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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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573
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Mond

^blickt

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»V. — man dann nur die großen grauen, meist schon dem bloßen Auge sichtbaren Flecke und eine^emge großer langer Lichtstreifen, die von gewissen Mittelpunkten aus sich strahlenförmig^breiten und ohne Unterschied über Berge und Thäler hinziehen.

. Für den Beschauer, den nicht die wissenschaftliche Forschung, sondern nur das Verlangen,wen fremden Weltkörper sich genauer anzusehen, vor das Fernrohr führt, bietet deshalb der^mimond sehr wenig Interessantes, bei weitem mehr die Zeit um das erste oder letzte Viertel,^üm. Alsdann erblickt man die uns so fremdartigen Ringgebirgsformen wie die übrige Terrain-faltung durch die schwarzen Schatten prachtvoll hervorgehoben, und der Sonnenaufgang über'"cm größer», mannichfach gegliederten Ringgebirge, wie die mit den Namen Tycho undHernicus bezeichneten ( 1^—2 Tage nach dem ersten Viertel), gehören zu dem Schönsten, wasam Himmel erblicken kann. Die kleinern und kleinsten dieser Ringwälle sind in mehrerenAtzenden des Mondes wie eine Perlenschnur zu 6 — 8 aneinander gereiht; in einigen Fällen' 9t ein offenes Thor den gemeinschaftlichen Wall zweier Ringe durchbrochen und die beiden Tiefen'ieinander verbunden. Einzelnstehende Hochgipfel, rings von freier Ebene umgeben, sind auff Blonde ziemlich selten. Ein gewaltig steiler, Pico genannt, erhebt sich'im nördlichen TheileJ 5 Mondes zu 6700 Fuß. Die höchsten Gipfel finden sich im sogenannten Apenninus, wo der■~ er 9 Huyghens 17000 Fuß hoch ansteigt und schroff wie eine Mauer nach Südost abfällt. Diefßien Tiefen zeigen.sich dagegen im Süden, wo das Innere des -rychv 1/400 und das des^>oton 22000 Fuß unter dem umgebenden Walle gelegen ist.

,, Noch zeigt sich auf dem Monde eine Form, die der Erde fast ganz fehlt: lange, sehr tiefe undfast Spalten, bei voller Beleuchtung feine Lichtlinien bildend, bei schräger im Innernharzen Schatten zeigend. Es sind nicht Flußbetten, denn einmal zeigen ihre beiden Endenfts, was auf eine Quelle oder Mündung gedeutet werden könnte, und sodann ziehen mehrere,.deutlich die lungern, über Unebenheiten hin, also auf und nieder. Auch zeigen sie (mit einerzeigen Ausnahme) keinen geschlängelten, sondern entweder geradlinigen oder in Winkeln ge-f^enen Lauf. Eine genauere Untersuchung dieser hier nur in ben allgemeinsten UmrissenEhrten Gestaltung läßt keinen Zweifel darüber, daß der Mond durch Eruptionen seine fetzige, ^flächengestaltung erhalten hat, und daß diese Eruptionen verschiedenen Bildungsepochen,,o.^ichsam selenologischen Perioden, angehören. Von den großem Ringgebirgen findet sichdas nicht mehr oder minder zerklüftet und von spätern Bildungen durchbrochen ist. Auch auf^ n lerec Erp? haben massenhafte Hebungen stattgefunden, und spätere sind ihnen gefolgt, außer-^ aber haben atmosphärische und fließende Gewässer sie vielfach modificirt, und unsereElegie kann sich nicht auf die jetzt.an der Oberfläche sichtbaren Formen allein basiren; sie mußM.^gerungsverhältnisse, die Struktur, die Petrefacten mit hinzuziehen, um zu einer systema-hen Gestaltung zu gelangen.. Beim Monde ist uns dies verborgen; dagegen ist die äußere,

, h allein zugängliche Gestaltung reiner und ursprünglicher erhalten, und wie vieles uns auchMonde verborgen und räthselhaft bleiben möge, so muß dennoch gesagt werden, daß wir. e ^rde, wenn wir sie nicht bewohnten, sondern nur aus ähnlichen Fernen erblickten , noch weits eni 9ec verstehen würden. Geographie wie Geologie haben mit dem Einzelnen begonnen undallmählich zum Uebersichtlichen, Generellen gelangt; die Selenographie mußte den um-

re Daß dem Monde weder Luft noch Wasser zukomme, ist eine Nicht abzuweisende Folgerung,e . hat keine lichtbrechende, keine lichtschwächende Umgebung; seine Vertiefungen sind keine Seen,1 7 Furchen keine Wasserrinnen. Die lautlose Stille kann dort durch nichts unterbrochen werden;3 ,.? Farbenspiel des Regenbogens wie die Morgen - und Abendröthe sind dort unbekannt, keineftüMerung vermittelt zwischen Tag und Nacht, die gleichzeitig Sommer und Winter sind und;k ^der unsern Tagen noch unsern Jahren, sondern unsern Monaten, entsprechen. T om schwarzenhifsünrmel strahlt die Sonne herab mit einem Glänze, menschlichen Augen unerträglich.. Ini>i ^* e f en , namentlich der Polargegenden, herrscht dort ewige Nacht, auf einigen Berggipfelnh ^ Umgegend der Pole dagegen ewiger Tag. Für Organismen wie die, welche unsere Erdekun ' en ' ist der Mond nicht geeignet, war es nie und wird es niemals sein. Unser Schicksal wäretz toenti der Erstickungstod nicht allem Andern zuvorkänie, Erblinden, Verschmachten, Erfrieren./^Schlich hat man alles Mögliche versucht, um wenigstens die Lust für die Mondbewohnere . n ' ten ) zu retten, vergeblich auf der jenseitigen Halbkugel sich nach Seen, Flüssen, Wäldern^ Sesehen, Die totale Verschiedenheit beider Weltkörper ist nicht zu bezweifeln, erst in viel wetternnen treffen wir auf Körper, die in physischer Beziehung mit unserer Erde verglichen werden