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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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Messen 501

jf r ^ in jenen Ländern, welche gehobener Communicationen entbehren, so z. B. diejenigen^ishmj- Nowgorod (Rußland), zu Kiachta (Sibirien), dann in kleinerm Maßstabe mehrereeu Messen des östlichen Rußland und eine ziemlich beträchtliche Anzahl solcher Märkte in derr ^Eiischen Türkei, vor allem der zu Anfang des Herbstes zu Usundschowa in Rumelien stati-ve, welcher auch von schweizerischen und deutschen Fabrikanten besucht wird.

^ Die Waaren, welche heutzutage in den Culturländern vorzugsweise die Gegenstände deseßverkehrs bilden, sind die Erzeugnisse der Fabrikindustrie: die Gewebe, die feinern Metall-^ streit, die sogenannten Kurzwaaren u. s. w., bei denen der durch die Großproduction der. so außerordentlich vervielfältigte Wechsel von Form (Muster) und Farbe sich besonderswnd macht, bei denen demnach die Neuheit der Sondergestalt. und die Mode eine hervor-^übude Rolle spielen und die von den Fortschritten der Technik sehr beeinflußt werden, sodaß dießcb J läm ^ en Zwecken dienenden verschiedenen Kategorien in einer Menge von Besonderheitentio gn ^sth! bes Käufers bieten. Den gedachten Artikeln reihen sich einige andere, sehr wich-Und an ' deren Umsatz sich herkömmlich auf den Messen immer noch eoneentrirt: Leder

5 On den Herbstmessen) Pelzwerk. Die in sich mehr stabilen Güter, daher die meisten Roh-)tor ten ' ^d bei uns keine Verkehrsgegenstände der Messen, aus denen man wol Bekleidungs-und Luxusartikel sucht und findet, nicht aber Kaffee, Zucker, Thee und Taback. Anders inu stn Communicationen armen Ländern: in Rußland und Asien zeigen sich auf den Messen-st. die Producte der Landwirthschaft, Thee, Wein, Colonialwaaren, Südfrüchte, Droguen,stMmuthknochen u. s. w., und selbst in Sinigaglia werden noch in beträchtlichem Maßstabe Colonial-tz^bn, Gewürze, Südfrüchte, Oel, Käse, Holz, Schwefel u. s. w. umgesetzt. Als Mittelpunkt2 ? Handels und der Geldgeschäfte boten die ältern Messen eine größere Erleichterung desbild Geschäfts, dessen Ausbreitung sie sehr förderten, wobei sie begreiflicherweise zur Fort-es des Wechselrechts ansehnlich beitrugen.

tu ^juige größere, meßartige Märkte führen besondere Namen; so die beiden jährlichen Dulten. chen und der Umschlag in Kiel, welcher letztere vorzugsweise eine Geld- und Credit-(J ,c auf welcher sich der holsteinische Ahel, Kaufleute, Beamte u. a. zur Umsetzung, Aus-und Einforderung ihrer Kapitalien einfinden oder durch Beauftragte (besonders Advo-iitp' b Wreten lassen. Deutschland hat seine besondere Buchhändlermesse, die alljährlichfiu^ ei ^3 zur Zeit der allgemeinen Ostermesse abgehalten wird. Zweck und Gegenstand derselbenMfe h n * ( ^ t me & r lü ' e f rii ^ er beim Verkehr der deutschen Buchhändler auf der leipziger Öftersnu t :c Äsluf und Verkauf, welcher einen wirklichen Büchermarkt darstellte, sondern vielmehrEjgp ^Abwickelung der gegenseitigen Rechnungen und der Bezahlung der Schulden, in welcheri„^i .^stst die Buchhändlermesse seit dem Jahre 1825 besteht. Der Name Messe ist demnach einzu J-5 1 Falle wenig geeigneter. Außerdem findet seit dem Jahre 1845 im Juni jeden Jahres"siidd Zwecken, aber, wie schon der Name andeutet, in kleinerm Kreise in Stuttgart eine' Buchhändlermesse" statt. Die die Messe besuchenden Verkäufer und Käufer werden

eiste

^ -/ Fieranten (vom ital. tisru) genannt. ^ ^ ,

während die Messen einiger Orte nur einmal jährlich stattfinden, haben diejenigen andererGellere Wiederkehr; Bedürfniß und Herkommen haben die Periobicität geregelt. So hatdrei Messen, au denen die in den Beginn des Kalenderjahrs fallende wesentlich die fürinterbedarf erheblichen Bekleidungsstosse zu Gegenständen hat; Frankfurt a. M. zweilfi^« ». s. w. Dehnen sich die größern Messen über mehrere Wochen aus, so beschränken sichiür uns eine Woche oder eine noch kürzere Zeitdauer. Man unterscheidet in der Meßzert dieKaufgeschäfte bestimmten Meßtage und die zur Erfüllung der eingegangenen Verbind-en aus der vorigen Messe herrührend) festgestellten Zahlta g e, -die ansehnlichern

b e f t ; eTl ihre besondere Meßwoche und ihre eigene Zahlwoche (letztere aber mit einem

Zahltage oder sogenannten Scoutro, welcher zugleich der Verfalltag der in diebe t K ä °9 enen Wechsel, der Meßwechsel ist), doch werden jetzt gewöhnlich schon vor dem Beginndie wichtigsten Geschäfte abgeschlossen, namentlich in Leipzig, wo die dieser Messestiit^Ichenoe Woche die Böttcherwoche heißt (wegen des in derselben stattfindenden Markteseheawaaren), und Nijhnij - Nowgorod. Die in der laufenden Messe entstandenen Zahlungs-dixtu,^lungen werden keineswegs sämmtlich auch während ihrer Dauer zur Erledigung gebracht,^ ^i°lgen sehr viele Käufe auf Credit, insbesondere zwischen den schon miteinander inWen 1113 stehenden Geschäftshäusern; viele aus Geschäften der eben stattfindenden Messe ent-^ehulden werden zahlbar in der nächsten oder in der nächsten Messe contrahirt, auchb bar in einer spätern Messe eines andern Ortes. Hier und da, namentlich auf den