476 Mehlkäfer Mehlspeisen
Korn nichts von seinen nährenden Bestandtheilen eingebüßt hat, nahrhafter als das hellfarbig^Roggenbrot und selbst als Weizenbrot; nur sagt es allerdings nicht jeder Verdanungskraft Zl>-Das Gerstenmehl hat eine graugelbliche Farbe; es wird wol selten für sich zu Brot verbacken,sondern höchstens zur Verfälschung des Roggenbrots benutzt. Das Hafermehl findet bei uns eben-salls geringe Anwendung, wird dagegen in ausgedehnter Weise in der Bretagne, in Jrlaitd u»Schottland verbraucht, wo man flache, nur über gelindem Feuer getrocknete Kuchen von ungeg"'renem Teig daraus bereitet.
Mehlkäfer, Mehlwurm (Tenebrio molitor, Fig. 1). Pechschwarzer, kaum glänzendck-unten an den Beinen rothbrauner, schlanker Käfer von 8 Linien Länge, mit kurzen, perlsch»»^'
sörmigen, unter dem vorspringenden Kopfrande eingesetzten Fühlern, vier Fnßgliedern an °
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Hintern, fünf an den beiden vordem Fußpaaren. Er kriecht häufig im Juli in neuen Häüstr^besonders von Bäckern und Mehlhändlern, in Mühlen und Spezers^lüden umher, fliegt an schwülen Abenden umher und legt seine Eier 1Mehl und an Vorräthe von Wurzeln, die Stärkemehl enthalten,dürr sind. Die Larve (Fig. 2) ist langgestreckt, hart, glänzend^g^Fig. I. Der Mehlkäfer, mit braungelben Ringeln und gewölbtem Kopf. Sie lebt inKleie, Brot, nagt sich durch die härtesten Rinden und selbst durch
verunreinigt durch ihren schwärzlichen Koth die Nahrungsstoffe, nur
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Fig. 2. Larve des Mehl-käfers.
sich ein Gespinst aus Kleie und abgenagten Holzfasern und verwawsich darin zur Puppe. Die Larven sind unter dem Namen Mehlwb^mer bekannt und stehen, besonders als Nachtigallenfutter, in Städ^in weit höhcrm Preise als das Mehl, welches sie verzehren. Sonst aber sind sie ein hüßlm'Ungeziefer, das man am besten durch Drahtdeckel und blecherne Mehlkästen abhält. Sind reinmal im Mehle, so kann man sie leicht durch Absieben trennen. Daß sie tm feuchten 5)Wvon selbst entständen, ist natürlich eine Fabel. J(
Mehlspeisen. Die feinern Mehlspeisen, welche unter den Art. Auflauf und Puddingführlich behandelt sind, nehmen bei großem Mahlzeiten ihren Platz zwischen den Fischgeriw^und dem Braten ein. Eine andere Art derselben, welche kalt servirt wird, kann die Stelle LCremes vertreten. Die gewöhnlichern Arten endlich, Mehlklöße, Mehlbrei u. dgl., passenfür den Familientisch. Zur Bereitung der angeführten kalten Mehlspeisen geben wir feWWVorschriften: Kalter Schaumpudding. Von einem Maß Milch nimmt man so ;»telnöthig, um % Pfd. Weizenstärke klar zu rühren, die übrige Milch bringt man mit 12Zucker, acht Stück geschälten und gestoßenen bittern Mandeln, Citronenschale, Zimmt und «"äfähr.dem dritten Theil einer Stange Vanille, zum Sieden, rührt die eingeweichte Stärke d^'läßt sie unter fortwährendem Rühren gar kochen, nimmt dann die Masse vom Feuer, rührtdas bereits zu Schnee geschlagene Weiße von 12 Eiern darunter, schüttet sie in eine mit ka^ .Wasser ausgespülte Form von Porzellan, läßt sie erkalten, stürzt sie dann auf eine Schüsseltrügt den Pudding mit einer Sauce von Kirschen, Johannisbeeren oder Himbeeren auf-Kalte Mehlspeise mit Früchten. Man bereitet ein feines Compot von saftigen Früchn 'am besten aus einem Gemisch von Heidelbeeren, Kirschen, Johannisbeeren, Stachelbeeren"Hiinbeeren, oder aus geschälten Reineclauden, und thut es in eine Schüssel. Nun setzt -j1y 2 Maß Milch, von welcher man einen Theil zum Einweichen der Stärke zurückbehält, .Zucker nach Geschmack und ungefähr dem dritten Theil einer Stange Vanille aufs Feuer, *>>>.wenn sie kocht, 7 Loth Weizenstärke und acht Eigelb in Milch klar gerührt dazu, läßt diegar kochen und schüttet sie über das Obst. Das Weiße der acht Eier schlägt man zu SE.vermischt es mit gestoßenem Zucker, streicht es in Form eines. Berges oben auf die Stärkew^
stellt dann die Schüssel in einen nicht zu heißen Ofen, bis der Eierschnee gar geworden, E
sie dann heraus und trägt die Mehlspeise kalt auf. — Stärkcpudding. Man setzt 1 Vs.fLiMilch mit 12 Loth Zucker, etwas Zimmt, Citronenschale und geschälten und gehackten 1^.,,
Mandeln aufs Feuer, thut, wenn sie kocht, y 2 Pfd. Weizenstärke, .die man mit 16
in einem Nösel kalter Milch klar gerührt hat, dazu, läßt die Masse gar kochen, nimmt sievom Feuer, rührt schnell das vorher zu Schnee geschlagene Weiße der Eier darunter, LSJJlafie in eine mit kaltem Wasser ausgespülte Form, stürzt sie erkaltet auf eine Schüssel und 0^eine Sauce von Himbeeren, Johannisbeeren oder Kirschen dazu. — Mehlspeise mitMan nimmt von einem Maß frischer Milch soviel wie nöthig, um 10 Loth Gries oder ebenso"Stärke darin klar zu rühren, die übrige Milch bringt man mit Zucker nach GeschmackSchale von einer Citrone ins Kochen, rührt den eingeweichten Gries oder die Stärke dazu,
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