452 Mauer und Wand
mit Strohlehm (mit gehacktem Stroh vermischtem Lehm) ausgefüllt. Die mit Lehm und Stroh-lehm ausgefüllten Fachwerke werden Stakwände und Wellerwände genannt.
Wände, welche aus massiven, zum Theil beschlagenen Hölzern hergestellt werden, nennt maBlockwände, Schrotwände, dagegen aus Bohlen, Pfosten und Bretern zusammengesetzte Bohle"--Pfosten- und Bretwände Breterwände.
Die Steinmauern werden aus einzelnen Steinen zusammengesetzt, zusammengefügt, I 'mauert. Die gesetzmäßige Art und Weise, einzelne Steine zu einer Mauer zusammenzusetzen, 0s £die gegenseitige Lage der Steine in einer Mauer nennt man-Verband, Manerverband, eine Rewnebeneinander liegender Steine Schicht, Lage. Für jede Art des Mauerverbandes, mögen natu>>liche oder künstliche, regelmäßige oder unregelmäßige Steine als Mauermaterial dienen, isi >---Regel, dieselben so neben- und übereinander zu legen, daß die engen, senkrechten Räume zwisastden aneinander liegenden Steinen, die Fugen, immer durch ganze Steine überdeckt werden,dieselben in den Schichten abwechseln.
Das gesetzmäßige Zusammensetzen der Bausteine ohne besondere gegenseitige Verbindung der-selben würde in den seltensten Fällen den Mauern die nöthige Festigkeit und Stabilität verleihe"-Um nun diese Festigkeit herzustellen, verbindet man entweder die einzelnen Steine nrittels(Klammern, Anker), oder man füllt die Zwischenräume zwischen den Steinen, die Fugen, mit Bn"Moos, Erde oder mit Mörtel (s. d.), Kalk-, Cäment- oder Lehmmörtel, aus. Mauern, ® ereI (Steine nur mittels Klammern oder Anker verbunden, oder deren Fugen mit Blei, Moos ""Erde ausgefüllt sind, nennt man trockene Mauern, zum Unterschiede von denen, deren ® ttnlmittels breiartiger, erhärtender Stoffe (Mörtel) verbunden werden. Das Ausfüllen cHerstellen der Mauerfugen mit weichen Materialien, wie Blei, Moos u. f. w., oder Mörtparten hat den Zweck, das Rollen oder Rutschen, Abgleiten der, einzelnen Mauersteine zuhindern, d. h. denselben eine sichere, gleichmäßige Auflage zu gewähren und vermöge dersüllung, Dichtung aller Zwischenräume, Fugen, den Druck, welchen Steine oder Mauerth^erleiden, möglichst gleichmäßig zu vertheilen. Die Mörtel haben außerdem noch den Zweck, ^einzelnen Mauersteine zu einem Körper zusammenznkitten. Die Verbindung der Banste!"^Mauern mittels Mörtel ist in allen Fällen die zweckmäßigste und sicherste, sobald die Mört^die dem Mauermaterial und etwaigen andern lokalen Umständen entsprechenden EigensckM
hat. Gute Mauermörtel verbinden die einzelnen Mauersteine zu einer festen Mäste, zueinzigen cohärenten Körper und gewähren den Mauern größere Dauer und Stabilität,
auf trockenem Wege zusammengefügten Planern gewähren können. Je nachdem das Mauer»
eine'"
als die
rial, die Bausteine, mehr oder weniger regelmäßig, roh oder bearbeitet sind, lassen sich d>e 5Ansicht stehenden Seitenflächen die Häupter, Mauerhäupter, Bundseiten der Mauern mehr p,weniger glatt und eben herstellen, und man unterscheidet je nachdem glattes und rauheswerk. Die Seite oder Fläche eines Bausteins, welche zur Ansicht in das Mauerhaupt ko"""'heißt das Haupt, der Kops des Steins. t
Die unregelmäßigsten und rauhesten Mauern sind die von Feld- oder Lesesteinen üvon unbearbeiteten Bruchsteinen. Bei der Aufführung der Feld - und Bruchsteinmauern mnöthig,'große lagerhafte Flächen der Steine nach unten zu kehren, den Steinen ein guteszu geben und dann die Schichten möglichst wagerecht auszugleichen und die Zwischenräume ^großen Fugen mit kleinen Steinen, Füllsteinen, Zwickern auszufüttern, damit den nächstfolge"Schichten eine möglichst ebene Lagerfläche geschaffen wird. Bei Bruchsteinmauern vonDicke sucht man dadurch die Stabilität zu vergrößern, daß man in möglichst gleichmäßige" ^fernungen große, durch die Dicke der Mauer reichende Steine, welche man Ankersteine " eeinmauert. Um die durch die Unregelmäßigkeit und Unebenheit der Feld- und Bruchstei"^dingten starken Fugen zu verhindern, drückt oder zwickt man in dieselben kleine Steinbrocken, ö lsteine oder Zwicker. Ebenere und stabilere Mauern lassen sich von natürlichen, regelmäßig *P t(beiteten Steinen, welche Hausteine, Quader, Werkstücken genannt werden, herstellen. Die u"horizontale Fläche jedes regelmäßig bearbeiteten-Steins heißt die Bahn, die Sohle, das Lagdie horizontalen Fugen zwischen den Schichten nennt man Lagerfugen, die senkrechtenzwischen den Steinen Stoßfugen. Die Quadersteine oder Werkstücken haben meist ^epipedische Form und werden, wenn sie mit einer ihrer Flächen im Mauerhanpte, an der Bu" lliegen, Blendsteine, Häuptlinge genannt, und je nachdem sie mit einer ihrer langen SeiteMauerhaupte liegen, Läufer, und Strecker oder Binder, wenn sie mit einer ihrer kurzenim Mauerhaupte liegen. Steine, welche int Innern der Mauer liegen und mit keiner ^ y e(I iTageslicht berühren, nennt man Fültsteine oder Dunkelsteine. Sehr oft bestehen Ouaderina