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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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600 Mund - und Rachenhöhleukrankheiten

Wasiers in Form der Prießnitz'schen Umschläge (s. Wärme als Heilmittel), theils der Gebrausadstringirender Gurgelwässer (aus Salbei-, Ulmenrinde-, Ratanhia-Abkochungen, aus Alaun^lösungen u. s. w.) zu empfehlen. Auspinselungen des Rachens u. s. w. mit starken Lösungen ve>Alaun, essigsaurem Blei, schwefelsaurem Zink, salpetersaurem Silber, mit Ratanhiatinctur u. s- ^sind hier oft von bester Wirkung.. Zugleich sind die ursächlichen Schädlichkeiten (angestrengte-Sprechen, Singen, das Einathmen reizender Dämpfe u. s. w.) zu vermeiden, wenn die CurErfolg sein soll. Der secundäre Katarrh (nach Tuberkulose, chronischen Kehlkopfleiden, Syptw'')erfordert neben der lokalen, der oben bezeichneten Behandlung, auch noch eine allgemeine dnr >immer von dem Arzte zu bestimmende Mittel.

Die zweite Form der Entzündung der Mund- und Rachenschleimhaut, die Phlegma»^(von die Entzündung, besonders der Theile in der Tiefe unter einer Haut) unter

scheidet sich von der katarrhalischen nur dadurch, das; bei ihr auch das unter der Schleimh^"gelegene Zellgewebe gleichzeitig entzündlich afficirt und mit Exsudat infiltrirt ist, daher sio ^einer weit starkem Schwellung der Schleimhaut, besonders am weichen Gaumen, am Zäps^und an den Mandeln bemerklich, begleitet ist. Dem entsprechend sind auch die Symptome ' l ' 1 'gleich heftiger. Außer der starken Schwellung der genannten Partien ist auch häufig Schwelln^und Schmerzhaftigkeit der Lymphdrüsen am Unterkiefer und der großen Speicheldrüse (vor ^Ohre) vorhanden. Die Schlingbeschwerden, der Speichelfluß, der üble Geruch aus demsind sehr bedeutend, Athemnoth und Schwerhörigkeit häufig. Das Fieber ist immer stark, ^Kopfschmerz heftig. Schlaflosigkeit fehlt fast nie, und manchmal treten selbst Delirien ein. ^beginnt mitunter die Krankheit ganz plötzlich mit bedeutenden Athembeschwerden, selbst Erstickung;''anfallen und heftigen Kopfcougestioueu, manchmal gehen ihr 1—2 Tage lang Abgeschlagen!)^'Kopfschmerz, leichtes oder stärkeres Frieren voraus. Nur in sehr schweren Fällen verharrt hlänger als 4—6 Tage auf ihrer Höhe und ist meist innerhalb 8—14 Tagen vollständig beendigDoch bleiben leicht chronische Anschwellungen der Mandeln zurück. Nicht selten kommt cs^

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Absceßbildungen besonders in den Mandeln, nur selten zu brandigen Zerstörungen. Derkaun durch Erstickung bei starker Betheiligung der Kehlkopfschleimhaut (Verengerung und

schließung der Stimmritze) oder durch hinzutretende Lungenentzündung herbeigeführt werden. ^Ursachen gelten im allgemeinen dieselben wie beim Katarrh. Es entsteht aber diese bösartige'Form der Entzündung leichter bei solchen Individuen, welche bereits wiederholt an der katan'^slischen gelitten und durch diese oder andere Krankheiten (Tuberkulose, Skrofulöse u. s. w.) s.geschwächt sind, bei solchen, welche unter ungünstigen Wohnungs- und Rahrungsverhültnisstleiden (feuchte, dunkle Kellerwohnungen, ungesunde und unzureichende Kost), ferner infolge l ’(.Erysipelas (Rothlauf) des Gesichts und Halses, von Scharlach, von Entzündung der Par>R''(s. Bauerwetzel) und wird unter diesen Umständen am meisten gefährlich. Für gewöhnlichist sie zwar immerhin eine bedeutendere, aber an sich nicht gerade lebensgefährliche Krankhen'In Rücksicht auf ihre Behandlung können wir für die leichtern Formen keine andern Rathsch^als die bei dem acuten primären Katarrh bezeichneten geben; in den schwerern Fällen ist^'Hülfe des Arztes unentbehrlich, die wir aber auch für die leichtern stets nachzusuchen rathen müsst'''da nicht selten auch bei anscheinend mildem Verlaufe ganz plötzlich sich sehr beängstigende Sy"^'tome einstellen können.

Die pathologisch-anatomischen Vorgänge bei der croupösen Entzündung der WuN^und Rachenhöhle sind dieselben wie die beim Kehlkopfcroup (s. Bräune) bezeichnetenbedürfen daher hier keiner weitertt Beschreibung. Es kommt diese Entzündung namentlich anHintern Partien der Nachenschleimhaut und au den Mandeln vor und ist neben den beim acutsKatarrh bezeichneten Entzündungserscheinungen der Schleimhaut besonders charakterisirt durch * fAblagerungen von croupösem Exsudat, welche als kleinere oder größere Flecken von sch»u>z0weißer oder graugelblicher Färbung, bald als dickere Membranen, bald nur wie ein ^artiger Anflug die Schleimhaut bedecken und anfänglich leicht mit einenr Pinsel, einem LössetP'u. s. w. abstreifbar sind. Die übrigen Erscheinungen des primären Rachencroups sind gleichbei der katarrhalischen und phlegmonösen Entzündung beschriebenen. Tritt der Rachencroupim Gefolge anderer schwerer Krankheiten auf (secundarer Croup), wie dies bei schwerenvon Pyämie, Typhus, Kindbettfieber, acuten Exanthemen (Masern, Scharlach, Pocken),kulose, Lungenentzündung und Kehlkopfscroup mitunter geschieht, so ist das Krankheitsbild 111 )(fach abweichend und der Verlauf der Asfectionen meist ein tödlicher. Primärer Rachencroup ^sich gehört zu den weniger gefährlichen Krankheiten, doch ist immer und besonders bei Kin^eine Mitbetheiligung der Kehlkopfschleimhaut (die secundäre Entstehung der Bräune) und de>