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Mund - und Rachenhöhlenkrankheiten
SMclß dix Möglichkeit einer wesentlichen Steigerung der Gefahr im Auge zu behalten. Die Be-??»dlung ist daher unter allen Umständen einem Arzte anzuvertrauen. Für den AugenblickW dasselbe Verfahren einzuschlagen wie beim acuten Katarrh.
Die diphtheritische Entzündung (von Suffrepa,- die Haut) unterscheidet sich in ähn-ucher Weise von der croupösen, wie phlegmonöse von der katarrhalischen, indem bei ihr ebenfalls^ Schleimhautgewebe in seiner ganzen Dicke und zugleich das unterliegende Zellgewebe ergriffenjj 1 - Sie wird außer den entsprechend heftigern Allgemein- und Lokalsymptomcn (ähnlich denen^ phlegmonösen Enizündung), namentlich auch durch die Neigung zu eiterigem Zerfall des dem^rvupbelege ähnlichen Exsudats und zu tiefgehender brandiger Zerstörung der Schleimhaut be-l""ders gefährlich. Es kann der Tod schon nach wenigen Tagen erfolgen und bedingt sein durch; le starke Betheiligung des gesummten Organismus (typhöses Fieber, schneller Verfall der Kräfte,Schlafsucht, Delirien u. s. w.) und Pyämie (bei jauchigem Zerfall des Exsudats und der Gewebs-2 °’le, in welchen dasselbe lagerte) oder durch besonders gefährliche Lokalasfectionen (ödematöseSchwellung der Kehlkopfschleimhaut mit ihren Folgen: Verschließung der Stimmritze und Er-dung, hinzutretende Lungenentzündung und ähnliche diphtheritische Processe in, Darme u.s. w.).^'"Ursachen dieser gefährlichen Afsection sind nicht bekannch obwol sie auch in vereinzeltenFällen, so namentlich secundär bei schweren Fällen von Typhu», Kindbettsteber, Pyämie, Schar-H u. s. w. beobachtet wird, so tritt sie doch meist epidemisch bei Kindern wie Erwachsenen aufhat somit in uns noch nicht bekannten miasmatischen und atmosphärischen Einflüssen ihren^»„d. Ueber ihre Anstcckungsfäbigkeit ist nkhts Sicheres bekannt, doch wird man immerhin^hlthuu, die Kranken zu separiren. Von der Behandlung gilt dasselbe, was bei der croupösen
Zündung gesagt ward. , . ,
r Bei den folgenden sogenannten specifischen (d. i. aus besondern Uyachen entstandenen)^'"zündungen der Mund- und Rachenhöhle werden wir nn allgemeinen auf dieselben^hologisch-anatomischen Vorgänge und die aus diesen entspringenden Symptome treffen als" e! den vorstehend geschilderten Entzündungen, und uns daher grvsttentheils mit VerweisungenF diese begnügen und im ganzen kurz fassen können. Zu ihnen gehören die inercurielle (vonQuecksilber), skorbutische (von Skorbut oder Scharbvck) und syphilitische Entzündung.
. Die »i e r c u r i c l l e E u t z ü u d u n g wird vorzüglich durch innerliche oder äußerliche medicamen-5 e Anwendung des Quecksilbers und seiner Präparate, seltener durch Arbeiten mit QuecksilberChemiker, Vergoider, Spiegeiarbeiter, Hutmachcr, Bergleute u. s. w.) erzeugt. In diesen Fällen^stehen viel häufiger die andern Erscheinungen der Mercurialvergistung, wie Zittern, allgemeine- "»ahrungsstörungen u. s. w. (S. hierüber Quecksilbervergiftung.) Doch ruft nicht etwa jede Oueck-Neranwendung die Mundentzündung hervor, vielmehr erst ein lang fortgesetzter Gebrauch dieser"llel oder, jedoch nur seltener, die einmalige Einfuhr einer sehr großen, aber durchaus nichtarzneilichen Gabe. (S. acute Quecksilbervergiftung in dem soeben angezogenen Artikel.) _ Die
"Eft'chiedenen Präparate und ihre verschiedene Auwendungsweise und die obwaltenden constitu-— - — AVrtfia in Berui
Mu.tieoencn Praparare uno u;se vtiju/icvmv —,.- .
'"»eilen und pathologischen Verhältnisse beim Patienten bedingen große Unterschiede m Bezugden Eintritt der Mundentzündung überhaupt sowie auf die Schnelligkeit derselben und dieFestigkeit der Afsection. Im allgemeinen (natürlich viele Ausnahmen zugelassen) steht fest, daß* le Anwendung des Kalomel (s. 'hierüber sowie die weiter zu irem-enden Verbindnngen und Prä-^»te den Art Quecksilber) die Mundentzündung am schnellsten und intensivsten hervorzurufen??St, nächst diesem die äußere Anwendung der grauen Salbe (bei Schmiercuren). Große Gaben^Fiiiel erzeugen oft später und weniger leicht mercurielle Mundentzündung (L-tomatitis, von aircp.«,7" Mund) als längere Zeit bindurch fortgesetzte kleine. Wahrscheinlich wird durch d.e auf große
Freigaben eintretende Diarrhöe das Quecksilber sogleich wieder aus dem Körper entfernt, während
7'»ere Dosen im Körper verharren. Manche Personen besitzen überdies eme große Reizbarkeitbaä Quecksilber und werden schon nach wenigen Gaben von der Affectwn befallen, währendv? andern sehr spät oder auch bei lang fortgesetztem Gebrauche gar nicht dazu kommt. Auchk, ^Achiedenheit der Krankheiten scheint einen Unterschied zu machen ,' so werden z. B. nicht( e » &ei schweren Kindbettfiebern große Mengen Quecksilber innerlich (Kalomel) und äußerlichWaue Salbe) angewandt, ohne daß inercurielle Stomatitis entstünde. Der Eintritt derselbenS ei »t jedoch begünstigt und beschleunigt zu werden durch bereits vorhandene Krankheiten desundez^ durch schlechte Lebensverhältnisse, Erkältungen, Unreinlichkeit u. s. w. Anatomischer^»straftet und Symptome. Die inercurielle Stomatitis kann der Reihe nach in allen den"ichriebcnc,, Formen der Miiiidentzüiiduiigcii auftreten, von der leichtesten (katarrhalischen) bisux schwersten (phlegmonösen), ja kann selbst zu Brand (j. n.) führen. Wir heben daher hier nur