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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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584
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584 Morchel

bekenntniß aufgenommenen sogenannten Zehn Gebote zum Theil eine weitere Ausführung dcfst»darbieten, was das Gewissen erheischt, so ist doch mit großer Sorgfalt während der ganzen C r 'ziehung darauf zu achten, daß keine der fünf ethischen Ideen ohne Rücksicht und Pflege bleibe, Mjjalso die innere Freiheit als Wahrheitsliebe und Ueberzeugungstreue, die VollkommenheitStreben nach unausgesetztem Ausbau des ganzen Menschen, das Wohlwollen von seinen erste"Anfängen des Mitleids, der Liebe an bis zur reinen, sich selbst aufopfernden Güte herauf »""das Recht und die Billigkeit in allen Schattirungen des gesellschaftlichen und staatlichen Lebe'"beobachtet und kennen gelernt werden. So wird der eine Factor der Moral, die Einsicht, zu Sta»^

kommen. Das andere nothwendige Glied der Moralität ist die consequente Befolgung der f'

wird-

wonnenen Grundsätze, was nur möglich ist, wenn in der Erziehung Gelegenheit gegeben

daß sich der jugendliche, anfangs lange Zeit schwankende Sinn zum Charakter (s. d.) erhärte. 3diesem Zwecke muß die Schule, es muß die Hauserziehung aus ihren bisherigen beenge» |Schranken heraustreten, indem sie vorzugsweise die intelligente Ausgestaltung des Kindes, ».mehr die theoretisch-ethische Ausbildung im Auge haben. Ein moralischer Charakter kannausbilden, wenn die Schule, wenn das Haus vielfache Gelegenheit zum Thun und Handeln, iTragen und Erdulden gibt und bestimmte, von der moralischen Einsicht gebotene Pflichten »' )(erst nach, sondern schon während der Schul- und Erziehungszeit in praktischer Ausführung" ‘läßt. Noch aber haben wir ein Wort über das Verhältniß der Moral zur Religion von »öt.Wir folgen hierbei der vortrefflichen Abhandlung gleiches Namen» von Allihn und zwar »"^lieber, als wir mit ihm recht wohl fühlen, wie weit in gegenwärtiger Zeit oft Moral undvoneinander getrennt sind. Vor allen Dingen muß, wie schon aus dem Vorhergehendenist, die Unabhängigkeit der Moral von der Religion constatirt werden. Die sittliche Einsicht»’ 'wenn sie ihren absolut feststehenden Charakter bewahren will, guf unmittelbarer Evidenz beru'st,

und die Stimme des Gewissens aller Religionssekten zeigt, daß die» der Fall ist. Eine amFrage ist, ob ohne Religion ein energisches moralisches Wollen und Handeln möglich ist.blos des Menschen Wissen, auch sein Thun ist Stückwerk. Die Ideale sittlichen Wollen» "Handelns sind in unserm Busen niedergelegt, aber es ist bekannt, wie weit wir hinter densi ,in der Wirklichkeit zurückbleiben. Denn wollte sich dennoch jemand im Krastgefühl seines Wmund in der Befriedigung an einer gewissen Virtuosität des Vollbringens zu einem gewissen T»l! ^stolze erheben, wie würde, ja wie müßte sein Tugendglanz erblassen, wenn er im Aufwärtss®» ^nach den höchsten Staffeln menschlicher Größe und Würde weit über sich eine Intelligenznähme, die in den Strahlen göttlicher Heiligkeit alle seine ethischen Ideale in sich zur Wirklmvereinigt enthielte. Treiben nun zu einem solchen Abschlüsse in Gott alle Ideale der Mensche»»s ^hin, woher will der gebrechliche, unvollkommene Mensch den Muth nehmen, aufzublicken zualles verdunkelnden Glanzpunkt des Himmels? Er kann es nur wagen, indem er mit relig»^.Inbrunst an die verzeihende, ausgleichende und aufhelfende Nachsicht, Barmherzigkeit undGottes glaubt. Aber er wird bei alledem die Hände nicht in den Schos legen wollen I r jwird es nicht vermögen, wenn ihm als moralischem Menschen sein sittliches Vorhaben u>F ^Gedeihen der sittlichen Gesammtbestrebungen nicht etwas Gleichgültiges sind. Vielmehr ist £ - ^sehr nahe liegender Wunsch, daß das in bester Absicht Unternommene auch den besten Erfolg ^Nun aber zeigt die Erfahrung jedes Einzelnen, daß unser Thun nicht gar weit reicht. 3 n ‘meisten Fällen müssen wir den Erfolg den Umständen überlassen; wir können ihm nicht nächst^sondern verhalten uns im besten Falle ähnlich dem Säemanne, welcher, wenn er sein Mal»"^gethan, doch nur das Minimum für das Gedeihen der Aussaat vollbracht hat und deshalb^^l.abwarten muß, welches der weitere Erfolg sein wird, ohne im Stande zu sein, etwas zur d' 0rung derselben hinterher zu thun. In dieser Lage des Lebens und Streben» ist daher der ^an eine sittliche Weltordnung ein Trost, wie ihn nur die Religion dadurch zu geben vermag- ,sie einestheils die Hülfe eines höchstmächtigen und intelligenten Wesens, anderntheils die Host»auf eine persönliche Fortdauer uns zusichert. ^

.Mvrchtl. Dieser bekannte Pilz, auch Lorchel genannt, Morchella L., gehörtAbtheilung Helvellacei Fries., welche ein fleischiges, oft gallertartiges Hynienium mit . ( $ischläuchen besitzt. Morchella selbst hat den Strunk walzig, fleischig, holst, nach oben mit ^kegelförmigen oder glockigen, wachsigen, netzfaltigen Hute, der mehr oder weniger angewa®^,Die Schläuche, welche in der Außenschicht liegen, sind röhrig und tragen 6 — 8 Spare»-Morcheln wachsen in Wäldern und Grasgärten, oft an Wegen in Wäldern, wo die Fcuwetwas herabsickert. Sehr gern finden sich dieselben ein, wo Brandstellen waren, besonder- ^Kohlenmeiler. Dies haben auch die Pilzsammlerinnen beobachtet. Man versichert, daß ’»