292 Quetschung Quitte
Zucker und eine andere, der ursprünglichen ähnliche Verbindung gespalten werden: für das Ouer-citrin sind diese Spaltungsproducte Quercitronzucker, der von den übrigen Zuckerarten durchZusammensetzung und Eigenschaften unterschieden ist, und Qnercetin, ein grünlichgelbe^gefchmack- und geruchloses Pulver, welches die Eigenschaften einer schwachen Säure zeigt und sichnach den neuesten Untersuchungen von Hlasiwetz durch Behandlung mit Kalilauge wiederum >»Quercetinsäure und eine Zuckerart, das Phoroglucin, spalten läßt. .
Plan benutzt die Quercitronrinde vielfach zum Gelbfärben von Baumwolle und Wolle,häufiger zum Grundiren dieser, vorher mit Alaun oder Zinnsalz gebeizten Stosse, um darausspäter braune oder grüne Pigmente zu befestigen. Zur Entfernung des Gerbstoffs und eine-''braunen Farbstoffs, welcher die Farbe unrein macht, pflegt man die Abkochung zunächst mit Leu»oder Kalkwasser zu fällen und erst die geklärte Flüssigkeit als Färbeflotte zu gebrauchen. Neuer-dings ist als Ersatzmittel des Quercitrons von viel größerer Färbekraft ein braunes Pulver/Jlavin, in den Handel gekommen, welches nach den Untersuchungen von König, Hlasiwetz'Bolley u. a. theils aus unreinem Quercitrin, theils aus den Spaltungsproducten desielben ^steht und wahrscheinlich durch Ausziehen der Rinde mit kohlensauren Alkalien und Fällen de«Auszugs mit Schwefelsäure dargestellt wird. Ein dem Quercitrin sehr ähnliches, wahrschei»^®demselben identisches Pigment, die Rutinsäure, wurde zuerst in der Gartenraute, später o»®im Buchweizenstroh, in den Roßkastanienblättcrn, im Hopfen, in der Gerste u. s. w. aufgefunde»-
QuetschUllg. Quetschungen entstehen durch gewaltsames Zusammendrücken eines Körp^'theils. Die Folgen dieser Zusammendrückung sind abhängig von der Gewalt derselben und »e»der Eigenthümlichkeit des betroffenen Körpertheils. Die nächste Folge ist der Schmerz, welchedie gedrückten Nerven veranlassen; geht der Druck nicht über ein gewisses Maß hinaus, so ka»»sich der Schaden der Quetschung hierauf beschränken. Ist er aber stärker, so können i»»^oder auch äußerlich sichtbare Zerreißungen der Gewebe des gequetschten Theils, insbesondere sl»®der Blutgefäße eintreten. Letzteres führt zum Erguß des Blutes aus den Adern in das gequetM. Gewebe; hier gerinnt es und entfärbt sich mit der Zeit, woraus z. B. die aus Roth in Blau »»Grün übergehende Färbung gequetschter Hautstellen entsteht. Bei noch stärker» GradenQuetschung können selbst Knochen zerbrechen und kann überhaupt der ganze gequetschte Tlst»völlig zermalmt, beziehendlich zerrissen werden. Je nachdem entsteht nun infolge einer Quetsch»^nur nachfolgende Röthung, oder Entzündung und Eiterung, oder Brand der gequetschten Tlst" 'Die Behandlung hat sich nach der Besonderheit des Falls zu richten und besteht im allgemein^in sofortiger Anwendung kalter Umschläge, um Schmerz und Entzündung zu mindern,aber eine Eiterung einmal eingetreten ist, in der Beförderung derselben durch feuchtwarme Uebes'schlage. Knochenbrüche, Zerreißungen größerer Gefäße, Brand u. s. w. erfordern die auch s»»ldagegen übliche Behandlung.
Quitte. Die Gattung Cydonia T. gehört unter die Pomaceengruppe der Rosaceen.freie Kelchsaum hat fünf fast blattige Abtheilungen. Das Rohr ist glockig. Die Blumenblattssind ziemlich kreisförmig. Der Griffel sind fünf. Der Fruchtknotenfächer sind an Zahl fünf »»vielsamig. Die Frucht ist birnförmig bis apfelförmig, an der Spitze genadelt und von fortwa®)sendem Kelchsaum bekrönt. Das Jnnenfleisch ist knorpelig. Die fünf Fächer haben 10—1&men mit gallertzelliger Außenschickt. 0. vulgaris P. (Pyrus Cydonia L.) ist der gemeine Quitte»'bäum, die Quittenbirne, der Quittenapfel, der Küttcnbaum. Er erreicht eine Höhe von 20 5»»'bleibt aber meistens auch nur ein müßiger Strauch. Die Zweige stehen sparrig und sind in iht^Jugend mit dichtem, weißem Filz bekleidet. Die kurz gestielten Blätter sind länglich oder ciru» 'stumpf gespitzt, unvcrsehrtrandig, auf der untern Seite mit Filz bekleidet, in der ersten Zeit a»®oberseits. Die Nebenblätter sind länglich und mit drüsigen Zahnen versehen. Die Blüteneinzeln und sind fast sitzend. Das Kelchrohr ist eiförmig. Der Saum hat fünf ovale oder lä»3liche, drüsigzähnige Abtheilungen. Die Blumenblätter sind elliptisch ausgeraubet, am Gru»mit Haaren. Die Griffel sind am untersten Grunde verwachsen und behaart. Die Früchte hav^eine verschiedene Gestalt, rundlich oder länglich rund. Sie sind von hartem Gefüge, zuletztgelb und mit Außendeckc von Filz. Die braunrothen Samen haben eine schleimige Außensch>®'Es gibt mehrere Sorte». 1) Die Apfelquitte (Cydonia rnaliforrnis Mill.) mit einer S rllC vwelche der bcS Apfels an Gestalt gleichkommt und sehr groß wird. 2) Die Birnquitte (C-formis Hort.), von Gestalt einer Birne/ 3) Die portugiesische Quitte (C. lusitanica H°, r jwie vorige, allein mit milderm Fleisch. Alle diese Früchte haben ein höchst angenehmes duftE'Arom und einen abscheulich zusammenziehenden Geschmack. AuS diesem Grunde sind diese 8 1 » 1 ®.(Cydonia, Cotonea oder Fructus Cydoniae) kaum je noch genossen worden. Alan macht a