden allmählich getrennte Dinge; die Arbeitstheiiu ;gelangte zur Herrschaft, und mit ihr begann auch erst der industriose Auffchwung unsererJetzt, wo die Arbeitstheilung eine seltene Vollendung erreicht hat, gehen scheinbar sehr einfa ^Fabrikationsgegenstände mitunter durch viele Hände, bevor sie vollendet sind; jeder der Arbeihat dann nur eine ganz beschränkte und sich immer gleich bleibende Thätigkeit an der dortig"des Gegenstandes auszuführen. Auf diese Weise wurde also eine zusammengesetzte Arbeit in 1einzelnen Theile zerlegt, und nun war es leicht, für diese Theile statt der menschlichen HandMaschine eingreifen zu lassen, sodaß dann an der Vollendung des Gegenstandes nicht einer, fdein viele Menschen arbeiteten. Ein Beispiel wird dies anschaulich machen. Die scheinbar 1einfache Arbeit des Spinnens wurde in den ältesten Zeiten und auch jetzt noch (5. B. von Schönmit der Spindel ausgeführt. Diese besteht aus einem spindelförmigen Holze, auf welchem fen» ^zur Axe eine kleine Scheibe von Blei befestigt ist. An der Spitze der Spindel wird von der iverspinnenden Faser etwas befestigt. Diese hält man in der Hand zwischen den befeucht^Fingern fest und versetzt nun die Spindel in eine Drehung, während man sie an demF'Mschwebend hält. Indem diese Drehung von statten geht, läßt man allmählich zwischen den Fingmehr und mehr von den Fasern durchgleiten, welche, sobald sie die Finger verlassen, sofort ämeugedreht werden und sich zu einem Faden verlängern. Die erste Verbesserung dieser ursprn .lichen Methode wurde durch das Spinnrad erreicht, welches bereits eine kleine, wenn auch nnr',unvollkommene Maschine ist. Gegenwärtig ist bekanntlich die Spinnerei einer der Hauptindn!zweige und wird von Anfang bis zu Ende durch Maschinenthätigkeit ausgeführt, sodaß die memliche Hand sehr wenig dabei zu thun hat. Sehen wir zu, in welcher Weise es gelungen ist, wArbeit, welche auf den ersten Anblick der menschlichen Hand nothwendig zu bedürfen t"A lCl 'maschinenmäßig auszuführen. Beim Handspinnen zieht die Hand zuvörderst die Faser aus fsogenannten Rocken heraus, streckt sie ein wenig, damit der Faden gehörige Dicke und vollständßGleichmäßigkeit erlangt, führt sie dann durch das Instrument, welches die Drehung voran n 'und endlich auf die Spule, welche die Aufwickelung besorgt. Wie man sieht, besteht die Ho" ^fache des Geschäfts in dem vorsichtigen und genauen Herausziehen und Glattstrecken der 8^^Um dies mit Maschinen auszuführen, waren ziemlich complicirte Einrichtungen nöthig- ~Baumwolle, an der die Maschinenspinnerei sich namentlich ausgebildet hat, wird zunächst,aus den Verpackungen kommt, durch eine Maschine, die sich sehr schnell um ihre Axemit Zähnen besetzt ist, gehörig aufgelockert, sodaß sie als ein loses Haufwerk daraus ho"vor ^Die Fasern liegen hier vollständig unregelmäßig durcheinander. Ist dies geschehen, so kosie in die zweite Maschine. Diese vollendet die Auflockerung und Reinigung. Sie besteht ^einem starken eisernen Lineal, welches an ein paar Armen so an einer Welle befestigt ist,sich um dieselbe wie der Mantel eines Cylinders herumdreht. Die Geschwindigkeit dieser Dreist sehr groß. Indem es diese Bewegung ausführt, wird ihm die aufgelockerte Baumwolle ^geboten; diese, nachdem sie gehörig durchgeschlagen ist, wird mit Hülfe einer Siebtromme^eines Ventilators von allen Unreinigkeiten befreit und geht dann zwischen zwei Walzen hin ' £welche aus dem lockern Haufwerk durch Druck eine breite, sogenannte Watte von bestimmterherstellen. Infolge der Krümmung der einzelnen Baumwollfasern besitzt eine solche Wattegewissen Zusammenhang. {Die Fasern liegen aber nun noch alle kreuz und quer durcheinM ^Jetzt kommt eine andere Maschine,, welche die Parallellagerung derselben vorzubereiten ha 'Kratze oder Krämpel. Auf dieser wird aus der Watte durch Kratzen mit einem eigenthüm ^Instrument ein sehr dünner Flor hergestellt, welcher wiederum die Breite der Watte, abe