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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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Maulwurf

Röhre entfliehen. Erst am Ende der Laufröhre, in welcher sich der Maulwurf mit großer Schne^ligkeit bewegen kann und deren Verlauf man meist dadurch entdecken kann, daß die Pflanzdarüber leicht welk werden, finden sich die Gänge, die er täglich neu aufwühlt, indem er voZeit zu Zeit Erde in Hügeln auswirft, wegen deren ihn der Landmann noch in den meisten E -genden mit Eifer verfolgt. Ob mit Recht, ist eine andere Frage.

Früher glaubte man, der Maulwurf nähre sich von Wurzeln. Man kann auf die Nahrungeines Thieres aus seiner Bezahnung schließen, den Mageninhalt untersuchen, es im Freien unin der Gefangenschaft beobachten. Alle diese Beobachtungen haben erwiesen, daß der Maulwurnur von thierischer Nahrung lebt, daß er nie Pflanzen benagt, daß er eher vor Hunger stw» ^als Rüben, Wurzeln, Kräuter oder Früchte anrührt. Er gehört zu der Ordnung der 3 n i e * te11 'fresser. Im Oberkiefer stehen sechs, im Unterliefet acht kleine, meißelartig scharfe Schneidezähnin geschloflener Reihe. Dann folgen die stark hervorstehenden, spitzen, scharfen Eckzähnc, ^namentlich im Oberkiefer ganz die Gestalt einer.englischen Bleistiftklinge haben; dann im Ober-tiefer drei Lückenzähne, ein großer dem Eckzahn ähnlicher Reißzahn und drei vielspitzige himsBackzähne; im Unterkiefer nur zwei Lückenzähne, ein einspitziger Beißzahn und drei vielsM3Backzähne. Vierundvierzig Backzähne, alle scharfspitzig, wie doppelte, langgeschärfte Sügebläineinander greifend! Solche Zähne zerreißen nur thierische Nahrung. Im Magen halbverda»Stücke von Regenwürmern; braune Hornstücke von Engerlingen und Maulwurfsgrillen; ,stücke und Beine von Käfern und Tausendfüßen, keine Spur vegetabilischer Substanz. Die ® 'sangenen fressen nur Fleisch, rohes und gekochtes, am liebsten lebende Thiere, Spatzen, 3^'®'Mäuse; sperrt man mehrere zusammen, so fressen sie einander bis auf den letzten auf; sie hüt ^einen unersättlichen Appetit, fressen im Tage soviel als ihr eigenes Gewicht, sind wenll!^Stunden nach genommener Mahlzeit wieder hungerig, sterben Hungers, wenn sie innerhalbStunden nicht zweimal wenigstens vollauf gefüttert werden. Im Freien sind die Regenwürwund Engerlinge Hauptnahrung, dann Insekten, Larven, Schnecken, ferner Mäuse, Spitzwäw lEidechsen, Schlangen, Frösche, die sie von ihren Haufen aus in die Erde ziehen. Der Maulw^ist ein grimmiges, bissiges, zornwüthiges Thier, blind wirft er sich auf alles Lebende, wa»unter der Erde trifft, sei es auch von seiner eigenen Art, und was er bewältigen kann,sogleich auf. Da jeder Maulwurf sein Jagdrevier streng sauber hält, so beschränken sie selbst nAnzahl auf einem gegebenen Raume durch den gegenseitigen Vernichtungskrieg, den sie füP r 'Dreimal im Tage jagt der Maulwurf und wühlt nach Beute; ist er satt, so läuft er **’legt sich schlafen. Er hält keinen Winterschlaf; selbst wenn der Schnee die Erde deckt, wiWunverdrossen umher, häufig zwischen Schnee und Erde. Er riecht und hört vortrefflich, schw>Wsehr gut und läuft ziemlich schnell, besonders unter der Erde in seiner geglätteten Laufröhre-

Im Frühjahr paart er sich. Ein wahrer Blaubart von Eifersucht, sperrt er das Weibchen >Gänge ein, aus denen dieses zuweilen zu entfliehen sucht, während er einen Nebenbuhler bekämpf

Der Zweikampf geht auf Tod und Leben. Der Sieger frißt den Getödteten sogleich auf.

Das

Nest für die Jungen wird an einem Punkte angelegt, wo mehrere Fluchtröhren zusammenstoßt ' 'und weich gepolstert. Das Weibchen wirft 3 — 5, selten mehr Junge, die bis gegen den Herim Neste bleiben. Anfangs wacht das Männchen in der Nähe und füttert die Jungen, wsdem Weibchen ein Unglück begegnet. Auch hat man schon bei in dieser Zeit gefangenen Jdas Männchen todt gesunden. Uebermäßige Liebe hält aber meist nicht lange an und so ä’ e |Csich denn auch gegen den Herbst hin das Männchen ganz zurück, um im Frühling eine " eGefährtin zu suchen. , 6 j c

Man fängt die Maulwürfe mit verschieden gestalteten Fallen, die man am besten inLausröhre stellt, hebt sie beim Ausstößen mit dem Spaten aus oder schießt sie beim AuswerfeRaubvögel, Störche, Wiesel und selbst Füchse lauern ihnen auf. Das Pelzwerk ist kaum ^werth. Viele Gemeinden unterhalten und bezahlen besondere Maulwurfsfänger.

Es fragt sich, ob der Landmann sich nicht selbst den größten Schaden thut, indem er den 3P swurf vertilgt. Der Schaden, den das Thier durch Auswerfen seiner Gänge und HaufenBloßlegung einiger Pflanzenwurzeln thut, steht meistens nicht im Verhältniß zu dem ungenww ^Nutzen, den es durch Vertilgung der schädlichen Würmer, Insekten und Nager bringt, i

Boden wühlen. Man kann einen Garten leicht im Herbste durch einen solchen unteririnfwKammerjäger von jeglichem Ungeziefer befreien lassen und ihn dann im Frühjahre, wenndas Land bestellen will, wegfangen. Wo freilich viel Maulwürfe auf einer Wiese sind undsich die Mühe nicht geben will, von Zeit zu Zeit die aufgeworfenen Haufen auseinander zu re ® ^da wird der Schaden auch dadurch überwiegen, daß die alten Hügel sich begrasen, fest wer