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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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592 Möve

Möve (Larus). Schwimmvogel mit geradem, schneidendem, von der Seite zusammengedrückte»'Schnabel, dessen obere Kmnlade vorn hakig herabgekrümmt ist, während die Unterkinnladeihrem spitzen Ende einen vorspringenden Winkel zeigt (Fig. 1); die schlitzförmigen, Dff cneNasenlöcher seitlich auf der Schnabelmitte; die drei vorder» Zehen gaziz durch Schwimmbänte verbunden, die Hintere oft rudimentär und den Boden nicht berührend; der Kopf rund und ziewü ■dick, der Hals kurz, das meist helle, grau und weiße Gefieder dick und dicht.

Die Möven fliegen vortrefflich und sehen im Fluge oder auf dem Wasser schwimmend deTauben nicht unähnlich, auf dem Lande sitzend sehen sie dumm und garstig aus. Sie ballen 1'

in ungeheuern Scharen zusammen an allen Meeresküsten, in un-glaublichen Mengen aber besonders in den kalten Zonen, von >sie nur im Winter theilweise aus die Binnenseen der gemäßigt ^Klimate auswandern. Millionen finden sich auf allen Schccren » 1U

Klippen der Nordsee bis in das Eismeer, beständig schreiend, a» 11 '

Fig. 1. Kopf der Lachm'öve(Larus ridibundus).

fent 1 , einander die Beule abjagend, die- aus Fischen und ^möglichen Seethieren, Aesern und sonstigem ekelhaften tMcriP 1,Zeuge besteht. In großen Schwärmen folgen sie den Fischz"^''wie den Heringen, den Schissen, um die Abfälle hinabzuwürg^Schießt man eine Möve, so sammeln sich alle schreiend, stosn'"und hackend um das verwundete Glied der Gesellschaft. .,,Sie nisten meist auf unzugänglichen Klippen und legen mohne Vorbereitung auf den nackten Fels 2 — 4 weiße Eier, die vortrefflich zu essen sind. ^Jungen bleiben säst ein ganzes Jahr im häßlich grauen Dunenkleide und stinken abscheulichfaulen Fischen. Das Fleisch der alten Möven wird nur in der Noth gegesien; es riecht und schn>^tbranig. Man fängt sie leicht an Angeln mit einem Stückchen Speck oder selbst einem LeinnEläppen, den sie in unersättlicher Gier hinabschlucken. ,

Die höchst zahlreichen Arten, die sehr schwer zu unterscheiden sind, wechseln in der Größe»der Größe einer Turteltaube bis zu derjenigen einer Gans. Die großem Arten, zu welchen Z-

die schwarzflügelige Hering?»'"

(L. marinus, s. Fig

werden von den Franzosen O-oÄ»» '- -lir

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genannt. Die Lachmöve (L. r1 '

bundus), die ihren Namen von

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Fig. 2. Die schwarzflügelige Heringsmöve (Larus marinus).

eigenthümlich heisern Geschrei Hdas wie Lachen aus der Ferne klü»Lwenn eine ganze Gesellschaft z»b.men schreit, kommt am häufig,

auf die Flüsse und Seen Deutscht

und der SchwAz im Winter.

Früher zählte man zu denven auch die RanbmövenStercoraire), die man indessen L'mit vollem Rechte unter demtungsnamen Lestris abgetrenntSie haben meist dunkles, bra»»t,oder schwarzes Gefieder,fliege» »».bester als die Möven und sind w»'Seeräuber, die am liebsten vo» Pi-raterie leben. Hoch und schnell ( .gend stürzen sie sich'selbst auf"

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größere Möven, auf Seeschwalben und Tauchvögel, sobald diese einen Fisch oder sonst eineim Schnabel forttragen, und verfolgen dieselben so lange mit lautem Geschrei, Schnabel- » ((Flügelhieben, bis das geängstete Thier den Fisch fallen läßt. Pfeilschnell stürzt die Raub»»^nach, und ehe der Fisch das Wasser erreicht, hat sie ihn weggeschnappt. Außerdem fischt diemöve aber auch und jagt an der Küste auf Eier und junge Böget. Der französische Name r ,der deutsche (Struntjäger oder Kothjäger) kommt daher, weil man früher glaubte, sie verschlafden Koth, den die von ihnen geängsteten Böget abgehen ließen.

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