602 Mund - und Rachenhöhlenkraukheiteu
das besonders Charakteristische derselben hervor und überlasten es dem Leser, die übrigen Erschei-nungen aus dem oben Mitgetheilten zu ergänzen. Die ersten Erscheinungen, welche auf dieKrankheit aufmerksam machen, sind: unangenehmer, metallischer Geschmack im Munde, das GeWvon Stumpfsein und Verlängerung der Zähne, Hitze und Trockenheit im Munde, der bald reich-liche Speichelabsonderung folgt, Schmerz im Zahnfleisch beim Matten unb leichtes Bluten desselben.Bald nimmt die Schmerzhaftigkeit des Zahnfleisches zu; dasselbe bekommt an seinem freienRande eine bläuliche Färbung, schwillt an und steht etwas von den Zähnen ab. Zwischen denZähnen zeigt sich eine gelbliche, schmierige, stickende Masse, der Athem wird übelriechend, ^Speichelabsonderung immer reichlicher, das Kauen schwieriger, selbst ganz unmöglich; die Zung°schwillt an und zeigt an ihrem Rande Zahneindrücke, sie ist mit einem dickschleimigen lleber-zuge bedeckt; nicht selten werden auch die Kranken von starkem Durste, Uebelkeit und Brechneigungbelästigt. So kann die Krankheit einige Zeit (Tage bis Wochen) verharren und sich dann allmäh-liche Besserung einstellen. Jedoch nicht immer bleibt es bei diesen geringern Graden, sondern e ' Jstellen sich und zwar mitunter sehr schnell viel heftigere und bedenklichere Assectionen ein, ^denen wir nur übersichtlich die charakteristischsten hervorheben. Es können croupösc und diplst^'ritische Exjudationen auftreten, welche zu zahlreichen und zerstörenden Geschwüren und zu bran-digem Zerfall führen; die Zähne können ausfallen, der Speichelfluß so stark werden, daß tägli»viele Pfunde abgehen und der unausgesetzt und dann unbehindert aus dem Munde des Kranknabfließende Speichel und Mundschleim denselben in hohem Grade belästigt; die Zunge so an-schwellen, daß sie zum Theil zum Munde herausragt; das Schlingen ganz unmöglich und sefl'^
in manchen Füllen das Athmen so behindert werden, das; Ersticknngsanfälle eintreten. I"
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höchsten Graden des Leidens gehen dann die Kranken nicht selten an dem unter solchen Umtzano ^sehr erklärlichen Kräftenerlust zu Grunde, oder tritt noch Heilung ein, so sind bleibende Störung^(Verlust der Zähne, Knochenfraß in den Kieferknochen, Verwachsungen des Zahnfleisches und *•Wangen u. s. w.) häufig genug die Folge. Ueber die eigentliche Behandlung der mercuriemStomatitis ist hier nichts zu sagen, nur warnen wir ernstlich die, welche gezwungen sind, Sm'silberprüparate zu gebrauchen, sich sorgfältig vor seder Erkältung und jedem Diätfehler zu hm_und sich einer sorgfältigen Reinigung des Mundes zu befleißigen, da, wie eben angedeutet, M"'in diesen Beziehungen den Ausbruch des Leidens beschleunigen können. -
Die skorbutische Muudentzündung ist eine wesentliche Theilerscheinung des SkorbU'
(s. d.) und daher ausführlicher bei dieser Affection beschrieben. Hier sei nur erwähnt, dap
ihren Sitz vorzugsweise, meist sogar ausschließlich, am Zahnfleisch hat, seltener werden LipUund Wangen ergriffen, und daß die Exsudate reichlich mit Blut untermischt und wirklicheanstritte in das Gewebe sowie freie Blutungen häufig sind.
Die syphilitische Entzündung kann als Katarrh oder in Form von Geschwüren ^treten; letztere haben meist ihren Sitz an der Hintern Rachenwand oder den Mandeln, dem weichtGaumen, dem Zäpfchen. Eine Unterscheidung dieser Assectionen von den ganz ähnlichen van ^logisch - anatomischen Erscheinungen bei den oben beschriebenen (nicht specifischen) Mund- ^Rachenhöhlenentzündungen istdem Laien nichtund oft auch dem Arzte ohne Kenntniß der vorgängEEreignisse (überstandene Syphilis) nur schwer möglich, daher eine specielle Beschreibung dersemunterlassen wird. Nur machen wir darauf aufmerksam, daß, wer sich in Rücksicht auf die iGrunde liegende Krankheit nicht sicher fühlt, beim Auftreten derartiger Störungen im Munde fsäumen soll, den Arzt zu Rathe zu ziehen, damit die eigentliche Ursache derselben, sollte sie je ^Handen sein, einer rechtzeitigen Behandlung unterworfen werde, da sie sonst noch andere Mweit bedeutendere Folgen nach sich ziehen könnte und überdies vernachlässigte syphilitische Raclh^geschwüre an sich schon durch die großen Zerstörungen, welche sie am Gaumen, Zäpfchen, in 1Nase, am Kehldeckel u. s. w. erzeugen können, bedenklich sind. , . £
Der Brand der Mundhöhle kann alle Theile derselben befallen. Es wird dabei ^Schleimhaut in einen misfarbigen, dunkeln Brei, der wie Zunder leicht zerfällt, oder in einenkeln festsitzenden Schorf verwandelt, der durch seinen intensiven und charakteristischen Geruch >als Brandschorf documentirt. Die umgebenden Gewebe sind von einer dünnen röthlichen^ cmisfarbigen, jauchigen Flüssigkeit durchtränkt. Der brandige Zerfall der Gewebe in der OHi* 1 * (höhle wird durch die stete Durchfeuchtung mit Speichel und Mundschleim und den steten Luftzugaußerordentlich begünstigt. Es kann zwar unrer besonders ungünstigen Umstünden jede 2^**!'^entzündung zu Brand führen, am ehesten geschieht dies jedoch nur bei der mercuriellen, f^ 01 ^tischen und der diphtheritischen und also unter Umständen, wo letztere besonders aufzutreten PfW(s. 0 . Ursachen derselben), daher denn auch der Brand in manchen Fällen epidemisch ersche>