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Messen
werden kann, wie ein Gleiches sich in den Großstädten des Alterthums zeigte. Mit der steigen^Cultur wuchsen Einsicht und Bedürfnisse; die Production kam dieser letztern so willig entgeh 'der Wechsel in Stoff und Form wurde so groß, daß der Zeitraum zwischen der einen und an eMesse zu groß wurde, als daß, wie es anfänglich der Fall, für die Messe die „Neuigkeiten" adem Gebiete der fabrizirenden Gewerbe aufgespart wurden, obwol auf feiten mancher dieser r?tern gewohnheitsmäßig dies wenigstens theilweise noch geschieht, namentlich im Gebiete der eigrlichen Modeartikel. So weit daher die gedachten Verbindungen reichen, haben die Messen aufg£9® ^ein Bedürfniß zu sein, und an Bedeutung und Reichhaltigkeit außerordentlich verloren. S»gegen das Ende des Mittelalters war das rücksichtlich einer ziemlich großen Anzahl der voOberühmtesten Messen der Fall, und der Verfall traf zuerst diejenigen Orte, welche großen ReMangehörten, die nach der Entdeckung Amerikas und der Auffindung des Seewegs nach Ostin 1zuerst ihre Schiffahrtsinteressen auf denf Ocean entwickelten. Bald zählte man nur noch 9 rC ^internationale Märkte: die von Beaucaire und Sinigaglia in der Nachbarschaft des Mittellosscheu und Adriatischen Meeres, die von Frankfurt a. M. und in erster Linie Leipzig in.Binn^deutschland. Wenn einzelne Plätze ihre Messen durch die Veränderung der Handelswegedeutungslosigkeit herabgedrückt sahen, so begreift es sich, daß an andern, welche die Mittelpuubedeutsamer Verkehrsnetze blieben, sich die Messen bei der großen Steigerung der Production udes Absatzes in dauernder Blüte erhalten konnten, wie das vor allem bei Leipzig der Fall-wichtigern Messen können heute vorzugsweise als eine Art Industrieausstellung betrachtet werund als ein noch immerhin schätzbares Mittel der persönlichen Begegnung zwischen den miteinanhandelnden Parteien, woneben sie als Jahrmärkte des Kleinverkehrs ihre Geltung behaupmögen. Mancher Geschäftsmann besucht sie nur noch mit Proben seiner Fabrikate und 1 elHandels; mancher andere, dem sie kaum die Kosten decken, hat sich ganz von ihnen zurückgezog^gar mancher endlich geht nur aus alter Gewohnheit noch zur Messe, die er bisweilen mehrein Erholungs-, denn als ein Geschäftsmittel betrachtet, und nicht wenige Stimmenfür ihre gänzliche Abschaffung erhoben. Früher oder später darf man einer solchen ohne aäußern Einfluß entgegensehen, denn das Aufhören der Geschüftsbedeutung wird siemachen, wie es einzelne bereits zu bloßen Jahrmärkten herabgedrückt hat; einen äußern @»6aber, ein Gebot des Staats, welches seine Messen plötzlich aufhören machte, darf man durch ^nicht wünschen und das schon deshalb nicht, weil ein solches die Meßstädte tief verletzen,insbesondere den Grundwerth daselbst bedeutend herabmindern -und Hunderte von Hausbeß?um einen großen Theil ihres Vermögens bringen würde. Da die Messen in keinen! gatte_8 CI "schädlich sind, so lasse der Staat ihnen, ohne neue Vorrechte zu gewähren, die naturwüchsig^ .gehemmte Entwickelung, so überlasse er dem Gange des Verkehrs selbst und allein die Entsch^ 6über ihr Schicksal, über ihre Erhaltung oder ihr Verschwinden. Die eine und andere Messe wsich aus besondern Gründen noch lange erhalten, wie die leipziger, welche, der erste aller d>Märkte, eine Weltmesse genannt werden kann, auf welcher sich immer noch eine Menge von ^teressen begegnen, die freilich aber von manchem auch nur noch besucht werden, umRamschgeschäfte zu machen, auf der einen Seite, und zu jedem Preise das Lager aufzura"auf der andern, um von solchem Umstände Nutzen zu ziehen und als Käufer die Macht des ^gebots klingender Münze geltend zu machen. Andere, in der That beachtenswerthe Mow ^welche an Nützlichkeit die Messen noch bieten, sind namentlich die, daß sie manche Waare ^beurtheilen lassen, von welcher gemeinhin nur Mustersendungen gemacht werden, wie davielen Modeartikeln der Fall; daß sie auch solche Waaren zur Anschauung bringen, von ^vermöge ihrer Eigenthümlichkeit.nicht wohl Proben gegeben werden können, die auch derdaher nicht zeigen kann; daß sie für manchen Artikel, für manche Waarenpartie einen s* ^finden lassen, der sonst vielleicht lange ausgeblieben wäre; daß der als Käufer auftretendewartet wol den einen oder andern lohnenden Gegenstand trifft. Manche Rohstoffe, welche a 'Messen umgesetzt werden, fordern unmittelbare Beschauung der zu Gebote stehenden Oua ‘ (und der dadurch gegebenen Möglichkeit des Vergleichs, so namentlich die Pelz- oder Rauchs ^die weither, selbst aus Sibirien und von der Nordwestküste Amerikas nach Leipzig komme'in einer Gesammtmenge von 2— 3 Mill. Thlrn. Wol wird auch fernerhin der eine undHandelszweig einen concentrirten Verkehr, eine persönliche Berührung der Betheiligten w'men heißen, er muß aber eine größere Periodicität fordern, und zur Befriedigung dieses dop^ ^Anspruchs haben sich in den letzten Jahren an mehreren geeigneten Orten Vereinigung ^bildet, welche den Namen Jndustriebörsen angenommen haben und von uns unter e Ess^Börse (Bd. II, S. 396 fg.) näher besprochen worden sind. Vom größten Belang sind dw