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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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Mauer und Wand

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s nehmenden Belastung stattfinden kann. Ist aber das gleichmäßig hohe Ausbauen durch Neben-mstände verhindert, so läßt man, um später auszuführende Mauertheile in gesetzmäßige Verbin-ung bringen zu können, entweder die einzelnen Steine wechselsweise'frei vorstehen (Verzahnung)"?i°selben successiv zurücktreten (Abtreppung, Abtrappung). Aber nicht in alle» Fällen ist esin S™! neu auszuführende Maucrtheile mit schon stehenden durch Verzahnung oder Abtrappung^ Ebindung zu bringen, namentlich wenn der Baugrund nicht fest, sondern nachgiebig und°ich ist, oder wenn ein Mauertheil schon geraume Zeit gestanden und sich vollständig zusammen-drückt, gesetzt hat. Will man in solchen Fällen Risse, Senkungen u."s. w. vermeiden, so ist es3 eckniäßigcr, die Mauern stumpf zusamncenstoßen oder mittels breiten senkrechten Falzes ineinanderwessen zu lassen. Dasselbe gilt auch beim Anbauen an alte Gebäude und für ungleich belastete,weichem, eindrückbarem Baugrunde aufzuführende Gebäudetheile, z. Bi Kirchen und Kirch-^ urnie, Maschincnhäuser, hohe Essen u. s. w. Beim Aufführen der Steinmauern mittels Mörtel,ei bei» Dkaciern, dem Mörteln, hat man besonders darauf zu achten, daß jeder Stein in der Mauerallen Seiten mit Mörtel umgeben ist, gut im Mörtel und weich liegt, sodaß alle Fugen gefüllt..und keine Lufträume enthalten. Das Maß der Mörtelfugcn hängt natürlich von der Be-sessenheit des Steinmaterials und der Feinheit des zum Mörtel verwendeten Sandes ab. Dieertelfugen bei Feld- und Bruchsteinmauern werden demnach die stärksten, die der regelmäßigglatt bearbeiteten Ouadermauern die schwächsten. Die Mörtelsuge muß in allen Fällen soc . att sei», daß dieselbe alle Unebenheiten der Bausteine ausgleicht, sodaß nicht durch Berührungseiner vorstehender Ecken oder Buckel Druck auf einzelne Stellen ausgeübt wird, sondern daß?? gleichmäßig verlhciltcr Druck stattfindet. Für Feld - und Bruchstcinmauern läßt sich ein be-Zdimwz Maß der Fugendicke nicht angeben. Für Ziegelmauern nimmt man ’/ 2 — % Zoll als^ ^mäßige Ticke der Fugen au. Liegt ein Ziegel (Backstein) im Mörtel, so darf derselbe nicht(^Ausgenommen und wieder in denselben Mörtel gelegt werden, sondern muß abgeputzt und inRchen Mörtel gelegt werden, frische Fuge erhalten. Backsteine sind vor dem Vermauern tüchtig'l Wasser anzunässen oder in Wasser zu tauchen, damit sich der Mörtel leicht in die kleinsten Ver-dungen, Löcher, eindrücken und eine möglichst innige mechanische Verbindung stattfinden kann,'^ rtcn getrockneter Lchmsteiue werden mit Lehmmörtel vermauert und dürfen beim Vermauern'wt besonders naß gemacht werden.

Die geformten Mauern werden entweder aus plastischen Erdarten zwischen starken höl-,rueu Pfosteuformen, welche verrückbar sind, mittels Feststoßen, Stampfen, Rammen gebildet^ .Pisömauer» genannt, oder sie werden aus breiartig flüssigen, schnell erhärtenden Massen,^Utzmörteln, in jene Formen gebracht und ebenfalls festgestoßen und heißen dann Gußmauern,v e ""mauern. In den Pisemauern sind alle Arten Lehm und lehmige Erde geeignet, welche, mitb/' Spaten abgestochen, in senkrechten Wänden stehen bleiben, sich kneten und ballen lassen undb/n ^""kuen aufreißen. Zuweilen mischt man dieselben mit kleinen Steinen, Kieseln, Mauer-°ckcn u. s. w. Die Pisemasse muß vor dem Einbringen in die Form gehörig durchgearbeitet,^ ueter, getreten werden, sodaß dieselbe einen gleichförmigen Teig bildet. Um das Aufreißen zu^»indern, kann mau die Pisömasse mit gehacktem Stroh vermengen. Das Rammen oderg. äinpfcii zwischen den Formen muß so lange fortgesetzt werden, bis die Masse keine erheblichen^"brücke mehr erleidet. Das umständliche und zeitraubende Aufstellen und Versetzen der zums.^sskbau erforderlichen Formen veranlaßte die Anfertigung großer in kastenartigen Formen^^Sestoßener Quadern (Erdquadern, Pisösteine, ägyptische Ziegel, Lehmpatzen), welche nach der"»geführte» Vcrbandweise wie Steinquadern gemauert wurden. Der gesammte Erdpisebaurecht zur Geltung gekommen und nicht viel ausgeführt worden. Die Mauern von Pisöz ^Pisösteinen (Lehm, Erde u. s. w.) widerstehen dem Wetter (dem Schlagregen, dem Schnee,l e ' ÖCUcl )tigfeit) nicht und lassen sich durch wetterfesten Abputz (s. d.), welcher an Lehmmauernges » '^tbarkeit hat, nicht schützen. Dieselben können nur in großen Stärkedimensionen aus-m lDer k cn ' weshalb sie für Stadtgebäudc, bei welchen es auf größtmögliche Ausnutzungäun, S um » ""kommt, keine Anwendung finden können; auch geht der Vorzug der Billigkeit damit!,i ^ 1 '’ ev * Dreu - Statt' des Lehms und der Erden hat man auch Sand und Kalk zum Bau. auern nach der eben angeführten Weise verwandt. Der Sand, welcher möglichst rein vontjji '9 en und erdigen Stoffen, gewaschen oder Wassersand sein muß, wird mit dicker Kalkmilchi>r öchammengemengt, wie eine Art sehr magerer Mörtel behandelt und wie die Pisömassens^men gebracht und festgestoßen, gerammt. Die Kalksandpisömauern stehen im Wetter und^shalb den Erdpisömauern vorzuziehen.

^ Gußmauern, Betonmauern, werden, wie die Pisemauern, mittels verrückbarer starker