Meteore 511
saunten Mischungen werden aber noch bei weitem übertreffen durch die vor einigen JahrenWood angegebene. Derselbe hat die Beobachtung gemacht, daß das Cadmium in hohem, abe bie Eigenschaft besitzt, den Schmelzpunkt derartiger Legirungen zu erniedrigen. Ein Ge-'ich aus 15 Thln. Wismut, 8 Thln. Blei, 4 Thln. Zinn und 3 Thln. Kadmium schmilzt beidx ^^peratur von 60—65°, sodaß man das geschmolzene Metall bequem eine Zeit lang mit^ ^ Singer umrühren kann. Das leichtschmelzbarste der zu dieser Legirung verwandten Metalle,r. Zinn, schmilzt bei 229°, das Wismut bei 256°, das Kadmium bei 320°, daS Blei bei 334°.unb aus den Mengenverhältnissen würde sich der mittlere Schmelzpunkt von 280° be-Men. Man sieht also, daß durch die Vereinigung dieser Metalle eine Herabdrückung deschinelzpunktes um 215 — 220° oder um 160° unter den des leichtflüssigsten der angewandtenstalle stattgefunden hat. Weniger bedeutend, aber noch mehr in die Augen fallend ist diechrnelzpunkterniedrigung bei einer Legirung aus gleichen Atomen Kalium und Natrium, dietz gewöhnlicher Temperatur flüssig ist, während Natrium bei 90°, Kalium bei 58° schmilzt. Esj 0l 7 lent noch erwähnt zu werden, daß diese Erscheinung sich nicht auf die Metalle beschränkt,W ern verbreitet ist in der Natur, wie z. B. aus dem Verhalten der Fettsäuren u. s. w.^ vorgeht. Man würde wahrscheinlich nicht weit fehl greifen, wenn man ganz allgemein denei» aufstellte, daß alle Stosse, welche sich durch Zusammenschmelzen vereinigen lasten, dadurchhab ^"vrigung ihres mittlern Schmelzpunktes erleiden. Die leichtflüssigen Metallegirungenw r*? v^vncherlei Anwendung überall da gefunden, wo es darauf ankam, eine harte und feste,h ^ vich aber durch mäßige Temperaturerhöhung flüssig zu machende und deshalb leicht entfern-e Mäste zu benutzen, so namentlich zu Matrizen und Modellen für die Galvanoplastik. Um^ ^vure Matrizen von Medaillen u. s. w. zu bekommen, muß man Sorge tragen, daß keine?°^schen zwischen Metall und Münze hängen bleiben. Man erreicht dies am besten dadurch,^ man die Münze, an einem kleinen Fallwerke befestigt, von einer gewissen Höhe auf die von^khd ^wohl gereinigte Oberfläche des Metalls herabfallen läßt. Das so sehr leicht schmelzbare^."vb'schx Metall ist selbst als Zahnkitt empfohlen worden. Eine wichtigere Anwendung als dieerwähnten haben solche leichtflüssige Legirungen gefunden, deren Schmelzpunkt zwar niedrig,doch bedeutend über 100° liegt, indem man sie zu Sicherheitsventilen und warnendenst^^rstandszeigern an Dampfkesseln benutzt hat. Da die Spannung des gesättigten DampfesTemperatur entspricht und dieses Verhältniß sowie die steigenden Schmelzpunkte einer Reiheitcix ^girungen bekannt find, so hat es keine Schwierigkeit, ein Metallgemisch zu finden, das beiseiner bestimmten Dampfspannung schmilzt. Ein in geeigneter Weise an einem Dampfkessels^^rachter Pfropfen dieses Metalls wird demnach verhindern, daß eine gewisse Spannung über-dex sr vurd, indem er dabei schmelzen und somit eine Oeffnung hervorbringen würde, die in^isgel so eingerichtet ist, daß der ausströmende Dampf eine Warnungspfeife ertönen läßt.Meteore sind im allgemeinsten Sinne alles, was in der Atmosphäre vorgeht, in welchem Sinnechs f ^ Wort Meteorologie (f. d.) gebildet hat. Dieser frühere Sprachgebrauch kann jedoch alsgeb ** betrachtet und die Bezeichnung Meteor vielmehr in einem andern Sinne von Objecten^ glicht werden , die, wie wir jetzt wissen, ihrem Ursprünge nach unserer Atmosphäre gar nicht
^ den angeblichen Irrlichtern verwechselte, wird jetzt unter dem Namen Meteor zusammengefaßt,ß.. vie „vom Himmel gefallenen Steine", da über ihren Zusammenhang mit den erwähnten^.icheinnngrn kein Zweifel mehr stattfindet, als Meteorsteine, Meteorerjen, überhaupt-^bieoriten aufgeführt. Es hat lange gewährt, bis man ihnen da» kosmische Bürgerrechttz.^vnd; bald sollten es Auswürflinge ungeheuerer, in unzugänglichen Gebirgen versteckterane ' bald Producte unserer Hohöfen sein, deren heiße Dünste in den obern Lustgegendensg iv Fenermeteoren zusammenballten. Eine spätere Meinung, als deren letzter Repräsentant>!r^^vberg zu bezeichnen ist, ließ sie aus den Mondvulkanen zu uns herübergeschleudert werden,v>an berechnete den Punkt zwischen Erde und Mond, von wo ab ein dem letztern entstam-ik • Körper der Anziehung des von uns bewohnten Hauptplaneten gehorchen müsse. Es zeigtei,».^Voch bei genauern Beobachtungen, daß der Mond zwar sehr viele und sehr große krater-^^ge Bildungen, jedoch keine noch jetzt thätigen Vulkane besitze, wenn ja solche dort stattfanden.b afe denn die von Chladni zn Anfang dieses Jahrhunderts zuerst ausgesprochene Meinung,"se Meteore sich als kleine Weltkörper in den kosmischen Räumen bewegen, bei großer Näheiktzt '^bar werden und bei noch größerer sich an der Erde als Meteorsteine niederschlagen, die^gemein recipirte geworden.
Einzelne Meteore dieser Art kann man fast in jeder heitern, namentlich den mvndfreien Nächten
gehören.
Was man vordem als Feuerkugeln und Sternschnuppen aufführte, häufig auch noch