544 Mineralien
Krystallen, bei derben oder undeutlich krystallisirten Mineralien unerläßlich. Unter den °^if^Kennzeichen der Mineralien sind Farbe, Glanz, Durchsichtigkeit und Lichtbrechungsvermögen jbeachten. Die Farbe, auf welche namentlich früher ein übermäßig hoher Werth gelegt wurde,nicht immer charakteristisch- Allerdings zeigen einzelne Mineralien immer dieselbe Färbung,tritt Kupferlasur immer blau, Malachit immer grün, Auripigment immer gelb auf. S a 3. c j fJ(kommen andere und gerade die häufigsten, wie Quarz, Flußspath, Zinkblende in allen '“LNuancen vor und werden oft durch unbedeutende Abweichungen in der chemischen Zusammensetzn^wesentlich modificirt. Man unterscheidet zunächst metallische und nicht metallische Farben »bringt die unendliche Zahl von Schattirungen in.die acht Hauptkategorien Weiß, Grau, 'Blau, Grün, Gelb, Roth und Braun. Zur Bezeichnung der Abänderungen hat sich seit Wereine sehr umfangreiche Nomenclatur theils aus zusammengesetzten (Röthlichweiß, Bläulichen 'theils aus vergleichenden Ausdrücken gebildet. Letztere sind indeß großenkheils wenig bezeichn^'wie Messinggelb, Haarbraun, Eisenschwarz, theils geradezu unverständlich, z. B. Entenblau,ladongrün, Colombinroth, und können die eigene Anschauung in keiner Weise ersetzen. ®" CIein Mineral oberflächlich durch Verwitterung, Oxydation, Schwefelung u. dgl. eine Entmisch" 'so entstehen die Anlauffarben; die Oberfläche ist dann entweder bunt angelaufen, wenn die strartige Schicht wegen seiner geringen Dicke die Farben dünner Blättchen zeigt, wie es beim .glänz, Kupferkies, Wismut so häufig vorkommt, oder mit einer gleichmäßig anders gefärbten $ ^ .überzogen. So ist gediegenes Silber meist durch Schwefelwasserstoff oberflächlich geschwärzt'hell gediegene Kupfer durch eine Oxydulschicht dunkelroth u. s. w. Nicht selten besitzt das IPulver eines Minerals eine andere Farbe als derbe Stücke, eine Eigenschaft, welche ein wevolles Unterscheidungsmerkmal äußerlich ähnlicher Mineralien abgeben kann. So ist das sPulver des Bernsteins, das der verwandten, aber technisch weniger werthvollen Manganerze brder schwarze Eisenglanz gibt ein rothes, der gelbe Schwefelkies ein braunschwarzes Pulver. * - tprüft in solchen Fällen den Strich, d. h. man ritzt das Mineral mit der Feile oder reibtauf einer unglasirten Porzellanplatte. Das Opalisiren, Jrisiren, Schillern der Mineralien llLicht- und Farbenwechsel nach gewissen Richtungen der Masse, eine Folge ungleicher LichtbreW ^welche durch feine Sprünge oder eingelagerte fremde Körper hervorgerufen wird. Eine st» ^optische Erscheinung ist der Polychromismus, d. h. die Eigenschaft durchsichtiger Mineralien/verschiedenen Axenrichtungen verschiedene Farben zu zeigen. Der Glanz der Mineralien, ^von der Vollständigkeit, mit welcher die Oberfläche auffallende Lichtstrahlen zurückwirft, vari» ^dem Grade von stark glänzenden bis zum schimmernden und matten. Seine Qualität wirddie von selbst verständlichen Bezeichnungen Metall-, Diamant-, Glas-, Fett-, Seiden-und ^
glänz näher angegeben. Nach ihrem Verhalten gegen durchgehendes Licht unterscheidet man die ^ralien als durchsichtig, halbdurchsichtig, durchscheinend, an den Kanten durchscheinend und undsichtig, nach der Ablenkung, 'welche sie einem schief auffallenden Lichtstrahl ertheilen, inbrechende und doppeltbrechende Mineralien. Einzelne Mineralien zeigen auch Phosph^I ^d. h. sie leuchten im Dunkeln, wenn sie vorher eine Zeit lang dem Sonnenlichte ausgesetzt w" , cwie der Diamant, oder wenn man sie erwärmt (Flußspath), oder zerschlägt (Quarz), oder elel ^Funken darüber schlagen läßt. Das Verhalten der Mineralien gegen Wärme, ElektricitaMagnetismus kann hier, als zur Charakteristik derselben nicht unbedingt nöthig, Übergängen wr ^
Ihrem chemischen Charakter nach sind die Mineralien entweder Elemente oder chemffastbindungen. Letztere bilden die bedeutend überwiegende Mehrzahl. Bon Grundstoffen sindnur Schwefel, Kohle und einige-Metalle im freien Zustande gefunden worden. .Unter den ^bindungen treten einige, wie Kieselsäure und kohlensaurer Kalk in so bedeutenden Masten autz ^sie auf die Gestaltung der festen Erdrinde einen wesentlichen Einfluß ausüben. Andere st» ^sehr eng begrenzte Lokalitäten eingeschränkt. Im allgemeinen überwiegen Oxyde, Schwefels" ^kohlensaure und kieselsaure Salze an'Quantität und Artenzahl. Zur vollständigen Kenntniß^ ^Minerals gehört die genaue chemische Zusammensetzung, welche durch analytische Hülfsnn ^i»erforschen und durch eine chemische Formel auszudrücken ist. Zur oberflächlichen Erkennung bellgenügen häufig wenige einfache chemische Proben, namentlich Löthrohrproben. . t $e !
Haben wir in dem Vorhergehenden die- Hauptmomente angedeutet, auf welche btt ^schreibung eines Minerals, als eines fertigen Naturkörpers, Rücksicht zu nehmen, so erdie Bildung der Mineralien und die Zersetzungen, welche sie durch atmosphärische »n ^Einflüsse erleiden, kurz zu überblicken. Bei der Bildung der Mineralien sind ohne Zweffedieselben physikalischen und chemischen Kräfte in Thätigkeit gewesen, durch welche noch ^sseNunsern Laboratorien ähnliche Verbindungen entstehen, nur daß die Natur mit viel größer»