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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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437
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Maschine 437

Außerordentliche Zartheit besitzt. Indem dieses Vlies, wie es in der Technik genannt wird, durchkwe^trichterförmige Oeffnung geht, wird es zu einem schmalen Bande vereinigt, welches ungefährse stärke von zwei Fingern besitzt. Die Parallellagerung der Fasern ist aber bei weitem nochu^cht vollendet. Diejenige Maschine, welche diese hauptsächlich besorgt, ist das sogenannte Streck-,werk. Ez besteht dasselbe aus zwei Paaren kleiner Walzen. Das vorderste Paar, welches das^ aumwollband ergreift, dreht sich mit geringerer Geschwindigkeit als das Hintere Paar, durchWelches jenes nachher passirt. Aus diese Weise muß nothwendig eine Ausziehung des Bandes inet Länge stattfinden, eine Operation, welche ganz dem Ausziehen der Wollfaser beim Handspinnenwtttels der Finger gleicht. Man begnügt sich aber keineswegs, diese Ausziehung ein einziges malAusführen zu lassen, sondern nimmt'dann mehrere solcher Bänder zusammen, streckt diese wiederumund so fort, bis der gewünschte Grad von Parallellagerung erreicht ist. Wir haben also hier eine^oinbiaation von fünf Maschinen, bei denen aber jede einzelne, streng genommen, wieder mehrereOperationen ansführt. Man sieht, wie die Arbeit des Spinnens in ihre einzelnen BestandtheileErlegt und wie es dadurch möglich geworden ist, die Maschine zu verwenden.

Man unterscheidet Kraftmaschinen, Zwischenmaschinen und Arbeitsmaschinen.® le _ ^cafiTHaf^inen dienen zur Umwandelung der Naturkräfte in nützliche Arbeitskraft. Es istsuselben in diesem Werke ein besonderer Artikel gewidmet. Die Zwischenmaschinen übertragen>u den Kraftmaschinen producirte Kraft aus die Arbeitsmaschinen oder verbinden auch ein-^me Theile irgendwelcher Maschinen miteinander. Bei jeder Maschine kommt es nämlich daraufun, eine Bewegung zu erzeugen. Diese Bewegungen können entweder rotirende oder hin und^ gehende sein. Bei den Kraftmaschinen strebt man immer danach, zuvörderst eine rotirendeBewegung von gehöriger Kraft zu erlangen; so bei den Dampfmaschinen die Drehung der Haupt-^blle, auf welcher das Schwungrad sitzt, bei den Wasser- und Windmühlen die Drehung der8wßen Welle, welche das Wasserrad oder die Windflügel trägt, u. s. w. Die Arbeitsmaschinen,Welche die eigentliche Arbeit auszuführen haben, brauchen nun bald eine schnelle, bald eine lang-|? me , bald eine rotirende, bald eine von rechts nach links oder von oben nach unten gehendeBewegung u. s. w. Deshalb muß man Mittel besitzen, eine rotirende Bewegung in eine hingehende oder umgekehrt, eine hin und her gehende in eine rotirende zu verwandeln. Ebenso!""ß Man aber auch eine rotirende wieder in eine rotirende und eine hin und her gehende wieder! n eine hin und her gehende überführen können. Endlich muß man es in der Gewalt haben, eine,?Wsame Bewegung in eine schnelle oder umgekehrt eine schnelle in eine langsame, eine continuir-sch wirkende in eine stoßweise u. s. w. zu verwandeln. Zwischenmaschinen, welche zur AusführungE'uer rotirenden Bewegung in eine hin und her gehende dienen, sind z. B. das Excentric (s. Dampf-/llchine), die Trommel mit dem Seil, welche bei der Erdwinde Anwendung findet, die Schraubewie @nbe mit Zahnstange u. s. w. Zur Erreichung des umgekehrten Zwecks bedient man sich^st der Kurbel mit Leitstange, wie solche vom Balancier der Dampfmaschine aus auf dasSchwungrad wirkt. Rotirende Bewegung wieder in rotirende Bewegung überzuführen, gelingt^ch Zahnräder und durch Riemenscheiben. Erstere wendet man an, wenn die bewegende Welle. ^ bewegenden nahe steht, letztere, wenn beide voneinander entfernt sind. Was die Richtung^ Unrdrehung betrifft, so kann man dieselbe sowol im gleichen wie auch im umgekehrten Sinne^Wlgen lassen. Will man bei Zahnrädern die gleiche Richtung hervorbringen, so sind drei anzu-, enden, im umgekehrten Falle nur zwei. Bei Riemenscheiben führt man den Riemen entweder^nfach über 6 e ibe Scheiben und erhält so eine Bewegung im gleichen Sinne, oder läßt die Riemenkreuzen und erzielt dann eine entgegengesetzte Drehung. Die Arbeitsmaschinen sind so ver-mieden und mannichfaltig wie die auszuführenden Arbeiten selbst. Ihre Zahl ist außerordentlichund vermehrt sich mit jedem Tage. Die Lehre von der Construction und Thätigkeit der^beitsmaschinen ist Gegenstand der mechanischen Technologie.

Die Ausbildung des Maschinenwesens verdanken wir namentlich England. Andere Länder,Frankreich, Amerika, Deutschland, folgten später. Amerika aber ist, was die Großartigkeit, ^ Masse der Leistungen betrifft, hinter seinem Mutterlande keineswegs zurückgeblieben, sondern^"llelbe in der neuesten Zeit zum Theil bei weitem überflügelt. Welcher unendliche Eultur-^ Ichritt in der Ausbildung des Maschinenwesen» liegt, bedarf keiner ausführlichen Erörterung,j ar ßeeben die Anfänge desselben fast überall aus mehr oder weniger großen Widerstand gestoßen,em die Arbeiter, denen durch die Maschinen ihre Beschäftigung geraubt wurde, in der Maschineten Todfeind erblickten, welcher gekommen sei, um sämmtliche Arbeiter brotlos zu machen. Diesbv-0 so weit, daß sogar in einzelnen Staaten die Einführung der Maschinen eine Zeit lang Ver-ben war. Indessen mußte man sich doch bald überzeugen, daß, wenn auch die Maschine zeit-