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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
Entstehung
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469
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Meer 469

*® ,e das Mengenverhältniß der Salze untereinander ganz constant, sondern ändert sich nach den^fdjiebenen Gegenden und an demselben Orte nach den verschiedenen Meerestiefen. Da nämlichspecifische Gewicht des'Meerwassers mit dem Salzgehalte zunimmt (es wechselt diesem ent-sprechend von 1,026—1,02g), so werden sich meistens die an der Oberfläche durch Verdunstungroncentrirten Flüssigkeitstheilchen weiter nach unten senken und der Salzgehalt daher im allge-meinen mit der Tiefe zunehmen. Es findet dies aber nicht nothwendig überall statt; denn wennc>uch das absolute, d. h. auf die Temperatur 0° bezogene, specifische Gewicht nur von dem Salz-Inhalte abhängt, so wirkt auf die Schwere des Meerwassers, wie es eben in der Natur existirt,Außerdem auch noch die Wärme ein, und es kann daher ein verdünnteres, aber kälteres Wasserspecifisch schwerer sein als ein concentrirteres von höherer Wärme. Infolge hiervon kann, wie es^ en ä gefunden hat, die Oberfläche des Meeres bald salzreicher, bald salzarmer sein als die tiefernschichten. Es wird ferner in der Nähe der Polarmeere am Grunde des Meeres sich eine Schichtoitbert, die auf die Temperatur des Dichtigkeitsmaximums des Meerwassers abgekühlt ist, welches">cht, wie beim Süßwasser bei 4°, sondern, dem Grade des Salzgehalts entsprechend, tiefer liegt,m^d da in den Aequatorialgegenden infolge der durch die Erwärmung bewirkten AusdehnungWassers ein. Abfließen desselben an der Oberfläche stattfinden muß, so wird am Grunde dasmlte Polarwasser nachstießen müssen, sodaß eine vollständige verticale Circulation vom Aequatoroberflächlich nach den Polen und in der Tiefe von den Polen zum Aequator stattfindet. Hieraus"klärt sich eiüestheils, daß man überall in den Tiefen des Oceans, selbst in tropischen Breiten,Passer von der niedrigen Temperatur von 2,8—2,5° oder noch weniger findet, während ohneZuströmung kalten Wassers doch nur eine Abkühlung bis zur Temperatur des Wärmemini-">Ums dieser Gegenden stattfinden könnte, und anderntheils, daß weder das Maximum der Wärmem°ch das des Salzgehalts des Meerwassers in die Gegend des Aequators fällt. Im Stillen^cean wurde das Maximum des Salzgehalts im 22.° nördl. und 17.° südl. Br. gefunden. Auch°'e kältere Temperatur des Wassers über Untiefen und Sandbänken deutet auf die Existenz desPvlarstroms, dessen kalte Wässer, an den Abdachungen der Bänke aufsteigend, an die Oberflächelangen und dort durch Temperaturerniedrigung in warmen Gegenden oft Veranlassung zurAildung von Nebeln und Wolken geben, die schon von fern die Umrisse der Untiefen bezeichnen.E die Ausbildung des organischen Lebens in den Tiefen des Meeres ist diese Wärmevertheilunghöchster Wichtigkeit; sie ermöglicht die große geographische Verbreitung vieler Seethiere, ihre.Änderungen von Pol zu Pol, indem fie überall in den entsprechenden Schichten die ihnen zu-legende Temperatur finden, und es ist wahrscheinlich, daß alle diese Schichten von lebenden Wesenbevölkert sind; denn selbst in dem aus Tiefen von 10- und 12000 Fuß stammenden Meeres-lchlamme fand Ehrenberg mikroskopische Schalthiere, die noch von thierischer Masse erfüllt, alsolidenfaüz erst vor kurzem, wahrscheinlich erst nach dem Heraufholen gestorben waren. Auch auf. Strömungen des Meeres sind diese verticalen Temperatur- und Dichtigkeitsverschiedenheiten"'cht ohne Einfluß, da sie wenigstens die Compensation der oberflächlichen Strömungen vermitteln,sie auch wol weniger die directe Veranlassung zur Entstehung derselben bilden. Diese ist^ allgemeinen wol eher dem allgemeinen Weststrom zuzuschreiben, d. h. der zwischen den Wende-^eifen mit einer Geschwindigkeit von etwa 10 Seemeilen in der Stunde stattfindenden Bewegungäfteete von Ost nach West, einer Erscheinung, deren Ursache wiederum in dem westlichen^Ältschrojten der Flutzeiten (vgl. den Art. Ebbe und Flut) und den Passatwinden, also in-eect in der Umdrehung der Erde zu suchen ist. Man nimmt wenigstens an, daß die größern"^anischou Strömungen von dem durch entgegenstehende Hindernisse in andere Richtungen ge-fügten Weststrom den ersten Anstoß erhalten. Der bekannteste dieser Ströme und zugleich der!?kchtigste für uns, insofern wir seinen warmen Wässern unser mildes europäisches Klima verdanken,f atlantische Golfstrom. Aus dem Antillenmeer und dem Mexicanischen Meerbusen durch dieÄhainastraße ausmündend, strömt er in nordwestöstlicher Richtung, bis er auf die Bank vons!!ffundland trifft, welche ihn ostwärts ablenkt, worauf er in der Nähe der Azoren sich spaltet.,e Hauptmasse strömt in nordöstlicher Richtung bis an die Küsten von Irland und Norwegen;

kleinerer Zweig wendet sich südöstlich, vereinigt sich mit dem an der afrikanischen Küste süd-^rts gehenden Strome und vollendet mit diesem zusaminen in 3% Jahren seinen vollständigenEislauf. In der östlichen Biegung dieser Bahn, zwischen den Azoren, den Canarischen und Cap-berdischen Inseln liegt das berühmte Sargassomeer, weit ausgedehnte Tangwiesen, aus den vom?lfstrom fortgeschwemmten und hier abgesetzten Pflanzen von b'naus natans bestehend. Aehnlich,^ hier Tang' und Treibholz sich sammeln, besteht nach Maury auch im Stillen Ocean westlich*° n Californien ein Sammelplatz, wo die derartige Strömung ihre Massen von Treibholz absetzt.