490 Mensch
im Augenblicke der Verpflanzung noch im Laufe der Zeit das Klima fähig ist, mehr als hEunbedeutende Abweichungen zu erzeugen. Die Neger haben in Amerika, wo sie erst feit wenigJahrhunderten eingeführt sind, ebenso wenig von ihren Rastencharakteren eingebüßt als die stder Entdeckung dorthin verpflanzten Europäer; ja sogar die geringern Stammesunterschiede kmsich bei beiden Rassen erhalten, sodaß man den Creolen spanischer Abkunft von demenglischen Stammes stets sicher unterscheiden kann. Außerdem haben statistische Untersuchung ^nachgewiesen, daß die Ubiquität des Menschen, die man früher behauptete, sehr beschränkt fltfür jede Rasse eine besondere ist, wie denn z. B. die Europäer in tropischen Klimaten ßchso weit acclimatistren können, um selbst Landbau zu treiben, sodaß also von einer Verbreitungeinzelnen Raste über die ganze Erde nicht die Rede sein kann.
Die Rasten können aber auch nicht durch die Länge des Einflusses der klimatischen Verhältn'stentstanden sein, wenigstens nicht in den Zeiträumen, welche innerhalb der historischen Denkmuliegen, denn auf den ältesten dieser Denkmale aus Aegypten, welche bekanntlich bis zu acht 11 ^neun Jahrtausenden hinaufreichen, finden wir schon dieselben Nassen, welche noch heute Aegpp ,bewohnen, mit ihren charakteristischen Gesichtern abgebildet, ja wir können sogar einige durch 0 1Physiognomie charakteristische Stämme, wie z. B. die Juden, auf den Hieroglyphen erkennen. ^Andere historische Denkmale beweisen uns auch, daß die Rassen, wenigstens in Europa, ei»an>chverdrängten, ohne ineinander überzugehen, und daß ihre Existenz noch weit über das Alterägyptischen Denkmale hinausragt.
Die Forschungen der neuesten Zeit haben mit vollkommener unleugbarer Evidenz dargE 'daß der Mensch mit denjenigen Thieren zugleich existirte, welche man als zur sogenanntenvialperiode gehörig betrachtet und die seither ausgestorben sind, mit dem Höhlenbär, dem 2Pmuth, dem Mastodon, dem Nashorn mit knöcherner Nasenscheidewand, der Höhlenhyäne u- ^Es haben diese Forschungen ferner dargethan, daß diese Urbewohner unsers Europa ausniedrigsten Stufe der Cultur standen, daß sie noch keine Metalle kannten, daß sie nur WaffenInstrumente aus Steinen und Thierknochen besaßen, Aexte, Hämmer, Lanzenspitzen aussteinen mühsam bereiteten, daß sie ganz besondere, heute fast ausgestorbene Rasten von Hausthü^,besaßen. Diese Ureinwohner gehörten aber andern Rassen an als die heutigen Europäer,waren alle Schiefzähner, und während die einen die entschiedenste Negerühnlichkeit besaßen, so =1hörten alle die Schädel, welche man im Norden Deutschlands, in Dänemark und Schweden gef""hat, einer Raste an, welche mit den heutigen Lappen die größte Aehnlichkeit hat.
Wir misten also heute mit Bestimmtheit, daß die Existenz des Menschen auf der Erdezugleich die Existenz der Rasten weit über die Grenzen von 6 — 7000 Jahren hinausreichtman ihr hat setzen wollen; daß das Klima und die übrigen tcllurischen Einflüste weder augen^"silich noch nach Tausenden von Jahren die Rassen verändern können; daß diese sich mit ilPCharakteren fortpflanzen und unter sich fruchtbar sind.
Definirt man die Art als den Inbegriff von Individuen, die durch Abstammung miteina^verbunden siird oder sein könnten, so muß man zugestehen, daß das Menschengeschlecht aus vuArten besteht. ,,,
Es wäre nun hier der Ort, auch den Bau des menschlichen Körpers übersichtlichzustellen. Da wir indeß in besondern Artikeln eine anatomische Schilderung der einzelnen ,
,Y -t t->.. . „L n.f,.fi.r e- . r - Y .. * •. f • l. .r .. r, ...5 wi«
ti « 5
üii
bliS-
theile, Organe und Organsysteme geben, so beschränken wir uns hier darauf, erstens die
r Ab'
fläche des menschlichen Körpers in Bezug auf die anatomische Benennung ihrer einzelnenschnitte, über welche bei den Laien zum Theil große Verwirrung herrscht, zweitens den JnncM'ades Leibes in Bezug auf seine Eintheilung und die Lage der verschiedenen Eingeweide in ^selben einer kurzen Betrachtung zu unterwerfen.
Eintheilung der Leibesoberfläche. Kopf und Hals sowie die Extremitäten, d. h.
und Beine, sind so wohl charakterisirte Abschnitte der Leibesobcrfläche, daß darüber imnichts zu bemerken ist, während die Begrenzung und Benennung ihrer einzelnen Abschnitte ‘kurze Erwähnung verdient. Denn gewisse Bezeichnungen werden im gewöhnlichen Leben 3 {Theil in andernr Sinne und in anderm Umfange gebraucht, als dies die Anatomen undzu thun Pflegen, wodurch dem Verständniß anatomischer und mcdicinischer Schilderungen bcl jLaien vielfach Abbruch geschieht. Man unterscheidet an der Oberfläche des Kopses denund das Gesicht. Die Grenze zwischen beiden wird angedeutet durch die Augenbrauen ,Ansatzstelle der Ohren. Am Schädel unterscheidet man weiterhin den Vorderkopf oder die ^t>gegend; an dieselbe grenzt nach den Seiten hin die Schläfengegend, nach oben die Scheitelgel! ^Die letztere geht nach hinten und unten in den Hinterkopf über, nach den beiden Seiten und 1