Meteorologie 521
^hhezeiungen ein, ebenso hänfig schlagen sie fehl. Sehen wir nun zu, inwieweit man überhauptStande ist, über die Aenderungen des Wetters mit Gewißheit etwas vorauszusagen.
Vor allen Dingen ist hier zu unterscheiden, ob man die Art des Wetters auf längere Zeitrausbestimmen oder nur die Witterungserscheinungen der unmittelbar folgenden Zeit vorher-^3en wollen. Ersteres ist im allgemeinen als ein durchaus nutzloses Bemühen hinzustellen. AnJ^tn bestimmten Tage sagen zu wollen, daß in einigen Wochen.oder Monaten auf Wochen odervnate lang solches oder solches Wetter herrsche, steht im allerbestimmtesten Widerstreit mit dengemachten wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungen. Wenn man z. B. aus dem^ ®tter, welches um Weihnachten, auf das schließen will, welches im Laufe des Sommers ein-e en wird, so täuscht man sich entweder, selbst oder andere, und dennoch gibt es eine Massebrüche, welche dieses versuchen, z. B.:
„Morgenroth am Neujahrstag bedeutet viel Ungeteilter des Jahres."
„Viel Nebel im März, viel Gewitter im Sommer."
„Vierzig Ritter (9. März) mit Eis und SchneeVhun dem Ofen noch vierzig Tage weh."
„Wie's wittert am Medardustag (8. Juni),
So bleibt» sechs Wochen lang danach."
„Der Vormittag des Jakobitags bedenket die Zeit vor Weihnachten, der Nachmittag die Zeitnach Weihnachten."
„Wie Bartholomäi Tag sich hält,
So ist der ganze Herbst bestellt."
„Vierzig Tage nach dem ersten Nebel im Frühling kommt das erste Gewitter."
„Um den vierzigsten Tag nach einem vvm Monat September sich zeigenden Trocken- undhöhenrauchartigen Nebel tritt strenge Kälte ein."diese und ähnliche Sprüche gehören in diese Kategorie. Es steht jetzt positiv fest, daß, z. B.^ den ersten Spruch bedeutet, das Morgenroth am Neujahrstag absolut gar nichts mit denJ^etoittern des Jahres zu thun hat, und daß, wenn es eben eintrisst, dies ein reiner Zufall ist.
können die Nebel im Monat März gar nichts für die Gewitter im Sommer. So verhält^bch mit sämmtlichen übrigen Prophezeiungen dieser Art. Der Volksglaube hat sich von jeher^ selche bestimmte Tage gehalten; aus welchem Grunde dies geschehen, wäre jetzt schwer zu sagen.»Nd" derartige Tage, welche als wetteranzeigende geachtet werden, die Los- oder Urteltage° kennt deren eine ganze Reihe.
sftij ®&enfo werthlos sind alle diejenigen Wstterprophezeiungen, welche aus dem Verhalten dertz.^ss^n - oder Thierwelt zu einer bestimmten Zeit auf das Wetter einer später folgenden Zeitifte ^ ziehen wollen. Hierher gehören Prophezeiungen wie diese: Wenn der Nußbaum»Nd ^ er Weißdorn, die Eiche und die Bäche reichliche Früchte trägt, sv soll dies einen grausamenharten Winter andeuten. Wenn das Laub fest und lange am Stamme haftet oder gar vorr tini nicht vom Baume füllt, soll derselbe Erfolg eintreten. Wenn die Stämme dagegen früh^.olos werden, so soll man einen schönen Herbst erwarten dürfen, u. s. w. Alle diese und ähn-Jr Erscheinungen hängen wol mit dem Wetter zusammen, keineswegs aber mit der Natur der^ * eintretenden Wetterverhältnisse. Wie diese sich regeln, hängt von ganz andern Umständen' welche mit dem verflossenen Wetter, soweit wir es wenigstens zu überschauen vermögen, inkeinem Zusammenhange stehen. Aehnlicher Art sind die Prophezeiungen, die sich an dieUrwelt knüpfe». Dem Jnstinct der Thiere hat man von jeher viel Achtung in Betreff der»d-.k^kenntniß gezollt, leider aber mit Unrecht. Man ist dabei vielleicht von der Erfahrunglinket worden, daß der kranke und schwache Körper gewisser Menschen eine größere Empfind-<!(, e, t für das Wetter und dessen Erscheinungen zeige als der gesunde und starke. Man hatsn® ar das Ungereimte bedacht, welches darin liegt, daß ein Thier z. B. schon im März
ii^ergefähl des folgenden Winters und mitten in der Wärme ein Vorgefühl des erst lange§Sy 'eintretenden starken Frostes haben solle. Es wäre dies offenbar eine der wunderbarstenfeigen in der Natur. Der aufmerksame Beobachter, welcher sich von allen Vorurtheilenty^wbichen sucht, wird aber stets erkennen, daß das Thier immer nur den Eindrücken folgt,^iww gegenwärtige Wetter bietet, und danach seine Beschäftigungen einrichtet. Die be-
kesten Erfahrungen haben widerlegt, daß die Zugvögel durch die Zeiten ihres Gehens unddxx^ens eine Andeutung über den Eintritt des kommenden Winters oder Frühjahrs zu gebenc " , Sei°^ en ‘ Wenn die Staare bei uns schon im Februar erscheinen, so glaubt man wol, dies sollgen, daß der Winter für uns nun zu Ende sei; in der That bedeutet es aber nichts anderes,