344 Rheumatismus
platz für Rheinweine, und bis zu Anfang dieses Jahrhunderts durch seinen gefeuertenwelcher durch Gärung des Mostes in geheizten Kammern bereitet wurde, berühmt war, »'*Seitenthälern bei Oberwesel, namentlich in der Enghölle bei Steeg, Manubach, Oberdiebacyim Hamm bei Boppard. Den besten rheinischen Rothwein liefert Asmannshausen im ^"«9 'ihm zunächst steht der Ehrenbreitstein - Krenzberger; gute rothe Tischweine wachsen bei 0“ 'Koblenz, Hammerstein und Linz. Im Ahrthale mit seinen vortrefflichen Bleichcrten endetrheinische Weinbezirk; nördlich von der Ahrmündnng flüchtet der Weinstock in die Gärtenaus Spalier. ^ ^
Rheinhessen erzeugt bei Nieder-Jngelheim im flachen sandigen Felde einen weichen ^milden Rothwein; außerdem eine Menge weißer Weine, welche die Rheingauweine an 3 , ^Süße übertreffen, ihnen aber an Feinheit nachstehen. Berühmt ist die Liebfrauenmilch arm ^Klostergarten des ehemaligen Liebfrauenstifts zu Worms; ihr Ruf gründet sich indeß 111 ..i,;,:den Namen und auf die bessern Weine, welche unter demselben gehen; andere trefflichesind Luginsland und Catetlaher von Worms, Niersteiner, Laubenheimer, Bodenheimer, N«heimer und Oppenheimer. ,
RheinbaiernS Weine (auch Pfälzer oder Haardtweine) werden meist aus TraminerRuländer, weniger aus Rieslingtraubcn gekeltert, welche auf den Vorhügeln des HaardtgebüSin solcher Menge gezogen werden, daß die Ausbeute in guten Jahren an 100000 Fuder betragDen ersten Rang behaupten die hochfarbigen, weichen, süßen und vollen Weine von Deideshe' 'Forst und Ruppertsberg; in zweiter Reihe stehen Dürkheim, Herxheim, Königsbach, Ungstei" *Wachenheim; Callstadt und Gimmeldingen erzeugen guten Rothwein. Die geringern lwie sie namentlich im pfälzischen Oberlande bei Edcnkoben, Hambach, Maykamm undwachsen, haben meist eigenthümlichen Erdgeschmack. Bemerkenswerth ist auch der geist° ^bouquetreiche Strohwein, welchen man in der Haardt aus auf Stroh abgewelkten TraubenAuf den Schiefer- und Porphyrfelsen des Rahethals wachsen ebenfalls weiche und BWeißweine, welche durch Lieblichkeit und Stärke dem Unkundigen leicht gefährlich werden,der Spitze steht der gewürzige Scharlachberger vom Scharlachkopfe in der Gemarkung Büdesybei Bingen, ihm zunächst der Kauzenberger aus der Gegend von Kreuznach; darauf folgen Mzingen, Norheim, Bosenheim, Winzenheim, Laubenheim, Roxheim, Münster am Stein, Ebernb>und viele andere. ,
Von geringerer Bedeutung sind die Weine des badischen Oberlandes und die Bergstraß ^weine. Erstere kommen meist als Markgräfler in den Handel und wachsen an den westlichen ^hängen und Ausläufern des Schwarzwaldes, die besten von Müllheim bis Grenzach oberesBasel; am bekanntesten sind der rothe Asfenthaler und der weiße Klingelberger. Diestraßenweine vom westlichen Abhänge des Odenwaldes werden meist im Lande consuinirNbesten ist der Hubberger von Weinheim, dann der Rothwein von Auerbach und der Heppenhei>"Groß-Sachsen liefert guten Rothwein. . c j
Hauptplätze für den Rheinweinhandcl sind Köln, Koblenz, Mainz und Hochheim; dieletztern und das Städtchen Vallendar bei Koblenz fabriziren auch vortreffliche Schaumweine.
Rheumatismus. In früherer Zeit nannte man Rheumatismus fast alle SchmerzenEntzündungen, für welche sich eine Erkältung als Ursache erwies, oder für welche sich gar ‘ elUrsache finden ließ. Damals galt, und für viele Laien gilt noch heute der Satz:
Was man sich nicht erklären kann,
Sieht man als Rheumatismus an.
Die neuere Medicin nennt Rheumatismus nur noch solche Krankheiten der Muskeln, Sehs^'Knochen, Gelenke, Muskel-, Sehnen-, Knochen- und Nervenscheiden, welche sehr schmerzhaft st^ lund welche als selbständige Leiden, d. h. nicht als Folgen anderweiter Störungen auftreten,Jes, daß sie in der That durch eine Erkältung herbeigeführt worden sind, oder daß sie eine anweite unbekannte Ursache haben, was sicher auch sehr oft der Fall ist. Der Schmerz ist inftftfür rheumatische Leiden charakteristisch, als er meist nicht im Verhältniß zu der zu Grunde tieg eTl ^Störung zu stehen, sondern unverhältnißmäßig heftig zu sein scheint, was jedoch seinendarin haben möchte, daß überhaupt die Affectionen der obenerwähnten Körpertheile meistens Ischmerzhaft sind, sodaß also die große Schmerzhaftigkeit nicht aus dem Rheumatismus, sonbaus der Beschaffenheit der Theile, die er zu befallen pflegt, zu erklären sein wird. Viele r & cl111 ^tische Affectionen zeichnen sich außerdem noch durch die Neigung aus, von einem Körpertheile aden andern überzuspringen und so in raschem Wechsel bald hier, bald dort aufzutreten, währees freilich auch andere gibt, die sehr hartnäckig ihren ersten Sitz beibehalten. Es muß einer spä^