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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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Metalle und Metalloide

Farben vor, wie man an dem Gold, Kupfer u. s. w. sieht. Im pulverförmigen Zustands sind

diese Körper auffallend anders gefärbt. Die erstgenannten, welche eine weiße Farbe besitzen,sind bei feiner Vertheilung rein grau, ins Schwarz spielend; pulverförmiges Gold ist dunm-braungelb uud pulverförmiges Kupfer gelbroth. Im matten Zustande erscheinen einige, z-das Messing, die Bronze, Legirung von Kupfer und Aluminium, Legirung von Silber unKupfer u. s. w.

Die Metalle sind bei gewöhnlicher Temperatur fest, nur das Quecksilber ist flüssig. Alle f'” 5schmelzbar, aber der Schmelzpunkt ist ein außerordentlich verschiedener. Es schmilzt:

Quecksilber

bei

—

40° C.

Zink

bei

+

412°

C.

Kalium

„

+

55° „

Antimon

„

+

425°

„

Natrium

+

90° „

Silber

,,

+

1000°

„

Zinn

„

+

230° „

Kupfer

„

+

1160°

„

Wismut

„

+

250° „

Gold

„

+

1200°

„

Blei

„

+

330° „

Legirungen schmelzen meist bei einer niedrigern Temperatur als jedes der Metalle, slU fwelchen sie zusammengesetzt sind. Es gibt solche, die schon unterhalb des SiedepunktesWassers schmelzen, z. B. eine Legirung aus 2 Thln. Wismut, 1 Thl. Zinn und 1 Thl.deren Schmelzpunkt bei 94° C. liegt. Einige Metalle hat man früher in größern MassenOsenfeuer nicht zu schmelzen vermocht, weil der Schmelzpunkt zu hoch gelegen ist, so z.Metalle der Platingruppe. In neuerer Zeit ist aber durch die Bemühungen von Deville uDebray auch dieses Problem.gelöst und man hat bereits Platin in Massen von 2 Ctrn.schmolzen und in Formen ausgegossen. Natürlich muß mau sich dazu ganz außerordentlichHülfsmittel bedienen; die genannten Chemiker wandten ein Löthrohrgebläse von Leuchtgas üSauerstoffgas an, durch welches sie ungeheuere Stichflammen auf die zu schmelzende Met« 'masse leiteten.

In Bezug auf die Ductilität zeigen die Metalle große Verschiedenheiten. Einige, w»«eine krystallinische Struetur besitzen, sind so spröde, daß sie unter dem Hammer sofort in Stä ^zerspringen und sich im Mörser vollkommen pulverisiren lassen. Andere dagegen sind dehne ^und lassen sich zu dem dünnsten Draht und zu den feinsten Blättchen ausarbeiten. Ductile 2) £ 'talle sind: Gold, Silber, Platin, Palladium, Kupfer, Zinn, Blei, Eisen, Nickel, Zink,mium, Natrium, Kalium und erstarrtes Quecksilber. Zink ist nur bei hoher Temperatur (100^150°) ductil, sonst ist es ziemlich spröde, ein Umstand, der seine Anwendung längere Zeithindert hat. Antimon und Wismut sind spröde, ebenso Gußeisen, wogegen Schmiedeeisen sthductil ist. Um ductile Metalle zu Draht zu ziehen, läßt man sie allmählich durch immerLöcher gehen, welche sich in einer Stahlplatte befinden. Die Ductilität zeigt sich nach denRichtungen der Hämmerbarkeit und Ziehbarkeit hin verschieden. Nicht alle Metalle,hämmerbar sind, sind auch ziehbar und umgekehrt. Folgende Uebersicht stellt die Metalle ifl ßReihenfolge zusammen, in welcher sie abnehmend eine immer geringere Hämmerbarkeit u>,Ziehbarkeit besitzen.

Hämmerbar:

Ziehbar:

Gold,

Gold,

Silber,

Silber,

Kupfer,

Eisen,

Zinn,

Nickel,

Platin,

Kupfer,

Blei,

• Zink,

Zink,

Zinn

Eisen,

Blei.

Nickel.

Hieraus ersieht man, daß das Gold und das Silber in beiden Beziehungen obenanIn der That ist es bekannt, daß diese Metalle sich zum feinsten Draht ausziehen und, nan^nlich das Gold, sich zu den allerfeinsten Blättchen ausschlagen lassen. Beim Eisen ist zwarZiehbarkeit bedeutend, aber die Hämmerbarkeit nur gering. Das Aluminium, welches in d^!Tabelle nicht mit aufgeführt, ist bei gewöhnlicher Temperatur ziemlich spröde, wenn man es .wiederholentlich vorsichtig erwärmt, so läßt es sich ebenfalls hämmern und ziehen, wenn anicht in hohem Grade. Wollaston hat einen Platindraht hergestellt, dessen Durchmesser ein