454 Mauer und Wand
Mauern, welche nur y 2 Steinlänge oder 1 Steinlänge zur Dicke haben, kann wegen des oft sehtungleichen Maßes der Steine nur eine Seite (ein Haupt) derselben vollständig glatt und e ehergestellt werden. Man nennt die ebene Seite Bundseite. Mauern, welche 1 x / 2 Steinlängen udarüber zur Dicke haben, werden beiderseitig eben hergestellt und haben demnach zwei Bundiecte •Bei allen Mauern, deren Dicken nicht durch ganze Steine ohne Rest theilbar sind, also solche,
1 1 / 2 , 2 y 2 , 3 y 2 u. s. w. Steinlängen zur Dicke haben, wechseln in gleichen Schichten an den zweMauerhäuptern Läufer und Binder, sodaß, wenn an der einen Seite Binder im Mauerhaupliegen, an der andern Läufer dasselbe bilden und umgekehrt. Der Kreuzverband ist wegen degrößern Abwechselung der Läuferstoßfugen ein besserer, innigerer als der Blockverband, läßt staber nur mit gleichmäßigen Steinen ausführen. Für große Bauten, zu welchen Ziegel a"®®**'schiedenen Ziegeleien, deshalb oft sehr ungleiche verwandt werden, ist demnach der Blockverbangeeigneter. Auch wird der Vorzug desselben vor dem Blockverbande von vielen Praktikern wegcdes treppcnartigen Fugenwechsels (den Treppfugcn) bestritten.
Der gothische oder polnische Verband unterscheidet sich von den beiden obengenannnVerbindungsweisen dadurch, daß in allen Schichten Läufer und Binder nebeneinander liege".Derselbe eignet sich mehr zu Backsteinverkleiduugen von Bruchsteinmauerwerk u. s. w-, wemgaber als Verband zu Back- oder Lehmsteinmaucrn, weil im Innern der Mauern viel Stücken odcFüllwerk nicht zu vermeiden sind. ,
Bei Festungsmanern, Futter- und Ufermauern, Brückenpfeilern u. s. w. führt manweilen Verbände, Verbindungsweisen aus, bei welchen Schichten in schrägen Richtungen auf d>-Außenflächen der Mauern, die Mauerhäupter, laufen. Alan nennt solche Schichten oder LagtStrom-, Klapp-, Spitz- oder Schmicglagen. Dieselben werden meistens an den Mauerhäupterdurch gewöhnliche Läufer- und Binderschichten verdeckt, verkleidet, sodaß äußerlich der Block- oi!lKreuzverband sichtbar ist. Die Schmieg - oder Stromlagen wechseln im Innern der Mauern >»Binderschichten ab, sodaß auf zwei Binderschichtcn immer zwei sich kreuzende Schmieg- oder stronf^lagen folgen. Dieselben bilden mit den Mauerhäuptern gewöhnlich Winkel von 45— 60°; f|xFugen derselben schneiden sich mit den Fugen der Binderschichtcn in Winkeln von 45°von 60 und 30°.
Für besondere Zwecke ist es nothwendig, hohle Mauern, Kästelmauern, zu construis 'Dieselben sind vermöge der in denselben enthaltenen abgeschlossenen Lufträume schlechte Wär>" 'und Schalleiter. Man führt solche Mauern namentlich in Gefangenhäusern als Scheidungeneinzelnen.Zellen, in Trockenhäusern, Eishäuscrn u. s. w. aus; in erstern, um den Schall 5hemmen, damit sich die Gefangenen nicht miteinander besprechen können, in letztem, umund Kälte zu erhalten, überhaupt um den Einfluß der äußern Temperatur zu verhindernwenigstens zu vermindern. Füllt man die hohlen Räume (Lufträume) in solchen MauernSand, Asche, Häcksel, Spreu u. s. w. aus, so werden dieselben ihren Zwecken in allen Fällenmehr entsprechen, indem durch das Ausfüllen der Lufträume mit lockern Blassen die Leitung'fähigkeit noch mehr verringert wird. Neuerdings bedient man sich zur Herstellung hohler Maucybesonders zu dem Zwecke angefertigter hohler, kastenförmiger Backsteine. Dieselben sind zurstellung von Mauern jeder Art, namentlich auch für Wohngcbäudemauern zu empfehlen,dieselben nicht zu hoch sind oder große Lasten zu tragen haben, und gewähren außer deiyl'w^,angeführten Vortheilen noch den, daß mittels derselben die Einflüsse der Nässe und Fe"^tigkeit beschränkt, theilweise verhindert werden können. Die Hohlziegel sind außerdem zurMauerung sich frei tragender, abgesprengter Wände sowie zu Gewölben auf eisernen Trägern ihre-geringen Gewichts wegen besonders geeignet. 1
Bei Aufführung freistehender Pfeiler oder runder Säulen von Backsteinen gelten fyinl'A 1 ' 1des Verbandes im allgemeinen die oben ausgeführten Regeln. Dasselbe gilt auch bei Herstelln'^von Feuerungen, Essen u. s. w. Die Mauern, Wandungen der Essen, Schornsteine, habenWohngcbäuden gewöhnlich nur die Dicke einer halben Steinlänge. Der Verband sowol für ^(deutsche) als auch für enge (russische) Essen entsteht bei Mauerung derselben von selbst,man die aus lauter Läufern bestehenden Schichten in ihren Richtungen abwechseln läßt. ä^Mauerung der runden russischen Essen wendet man häufig besonders dazu geformte, hohl "".j,geschnittene Steine, Essensteine, an. Ebenso verwendet man zur Herstellung hoher weiter 8^schornsteine gewöhnlich besonders zu diesem Zwecke gefertigte Steine.
Bei der Erbauung der Mauern eines Hauses, sie mögen von natürlichen oder künstn^,Steinen hergestellt werden, ist es rathsam, dieselben immer in möglichst gleichmäßigen Höhen "zuführen, damit ein gleichmäßiges Zusammendrücken und Setzen derselben vermöge der in>