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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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562
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562 Moiriren Molasseformation

wirren und Bündel bilden. Man kann ihnen feuchten oder schweren Boden geben, selbst >>"Moor, wenn nicht allzu feucht, gedeihen sie. Ist der Boden aber zu fest, so werden die Mob"dünn und schlecht. Der Dung muß alt sein, sonst werden die Wurzeln fleckig. Man säet 'JJtcP'ten vom März ab, wenn es sonst die Verhältnisse gestalten, bis zum Herbst. Die ersten Aus-saaten sind in der Regel ziemlich dicht, die spätern dünner zu halten. Man harkt oder tritt dcBoden nach der Aussaat. Stehen die Pflanzen zu dicht, so muß man den Ueberfluß beimentfernen. Läßt man Mohren den Winter über im Boden, so gebe man ihnen eine Decke vonLaub oder Stroh, welche bei nasiem, mildem Wetter entfernt werden muß. Im Mistbeet treibman sehr viel die Mohre und hat sie in 3 — 4 Monaten eßbar.' In der Medicin hat man d>eMohre und ihre.Siruppräparate innerlich mehrfach als losendes Mittel verbraucht, auch w»geschabte Wurzel zu Umschlägen auf Wunden benutzt. Die Früchte, 8emina Dauci sylvestris,hat man als diuretisch und reizend angesehen. Wir bilden einen Stengel in % natürlicheGröße ab; n der obere, b der untere Theil, c die Wurzel, d eine halbe Frucht, viermal & er 'größert, e der Fruchtträger, dreimal vergrößert, f eine querdurchschnittene Fruchthälste, g el ”Blüte, beides viermal vergrößert. , .

Moiriren. Liegen die Fäden eines gewebten Stoffs in develben Ebene, so wird das ausOberfläche fallende Licht nach allen Richtungen hin in gleicher Weise reflectirt, und der Stoff )> eb 'von welcher Seite und unter welchem Winkel man ihn auch betrachten möge, durchaus gleichst'mig aus. Werden jedoch die Fäden des Einschlags in Richtungen, welche mit dem Verlaus ^Fäden nicht parallel gehen, platt gequetscht, so entstehen an den betreffenden Stellen flu^Vertiefungen, und der Stoff zeigt, in schiefer Richtung angesehen, eigenthümliche wellige und v^'wäfferte Zeichnungen. McM-nennt dergleichen Stoffe Moor oder Moirö und die mechanss^Operation, welcher die Zeuge unterworfen werden, Moiriren (Wässern). Das Verfahren ist>nach der Natur des Stoffs verschieden. Bei Baumwollzeugen legt man entweder zwei Zeugstso aufeinander, daß die Fasern miteinander schiefe Winkel bilden, und läßt sie zwischen den Kal^'derwalzen hindurchgehen, oder man ertheilt dem einfachen Zeuge, während es die Walzen pal'u^eine geringe Verschiebung nach rechts und links in der Richtung der Breite, oder endlichzieht das Zeug, bevor es zwischen die Walzen tritt, straff angespannt über die wellenförmig all fgeschweifte Kante einer Eisenschicnc und erzeugt dadurch eine geringe Verrückung der Einschußfäden. Das bekannteste Vaumwollzeug dieser Art ist der zu Sofabezügen u. s. w. häufig cCt Jwendete Möbelmoor, ein durch Kalandern gewässerter Berkan. Unter den Scidenzeugen eig^sich namentlich die mit stark hervortretenden Schußfäden und glänzenden Fasern, wie GrosDoui-s, Gros de Naples u. f. w., zum Moiriren. Man besprengt den Stoff mit Waffer, läßt "halb abtrocknen und zwischen hohlen, in Wasserdämpsen geheizten Walzen hindurchgehen. Scib^Länder legt man, nachdem sie besprengt und wieder getrocknet sind, zu je zwei aufeinanderläßt sie die Kalander passiren, oder man preßt eine stärkere Lage derselben in einer Schraub^'presse zwischen zwei Bretern, die durch heiße Eisenplatten erwärmt werden. r

Aehnliche Lichteffecte wie die gewässerten Zeuge zeigen gewisse Metalle, wenn ihre scheidhomogene Oberfläche in Säuren gebeizt wird. Das krystallinische Gefüge tritt dann deutlicher^vor, die einzelnen Punkte der Oberfläche werden durch das Beizmittel verschieden stark angegrim/und es entsteht ein nicht für das Gefühl, wol aber für das Auge erkennbares Relief, moire 10tallique. Namentlich schön zeigt diese Erscheinung das verzinnte Eisenblech, auf welchem^Zinnüberzug langsam zu großen Krystallen erstarrt ist; bringt man bestimmte Stellen desse^durch Behandlung mit einer Löthrohrflamme zum Schmelzen, beizt nach dem Erkalten mit e>"Mischung aus verdünnter Salzsäure und wenig Salpetersäure, wäscht mit Kalilauge undmit reinem Waffer, so entstehen die mannichfaltigsten Figuren. So liefert eine kreisförmigschmolzene Stelle einen vielstrahligen Stern, aus geschmolzenen und wieder erstarrten Slre'bentstehen Büschel und Garben; wird eine ganze Blechtafel gleichmäßig über Kohlenfeuer erund dann in kaltes Waffer getaucht, so zeigt die Oberfläche ein granitähnliches Gefüge. T"Ueberziehen mit einem durchsichtigen Lackfirniß läßt sich die Schönheit des Effects beträKerhöhen. Das Verfahren wurde 1814 durch Allard in Paris entdeckt und fand zur Verziehvon Zuckerkästen, Theebretern u. s. w. vielfache Anwendung, ist aber jetzt ziemlich aus der Agekommen. _

Molasseformation ist die geologische Bezeichnung für gewisse im Alpengebiet sehr verbal ftertiäre Ablagerungen, welche vorherrschend aus gewiffen Sandsteinen bestehen, die man inGegenden der Schweiz Molasse zu nennen pflegt. Die Benennung ist von da auch auf gteuA