Maß und Gewicht 443
üür die Ermittelung des räumlichen Maßes eines Dinges bedürfen wir außerhalb desselbengender materieller Mittel, der concreten Maße, der sogenannten Maßstäbe und Gemäße, welchee Einheiten der Maßgattungen oder deren Mehrfaches und deren Theilstufen darstellen. Für^ Ermittelung des Gewichts einer Sache ist das Gleiche der Fall; es sind aber außer den Ge-jauch noch die Instrumente der Wägung (Wagen) erforderlich. (S. Gewicht.) DaSubftanz, aus welcher ein concretes Maß (ein Maßstab u. s. w.) hergestellt ist, durch dieWanderung der Temperatur auch Veränderungen ihrer Ausdehnung, wenngleich für das ge-e We Leben ziemlich bedeutungslosen, unterliegt, so kann jedes solche Maß nur bei einem be=tm Tkmperaturgrade seine wahre, seine gesetzliche Größe haben, und bei gegenseitigen Ver-q et T )Un 9 m verschiedener Maße muß daher auf die gesetzliche Normaltemperatur gehörige Rücksichtvjumen werden, nicht minder aber auch auf den Stoff des Normalmaßes, da die verschiedenenUbstanzen (bei den Normaletalons der Längenmaße sind dies Metalle) eine verschiedene Aus-Mung haben. Die Rücksichtnahme auf diesen Umstand kommt insbesondere bei wissenschaftlichen. büen und namentlich bei der Herstellung der gesetzlichen Maßmustcr oder Muttermaße sowieFeststellung der gegenseitigen Verhältnisse der Maße verschiedener Staaten und beim Aichen,' in Betracht. Bei den erstgedachten Operationen sind, da es dabei auf die größte Genauig-ankommt, eine Menge Rücksichten auf physikalische Einflüsse zu nehmen, die wir hier nichterörtern können, wie z. B. auf die Wärme, welche dem Körper des Experimentirenden^ nrömt. Das Original des französischen Meters aus Platin hat seine wahre Länge bei 0°
. hundertteiligen Thermometers. unb repräsentirt (s. o.) 443, 2 gs alte pariser Linien dernrnen sogenannten Toise von Peru, diese in ihrer Normaltemperatur von Z- 16s/^° des^"^Utheiligen Thermometers oder 4- 13° R. Die Betrachtung der Bedingungen der Maßedes Messens, der Zweckmäßigkeit herzustellender Maße und ihrer Construction sowie der^ ^äuchlichea Normen, dann die specielle Beschreibung dieser Normen (ihrer Größe) sind der. dgenstaad einer besondern Wissenschaft, der Maßkunde oder Metrologie. Die ersterwähn-' Verhältnisse, der allgemeine Theil, sind an der neuesten Zeit von Dove (in seiner Schrift^ eher Maß und Messen") in gedrängter und sehr verständlicher Form behandelt worden.^,deschrxchxndb Theil, welcher die Vergleichung der in der Wirklichkeit dienenden vielfachen^^örößen der einzelnen Länder und Orte einschließt, hat die eingehendste Behandlung gefunden»nd ^ r ‘ unb Fr. Noback (in deren Werken: „Vollständiges Taschenbuch der Münz-, Maß-leln ^^chtsverhältnisse" und „Münz-, Blaß- und Gewichtsbuch"). Die wichtigsten der ein-Maßgrößen sind in dem vorliegenden Werke unter dem Namen derselben behandelt.h,n ^ Hauptklassen der Maße werden je nach dem besondern Zwecke gewöhnlich in Untergat-getrennt, und man unterscheidet hauptsächlich folgende Kategorien:
^Längenmaße. 1) Fußmaße (für Gewerbe und Künste; an manchen Orten hat man einen^.°"^rn Werkfuß, einen besondern Baufuß); 2) Ellenmaße (besonders für Gewebe, häufig ge-^ie tn? e ' ne ^gene Leinwandelle, eine Wollelle it.- s. w.) ; 3) Klafter - und Ruthenmaße (füra) du bssvng größerer Längen, der Straßen, der Meerestiefen u. s. w.); 4) Bergwerksmaße;^ " i ~ e äe= oder Meilenmaße. Außerdem besondere Garnmaße u. s. w.
^ H- Flächenmaße. 1) Geometrische (die Quadrate der Fuß- und Ruthenmaße, zur Bestim-z "3 der übrigen Flächenmaße); 2) geographische (für die Messung ganzer Ländergebiete, aus>u »^"udraten der Meilenmaße bestehend); 3) Feld-, Land- oder Ackermaße (häufig geschieden"^d- und Waldmaße, bisweilen noch andere Unterkategorien aufzählend).
^ Körpermaße oder Inhalts maße. 1) Kubikmaße (die Würfel der Fußmaße, zur Bestim-^ s>g der übrigen Körpermaße); 2) Holzmaße (besonders für Brennholz): 3) Trockenmaße oder^ ^ideuiaße (Fruchtmaße, für Getreide, Sämereien, Mehl, Salz und andere trockene schüttbarebisweilen getrennt in selbständige Getreidemaße, Salzmaße, Kohlenmaße u. s. w.);'l>eitz ^gkeitsmaße (oft besondere Wein- und Branntwein-, Bier-, Oelmaße u. s. w.). Die^tztern Maßgattungen bilden die Hohlmaße, nach der Gestalt der sie repräsentirenden’^ e t,on meist cylindrischer Form. Vielfach kommen noch eigene Maße vor für Bruchsteine,' s. w. ^
JJtan sieht leicht ein, daß eine so große Vielfältigkeit, wie das eben gegebene Schema siedex welches aber in der Wirklichkeit oft noch viel complicirter erscheint, weder durch die Natur^>ie a ac ^ e Ü^boten, noch auch zweckmäßig ist. Man ist daher in der neuesten Zeit bemüht gewesen,? ^ er ^^gvttungen zu beschränken, und die neu aufgerichteten Maßsysteme geben fastfron ein Minimum von Normen. Am gleichförmigsten verfährt in dieser Rücksicht das
^sische metrische System, welches folgende Hauptstufen enthält: für Längen 1) das Meter