Maulwurf ' 461
fötoadje, meist schiefe Beine, weshalb er auch, trotz größerer Intelligenz, weit seltener ge-achtet wird.
Das Maulthier ist meist ein störriges, wildes, bispges Vieh, das aber schlechte Behandlung,Quizes und schlechtes Futter, Strapazen und Lasten weit leichter trägt als das Pferd, nichtschnell, aber stetig läuft und einen außerordentlich sichern Fuß besitzt, sodaß es auf den schwinde-"Zsten und schwierigsten Gebirgspfaden als Lastthicr mit Vortheil benutzt wird. Schon in Italien,'"ehr aber noch in Spanien, Asien und Südamerika ist das Maulthier die gewöhnliche Bespan-der Postkutschen und Fuhrwerke, das Reitthier der Geistlichen und der Damen. WeißeMaulthiere, die selten sind, gelten als königlicher Luxus. Die Könige von Spanien fahren beiWlichen Gelegenheiten mit acht weißen Maulthieren.
Man hat in beißen Ländern wol Beispiele, daß Maulthierstuten, die seltener sind als dieÄngste, mit Esel- oder Pferdehengsten Fohlen geworfen haben, während die Maulthiere unterunfruchtbar sind; die Nachzucht wird indessen stets durch die Stammarten betrieben. Nur derRegierung des Königs Otto konnte es einfallen, aus Spanien Maulthiere zur Veredlung der"Ucht in Griechenland mit großen Kosten kommen zu lassen.
.. Maulwurf (Talpa europaea, s. die Abb.). Die unterscheidenden Charaktere dieses unterirdi-ichen Wühlthieres sind leicht zu finden: ein dicker, fast runder, hinten abgestutzter Körper, der"N schwärzlichem, weichem, sammtähnlichem Haarpelz dicht bekleidet ist und nach vorn, fast°"ne Absatz des Halses, in einen spitzen Kopf ohne Ohren und Augen übergeht, der seinerseitseinem ziemlich beweglichen Rüssel endet, unter welchem die schmale, aber lange Mundöffnung""gebracht ist. Die Nasenlöcher stehen auf der abgestutzten, lappigen, gekörnten L-cheibe, mit^°lcher der Rüffel endet; die kleinen schwarzen Augen von der Größe eines Mohnkorns entdeckterst nach sorgfältigem Suchen innerhalb eines Kranzes etwas derberer Lidhaare; die Ohr-"nttungeit sind nur von einem Hautrande, nicht von einer Muschel umgeben, ^ne p'üße sind
Der Maulwurf.
klein, sodaß der Körper dem Boden nachschleicht, aus der Oberseite mit starren Tasthärchen^tzt, fünfzehig, die vorder» seitwärts gestellt, sehr breit, die Sohle scheibenförmig, die Zehen1 Zeiten, aneinanderliegcnden Nageln besetzt, die Hintern Füße schwach, die Sohle lang unds 9 "ä auftretend. Der Schwanz, etwa so lang als der Kopf, ist auch mit starren Härchen besetzt. Esdrinen zuweilen Varietäten vor, fahlgelb, silbergrau, weiß und gescheckt, doch sind sie nicht""lig, die dunkle Sammtschwärze herrscht in der Färbung vor.
[•. Der durch einen innern Knorpelstab und eine Knorpelscheibe gestützte, dem des Schweins ähn-tC e Rüssel, die breiten, grabscheitähnlichen Vorderfüße, die rudimentären Augen und äußernlasten sogleich auf ein im Boden wühlendes Thier schließen, das über ganz Europa fast* SUM Polarkreise und in den Alpen bis zu 5000 Fuß Höhe, sowie in Sibirien vorkommt,"" Nahrung nur unter der Erde sucht und sich eine höchst kunstreiche Wohnung baut.
..Die festo Burg, die der Maulwurf bewohnt, ist ein höchst eigenthümlicher Bau, welcher sichgl'u ""ter einer Hecke, einer Baumwurzel befindet. Im Mittelpunkt eine große, innen ge-d* e * c Kammer von Flaschenform, warm gepolstert mit Gras und Moos, aus der ein Haupt-äang nach unten führt, der sich bald heberartig nach oben biegt und in der gewöhnlichen Lauf-üm die, innen glatt und festgestampft, oft über hundert Schritt weit in gerader Richtung
klei^ Erdesich hinzieht. Außerdem führen aber aus der Kammer schräg nach oben meist drei
F(U»° Fluchtröhren, dickn einen Kreisgang münden, von welchem aus wieder fünf bis sechsg ^tröhren in einen zweiten Kreisgang münden, der die Kammer in einer Entfernung vonSbM 0 3oll in gleichem Niveau umschließt. Aus diesem äußern Kreisgang führen dann vieleq(s "R^vhren horizontal nach allen Richtungen, biegen aber meist bald in die Laufröhre. Woher"w Gefahr auch komnien mag, stets kann der Maulwurf durch eine vorher schon angebrachte