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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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528 Mikroskop

Auge näher rücken, um Einzelheiten, die uns vorher entgangen sind, wieder wahrzunehmenDies gilt aber nicht ohne Einschränkung. Für ein jedes Auge gibt es einen Punkt, welcher dieäußerste Grenze bestimmt, bis zu welcher man den Gegenstand höchstens nähern darf (der Nah-Punkt des Auges); bringt man das betreffende Object noch näher, so kaun das Auge nicht mehracqvmmodiren und die Vergrößerung des Gesichtswinkels hilft nichts mehr. Bei Kurzsichtig"liegt dieser Punkt dem Auge näher als bei Weitsichtigen, daher werden Kurzsichtige in Bezieh^auf die Erkennung kleiner Gegenstände den Weitsichtigen gegenüber günstiger gestellt sein, den"sie können die,zu betrachtenden Gegenstände ihrem Auge näher bringen und sind daher auch ""Stande, mehr Details zu erkennen.

Ein bequemes Mittel, diesem Mangel abzuhelfen, bieten geschliffene Gla-ser dar und zwar Convexlinsen. Mit Hülfe derselben kann man die von denGegenstände ausgehenden Lichtstrahlen so brechen, daß sie, in das Augelangt, von einem größern oder näher liegenden Gegenstände zu komm^scheinen, sodaß also der Gesichtswinkel vergrößert wird. (Näheres dariweist in dem Art. Linsen ausgeführt.) Eine jede Convexlinse kann maF'g. i. also mit dem Namen Mikroskop belegen. Man nennt sie aber gewbh"'

lich nicht so, sondern meistens nur Lupe. Die einfachsten Lupennur aus einer Convexlinse, welche meistenthcils auf irgendeine Weise gefaßt sind,man sie bequemer handhaben kann. Der Gebrauch derselben ist hinreichend bekannt. MStärke der Vergrößerung hängt natürlich ganz von der Wölbung der Linsenfläche ab. Jstärker dieselben gekrümmt sind, desto stärker die Vergrößerung. Statt einer einfachen L'Nlassen sich nun aber auch zwei, dicht nebeneinander liegende, zur Anwendung bringen, mr . tzusammengenommen wie eine einzige wirken. Man nimmt dann meistentheils zweiconvexe Linsen und combinirt dieselben in einer Fassung so, daß die gewölbtengegeneinander gerichtet sind. (Fig. 1.) Eine bequem zu gebrauchende Form des einfEMikroskops ist in Fig. 2 dargestellt. Die Linse (entweder eine einfache oder aus mehrs"^

Gläsern zusammengesetzte) ist oben aufgezahnten Stange so befestigt, daß man "oben nach unten hindurchsehen kann. An ^Stange bewegt sich mittels eines Zahnrades ^kleines Äschchen auf und ab, welches in tMitte eine Durchbohrung hat. Daraus J"der zu beobachtende Gegenstand auf eine kleGlasplatte gelegt und durch einen # c cl i

Spiegel von unten her beleuchtet. MitLinsen dieser Art läßt sich schon eine recht I aVergrößerung hervorbringen; allein derbrauch derselben ermüdet das Auge doch „ordentlich, und ein längeres Arbeiten daransogar nachtheilig werden. Deshalb verdientfolgende Instrument den Vorzug. y-.

Das zusammengesetzte Mikroskopsteht aus zwei Linsensystemen, welche » ,ct? ^wie vorher combinirt sind, daß sie wie ein?fache Linse wirken, sondern in einerEntfernung auseinander stehen. Fig- 3schematiche Darstellung eines zus a mmengten Mikroskops; II' ist eine kleine,scharfe Sammellinse, welche in einer

untern Ende des Instruments befestigt ist. Am obern Ende desselben befindet sich eine i ^größere Sammellinse oo. Wenn man einen Gegenstand ab unter II' legt, so werden dwdiesem ausgehenden Strahlen durch II' in der Art gebrochen, daß sie in einer größern Gntsis" ,oberhalb der Linse sich wieder vereinigen und bei AB ein stark vergrößertes Bild des Geg ^standes geben. Wie man sieht, gehen von I> nach allen Punkten der Linse II' Strahls" ^öon denen aber hier nur die beiden äußersten bezeichnet sind. Da das Object ab dernalje liegt, so muß das Bild von der Linse um so mehr entfernt sein. Aus demselben ^tritt auch eine Vergrößerung ein. Das Bild ab wird nun nicht, wie mit dem einfache» M>

Fig. 2.