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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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576
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576 Mondfinsterniß

also diesen vergrößert. Schon T. Mayer hat diese Vergrößerung bemerkt, und die späternachtungen haben sie stets bestätigt. Der Grund liegt darin, daß der Theil auf dem Monde ^Sonnenscheibe, der zuletzt noch leuchtet, nicht wie in unsern Sonnenfinsternissen eine Sichel,dern ein sehr kurzes Segment bildet, das überdies nur durch die bedeutend schwächende **atmosphäre hindurch gesehen wird. Aus gleichem Grunde ist auch die Begrenzung des Erdscbull^^niemals scharf, sondern so verwaschen, daß weder Anfang und Ende der Finsterniß, noch diedeckung der einzelnen Mondflecken mit einer auf einzelne Secunden gehenden Schärfe lwobswlwerden kann, selbst nicht im besten Fernrohr. Deshalb sind Mondfinsterniffe, die in ftüheJahrhunderten fast das einzige Mittel bildeten, Längenunterschiede zu bestimmen, jetzt für dülZweck ganz außer Gebrauch gekommen. -

Solange die Finsterniß noch partial ist, erscheint der Erdschatten grau; nur wenn manFernrohr den noch erleuchteten Theil des Mondes aus dem Gesichtsfelde entfernt, bemerkt »'eine Nuancirung ins Roth.. Sogleich nach Beginn der Totalität verschwindet das Grau l'vollständig, und der verdunkelte Mond ist roth und glanzlos. Wenn die Mitte des Erdschat^den Mond trifft (was nicht nothwendig ist, selbst nicht in Totalfinsternissen), so gewahrt man ndiese herum ein schwarzes nächtliches Dunkel, außerdem aber ist auf der rothen Scheibe«^Detail zu erkennen, was sonst im unverfinsterten Vollmonde erkannt wird. Das Roth ist .schönes, gleichförmiges, mildes Rosenroth. Dies ist der normale Verlauf, der voraussetzt,die Erdatmosphäre in den Gegenden, die für den Mondbewohner den Erdrand bilden, 9 e '

oder doch nur wenig von Wolken unterbrochen sei. Da diese Bedingung oft nicht erfüllt fit, ‘wegen der veränderlichen Entfernung des Mondes er bald durch einen nähern, bald entfern^Theil des Schattenkcgels läuft, so modificirt sich hiernach die Erscheinung bedeutend. Manin manchen Totalfinsternissen den Mond ganz verschwinden, in andern nur dann und wann)zelne Randstücke aufleuchten sehen, Das Roth kann zum trüben Kupferroth oder zum jB raunroth und dadurch die Sichtbarkeit der Mondflecken stark beeinträchtigt werden. Derdieses Vorgangs ist leicht nachzuweisen. Der Mond erhält, wenn kein directer Sonnenstrahl i”zu ihm gelangt, noch das in der Erdatmosphäre gebrochene Sonnenlicht. In diesem möge" *fangs noch alle prismatischen Farben vertreten sein. Bald aber verschwinden, wie in rlNIf,

Abendroth, die schwächcrn Strahlen des Gelb, Blau u. s. w., und nur das Roth bleibt stck^,,

(Es ist stets die Rede von dem Vorgänge bei heiterm Himmel.) 'So muß sich. um dieErdscheibe, die die Sonne bedeckt, ein rother Ring bilden, der nur verschwindet, wenn die s^nach allen Seiten hin über die Sonne so stark übergreift, daß auch selbst der gebrocheneden Mond nicht mehr erreichen kann. Bei nicht normalem, sondern wolkigem und nebelig^ ^stande der Atmosphäre werden sich in diesem Ringe alle Modificationen darstellen müsie», ^unsere Abend - und Morgenröthen bei solchen Himmelszuständen zeigen. So erhältder Vorstellung ein getreues und detaillirtes Bild des Vorgangs, wie er sich dem auf dein ^stationirten Beschauer darstellt, und es wäre eine schöne Ausgabe für unsere dioramischen 1 ,jein solches Bild auch dem Erdbewohner künstlich zur Anschauung zu bringen, was unter Lei