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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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520
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520 Meteorologie

bestimmen. Die Aufnahme der Luftfeuchtigleit findet, wie die Aufnahme der Wärme, ganz vo^waltend in der heißen Zone statt, denn es wird nicht nur das dort gelegene Erdreich, sondMauch das Weltmeer stark erwärmt, und mit der Luft gleichzeitig steigt eine große Menge vondämpfen tagtäglich empor. Die Luft ist dort ihrem Sättigungspunkt, der an und für fich W]sehr hoch liegt, immer ziemlich nahe. Diese mit Wafserdämpfen beladene Luft wird, nachdem 1'aufgestiegen und der unmittelbaren Wärmestrahlung der Erdoberfläche entzogen ist, allmähuabgekühlt und begibt sich außerdem, wie wir gesehen haben, nach nördlicher oder südlicher gele-genen Erdstrichen, deren Temperatur schon durch den schrägen Stand der Sonne eine niedrigerist. Die unmittelbare Folge davon ist, daß die heiße Luft, während sie sich abkühlt, einen gewiss^Theil des aufgelösten Wasserdampfes abschneiden muß. Außerdem begegnet sie noch dem voPol kommenden kältern Luftstrom, welcher die Abkühlung beschleunigt, folglich die Ausscheidsdes Wasserdunstes begünstigen muß. Der Aequatorialstrom verliert hiernach auf seinem Wegzum Pol den bei weitem größten Theil des aufgenommenen Wassers wieder, welches sich in de>obern Regionen als Wolken ansammelt. Die Form, unter welcher das Wasser sich in den meiPFällen ausscheidet, ist die Bläschenform. Solange diese besteht, bleibt die Wassermasse in teLuft schweben; wenn aber durch die Berührung vieler Bläschen eine Vereinigung stattfinde'bilden sich nach und nach Tropfen, welche dann wegen ihrer Schwere sich nicht mehr in der U»schwebend erhalten Mnen, sondern als Regen herabfallen. Der Ort, wo sich diese Wassernialstausscheiden, ist natürlich von der Richtung des Aequatorialstroms abhängig. Wenn derström über eine breite Landesfläche geht, sodaß der Aequatorialstrom dadurch verdrängt wird, Ikann in den betreffenden Gegenden keine auffallend große Wolkenbildung eintreten; dagegen wssin den benachbarten Regionen, wo der Aequatorialstrom zur Herrschaft gebracht ist, eine »n»1größere Wasserabscheidung eintreten müssen. Die Herrschaft des Windes' über einem bestimm^Landstrich kann durch gewisse Formation der Erdoberfläche f z. B. bewaldete Gebirgszüge, el, ’ (langandauernde und vorwaltende sein, sodaß gewisse Landestheile fortwährend mehr von ^einen, andere wieder mehr von deDß andern Strome bestrichen werden. Daher komnft es, daß/manchen Gegenden eine feuchtere, in andern wieder eine trockenere Witterung vorherrschendMit Einem Wprte, man sieht, daß die Windrichtung die erste und wichtigste Bedingung fürNatur des Wetters ist.

Länder, welche vorwaltend Süd- und Südwestwind haben, besitzen nüldes und feuchtes, andrU'in denen vorherrschend Nord und Nordost weht, ein trockenes, im Winter kaltes und im Som>üheißes Klima. Das mittlere und westliche Europa gehört zu der ersten Kategorie von LandstrE ■In unserer Gegend herrschen die Süd-Südwest- und Westwinde; nur ausnahmsweise kommt dNord und Nordost auf längere Zeit zur Geltung.

So befriedigend auch zur Zeit unsere Kenntniß von denjenigen Ursachen ist, welche dasüberhaupt bedingen, so mangelhaft sind andererseits unsere Erfahrungen in Betreff derjenige"Umstände, welche eine bestimmte Witterungsveränderung veranlassen. Dies gilt natürlich bes»"ders von der gemäßigten Zone; dieselbe ist von dem 23. bis etwa zum 60.-—70. Bre>^grade. Hier ist unsere Kenntniß der Wettererscheinungen eine ziemlich dürftige. Wir könd^

wol sagen, weshalb es regnet oder schneit, wenn Südwest- over Westwind im SommerWinter eingetreten ist, nicht aber vermögen wir eine bestimmte Aussage darüber zu machen,lange das Wetter seinen gegenwärtigen Zustand erhalten, wann es in einen andern überg^und welcher Art der neue Zustand sein wird u. s. w. Gleichwol sind wir vom Wetter so a»ßsordentlich abhängig, daß es von jeher einer der lebhaftesten Wünsche der Menschen gewesen N'nur ein klein wenig Voraussicht in Betreff des Wetters zu erlangen. Von den ältesten Zeiten ßhaben sich die Menschen mit einem großen Interesse der Beobachtung des Himmels undWettererscheinungen hingegeben, um eine gewisse Gesetzmäßigkeit herauszufinden, leider ® ghaben diese noch zu keinem auch nur einigermaßen befriedigenden Erfolge geführt. Zwar h^ ' (zu allen Zeiten Menschen gegeben, welche mit gereifter Erfahrung und ausgebildeter natürl'^Beobachtungsgabe aus bestimmten Constellationen gewissermaßen instinctiv auf gewisse ®Veränderungen zu schließen vermochten und sich darin selten zu irren pflegten, allein allgemeRegeln hat bisjetzt noch niemand aufzustellen vermocht, sodaß nach denselben sich auch a»d^mit weniger scharfer Beobachtungsgabe ausgerüstete Menschen danach hätten richten können,das Wetter knüpfen sich eine unendliche Zahl von Sprichwörtern und sprichwörtlichen Redtarten, welche, wenn sie alle wohl begründet wären, uns aus aller Verlegenheit helfen müß . tDenn kaum eine Woche des Jahres bleibt in diesen Sprüchen unbedacht. Es geht aberwie mit der Auslegung der Träume oder wie mit Wahrsagen aus Karten; häufig treffen