494 Mergel Meridian
Nieren. In der Beckenhöhle zu oberst, wie erwähnt, dünne Gedärme, unten und vorn dieblase, dahinter der Mastdarm und zwischen beiden endlich beim weiblichen Geschlechte die Gebe -mutier sammt den Eierstöcken. ,
Mergel. Jeder thonhaltige Kalk, der die Eigenschaft hat, an der Luft zu Pulver zu S er Jfr c 'wird Mergel genannt. Man unterscheidet Kalkmergel, solchen, der nicht über 20 Proc., und Ttw'mergel, der eine größere Menge Thon enthält. Die Mergelschichten finden sich als untergeornete Einlagerungen von den Flötzformationen an in den neuern Bildungen. Man benennt sie ^der Formation, in der sie vorkommen, als Leiasmergel, Keuper-, Kreidemergel u. s. w- ~Mergel werden zur Cämentfabrikalion und zur Herstellung der Herde in den Trriböfen benutz -Ihre bei weitem wichtigste Verwendung finden sie aber in der Landwirthschaft, wo sie als Düngoder vielmehr als Mittel zur dauernden Verbesserung der Felder auf manchem Boden die g> 'stigsten Erfolge geben. Sie wirken dabei theilweise wol auch durch ihren geringen Alkaligehu 'hauptsächlich aber durch ihren kohlensauren Kalk. Man pflegt daher, um bei den Untersuchung^von Mergelarten eine weitläufige und zeitraubende vollständige Analyse zu vermeiden, ihre EUeinfach nach dem Gehalte an kohlensaurem Kalk und diesen wiederum aus der Menge der be>Uebergießen mit Säure entwickelten Kohlensäure zu bestimmen. Die dichtem und härternarten pflegt man wol Mergelstein und, wenn sie schieferige Struetur besitzen, Mergch'chiU^?nennen. Der Tuttenmergel oder Tuttenkalk zeigt eine stengelige oder legeXförmig = fc9 al1 »Absonderung. <
Meridian (Mittagslinie). Auf der Erdkugel jeder größte Kreis, der Nord - und Südp^verbindet, sodaß jeder Punkt des Aequators seinen eigenen Meridian hat, der dann nach irg^jeinem Orte, durch welchen erzieht, benannt werden kann (Meridian von Ferro, Greenwi jParis u. s. w.). Irgendeiner dieser Meridiane muh nun als erster bezeichnet und von ilM 0 *die Längen auf der Erdkugel ringsherum gezählt werden. Unter Ludwig XIV. ward zuerstMeridian von Ferro zum ersten bestimmt und er ist auch insofern der geeignetste, als er die ^am passendsten in zwei Hemisphären eintheilt, sodaß Europa, Asien, Afrika und der austra"!^Continent (eine kleine Spitze im Nordost ausgenommen), in die eine, östliche, und Amerika wwestliche Halbkugel fällt. Dem Astronom wie dem Seefahrer ist aber besser gedient mit eusersten Meridian, der durch eine Sternwarte zieht, und so haben die Engländer denvon Greenwich, die Franzosen den von Paris, die Anglo-Amerikaner den von Washington u. 1- 'zum ersten gemacht. Nimmt man den Ferro -Meridian, der am allgemeinsten, namentlich >geographische Zwecke, in Gebrauch ist, als ersten an, so liegt der Meridian von
Greenwich .17 Grad 39 Minuten 46,l Secunden östlich vom Ferro -
Paris.20 „ 0 „ 0 „ ,, ,,,,
Washington.59 „ 22 „ 46,5 „ westlich „ „
Dem Meridian eines gegebenen Erdorts entspricht nun am Himmel jederzeit derjenige ^ridian, der als größter Kreis den sichtbaren Pol mit dem Zenith verbindet, also vom Nordpu-^,des Horizonts durch den Scheitelpunkt nach dem Südpnnkte zieht. Der RotationsschwungErde führt in jedem Moment andere Sterne in diesen Meridian, und diesen Durchgang kjSterns bezeichnet man als seine Culmination, wobei man eine obere und untere zu unterschk^hat. Erfolgen beide Culminationen über dem Horizont eines gegebenen Ortes, so gehört ^Stern zu den daselbst beständig sichtbaren (nicht untergehenden). Wenn eine der Culminatw' ^unter und die anders über dem Horizont erfolgt, so gehört das Gestirn zu den aus- und uiigehenden, wie Sonne und Mond bei uns. Erfolgen beide Culminationen unter dem HvrHso ist an diesem Orte das Gestirn nie sichtbar (es geht nicht auf). . „ rtl ,
Die Richtung des Meridians zu finden, also z. B. eine Sonnenuhr, ein Gebäude, ""Ä.geröhr genau in die Ebene des Meridians zu stellen, gibt es mehrere Mittel, je nach )ie
von Genauigkeit, dessen man bedarf. Der Astronom benutzt dazu die Culmination der ^ ^uns verschiedenen Seiten des Meridians, namentlich des eigentlich sogenannten Polari erFür gewöhnliche praktische Zwecke reicht die Beobachtung des Schattens aus. Aus einer tj* Bden ganzen Tag von der Sonne beschienenen Ebene errichte man einen senkrechten Staum ihn herum ziehe man ein System concentrischer Kreise. Mittels einer Uhr von gleich'"^^gem Gange bemerkt man die Zeit, wo der Endpunkt des Schattens einen der Kreise triff -gleichzeitig den Ort in der Peripherie des Kreises, wo dies geschieht. Man macht die erstedieser Beobachtungen am Vormittage, die zweite am Nachmittage desselben Tages.