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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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504 Messing

ausgezeichnet ist, geht denselben ab. Der massenhafte Gebrauch von Messern aller Art macht esunmöglich, daß in allen Fällen zur Herstellung der Klinge die wünschenswerthe Sorgfalt ange-wendet wird; daher ist in der That die bei weitem größte Mehrzahl der Messer der Art, da?sie nur eine kurze Lebensdauer besitzt. Meistens, namentlich früher, wurden die Messer ge-schmiedet, in der Neuzeit aber werden sie in sehr großen Mengen gegoffen, dann ohne weitergroße Vorbereitung geschliffen und kommen so unmittelbar in den Handel.

Messing. Das Kupfer, sonst eins der werthvollsten Nutzmetalle, ist als Gußmaterial un-brauchbar, da es in den Formen steigt, Höhlungen bekommt und beim Erkalten spratzt. EUZusatz von Zink beseitigt diese störenden Eigenthümlichkeiten, und deshalb sind die Legirungeu au^Zink und Kupfer, welche die Vorzüge beider Metalle vereinigen, längst zu einem unentbehrlicheMaterial für die mannichfachsten Gegenstände des häuslichen und gewerblichen Gebrauchs ge-worden. Je nach ihren Mischungsverhältnissen zeigen diese Legirungen beträchtliche Abweichung^namentlich in Bezug auf Farbe, Härte und Dehnbarkeit. Die Farbe geht mit steigendemgehalt aus dem Kupferrothen in Gelb, Weiß und Grau über, doch sind diese Farbenabstufungedem Zinkgehalte nicht proportional: Bei 12 —19 Proc. Zink (wir citiren diese Angaben voKarmarsch) wird die Farbe röthlich- oder bräunlichgclb, von da bis zu 30 Proc. Zink imnüHeller gelb; eine Legirung mit 32 Proc. Zink ist gelb mit röthlichem Stich, der bis zu 48zunimmt, wo die Mischung eine rein goldgelbe Farbe zeigt; 53 Proc. Zink geben eine röthlrw'weiße, 64 Proc. eine bläulichweiße Legirung; von 75,— 90 Proc. tritt ein Helles Bleigraauf, welches bei zunehmendem Zinkgehalt in die Farbe des reinen Zinks übergeht. Die TE'barkeit steht im allgemeinen im Verhältniß des Kupfergehalts, ist am größten bei 15—20Zink und noch bei 40 Proc. in genügendem Maße vorhanden; Legirungen mit mehr als 45sind wenig dehnbar, über 60 Proc. sehr spröde. Die bläulichweiße, stark glänzende Legirung aU *1 Thl. Kupfer und 2 Thln. Zink ist z. B. so krystallinisch, daß sie sich mit Leichtigkeit zu P"^stoßen läßt; 1 Thl. Kupfer und 8 Thle. Zink liefern eine noch härtere Composition, ausman Scheiben zum Schleifen und Poliren gefertigt hat. Die erwähnten Angaben über DE'barkeit gelten für mittlere Tentperaturgrade; in der Glühhitze lassen sich nur Legirungen nn35—40 Proc. Zink hämmern und walzen.

Von den Legirungen beider Metalle finden die gelben mit überwiegendem Kupfergehalte v et 'zugsweise technische Verwendung. Man bezeichnet sie allgemein als Gelbkupfer oder MesÖ^und unterscheidet das gelbe Messing (auch schlechthin Messing genannt), mit durchschnitt^70 Proc. Kupfer und 30 Proc. Zink, von dem Tomback (rothes Messing, Rothguß), dessen 3**")gehalt meist nur 8—18 Proc. beträgt. Beide waren schon im Alterthume als Aurichalcumsannt und vielfach verarbeitet. Unbekannt mit der Existenz des metallischen Zinks, deffen GeNN^nung erst gegen Mitte des 18. Jahrhunders in Europa aufkam, schlugen die Alten zur Darstelln^der Legirung ein Verfahren ein, welches sich bis auf die jetzige Zeit erhalten hat. Sie schmolztgerösteten Zinkspath (Cadmia), geröstete Blende, oder ziukreiche Ofenbrüche (Tutia) mit Kupst^und Kohle zusammen; dabei wird das Zinkoxyd zunächst durch die Kohle reducirt, und die eN'stehenden Zinkdämpfe treten mit dem schmelzenden Kupfer in chemische Verbindung. Die Meth^ist unvollkommen, da ein beträchtlicher Zinkverlust durch Verdampfen stattfindet und die fast 1,1fehlenden Verunreinigungen der Zinkerze, namentlich Eisen, Blei und Arsenik, in die LegirnVzu deren Nachtheil übergehen. Viel rationeller stellt man jetzt fast allgemein das MessingTomback durch directes Zusammenschmelzen beider Metalle dar und führt .diese Operation 1größerm Maßstabe auf den Messingwerken aus; Gelbgießer und Bijoutericfabrikanten, als Ha"l' 'consumenten der Legirung, beschränken sich meist darauf, das gekaufte Rohmessing und Messingabfalle einzuschmelzen und durch Guß, Walzen, Prägen u. dgl. weiter zu verarbeiten ^Schmelzofen dient ein elliptischer aus feuerfesten Steinen erbauter Schachtofen mit einem 'über welchem eine durchlöcherte mit Thon bekleidete Eisenplatte oder eine Reihe gemauert^Gurtbögen zur Aufstellung der Schmelztiegel angebracht sind. Letztere werden durch die obeiOeffnung des Ofens, die mit der Hüttensohle in einer Ebene liegt, eingeführt und so ausgast^ 'daß die Flamme sie allseitig umspielt. Man schmilzt zunächst Messingäbfälle ein, deren Geg^wart die Gleichförmigkeit der Mischung befördert, füllt dann die Tiegel mit Kupfergranalienkleinen Zinkstückchen in abwechselnden Schichten, die zur Verhütung der Oxydation durch Koim^pulver voneinander getrennt werden und schmilzt von neuem. Die fertige Legirung gießt maneine Grube, welche aus Gestübbe (einem Gemenge von Kohlenpulver und plastischem Thon) e ^erwärmtem Sande geformt ist, zerschlägt den erstarrten Klumpen noch heiß in Stücke und erhaso dasstliohmessing (Stückmessing, l1.rco), welches als Guhmaterial dient. Walzwerke n>